Frust, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Frust(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Grundform frustrieren, ↗Frustration
Wortbildung  mit ›Frust‹ als Grundform: ↗frusten
ZDL-Vollartikel, 2019

Bedeutung

umgangssprachlich Frust (über etw.)negatives Gefühl, das durch (wiederholte) enttäuschte Erwartungen hervorgerufen wird
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: Frust ablassen, schieben; den Frust abladen, herausschreien, herunterschlucken, loswerden, rauslassen, runterspülen; den Frust [an jmdm.] abreagieren, auslassen
in Präpositionalgruppe/-objekt: für Frust sorgen; Schluss mit (dem) Frust
hat Präpositionalgruppe/-objekt: [sich] den Frust von der Seele [reden, schreien]
als Aktivsubjekt: Frust kommt [in jmdm.] hoch, macht sich breit, nagt [an jmdm.]
Beispiele:
Der Frust […] über die Politik rührt daher, dass die Erwartungen an die Politiker grösser sind[…] als die Fähigkeit der Regierungen, sie zu befriedigen. [Neue Zürcher Zeitung, 19.02.2017]
Der einfache Grund für die gute Rendite [von Spirituosen]: Getrunken wird immer, in wirtschaftlich guten wie in schlechten Zeiten; aus Freude oder aus Frust. [Süddeutsche Zeitung, 31.08.2018]
Lust und Frust liegen hier nah beieinander. [Welt am Sonntag, 17.02.2013, Nr. 7]
Wer traurig ist, weil dies [gutes Sommerwetter] momentan nicht eintrifft, leidet nicht unter Depressionen, sondern erlebt lediglich Frust über nicht erfüllte Erwartungen. [Welt am Sonntag, 19.03.2006]
Des Normalmenschen Leid und Frust entzündete sich an einem Stück Seife, das die Betriebsleitung […] nicht mehr bezahlen wollte[…]. [Die Zeit, 27.11.1970, Nr. 48]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

frustrieren · Frustration · Frust
frustrieren Vb. ‘benachteiligen, (ent)täuschen, vereiteln’, dann auch ‘durch Enttäuschung in der psychischen Entfaltung behindern’, entlehnt (frustrirt ‘betrogen, vergeblich’, 1728, früstrirt ‘enttäuscht’, Anfang 19. Jh.) aus lat. frūstrārī, auch frūstrāre ‘in der Erwartung täuschen, hintergehen, vereiteln’ (zu lat. frūstrā̌ ‘irrtümlich, vergeblich’) bzw. aus sich hieran anschließendem, ursprünglich rechtssprachlichem afrz. frz. frustrer ‘um etw. bringen, betrügen’. In der Mitte des 20. Jhs. wird das Verb, zunächst im Bereich der Psychologie, wieder aufgenommen und entwickelt sich, zumal im Part. Prät. frustriert, rasch zu einem viel gebrauchten Modewort. Frustration f. ‘Vereitelung, Täuschung einer Erwartung, Hinhaltung’ (19. Jh.), mfrz. frz. frustration ‘Täuschung, Nichterfüllung eines rechtmäßigen Anspruchs’; zuvor vereinzelt Frustratio ‘Bankrott’ (1735), unmittelbar nach lat. frūstrātio (Genitiv frūstrātiōnis) ‘Täuschung, Irreführung, Nichterfüllung, vergebliches Hinhalten’. Daraus verkürzt (mit verändertem Genus) Frust m. ‘Enttäuschung’ durch Versagung einer Erwartung (2. Hälfte 20. Jh.). Anfangs in der Jugendsprache, dann rasch allgemein in großer Bedeutungsbreite für jede Art ‘Mißmut, Unwille, Ärger’, auch (euphemistisch) ‘Wut’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Desillusion · ↗Enttäuschung · Frust · ↗Frustration · ↗Unzufriedenheit
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Frust‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Frust‹.

Zitationshilfe
„Frust“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Frust>, abgerufen am 04.12.2020.

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