Fußvolk, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungFuß-volk
WortzerlegungFußVolk
eWDG, 1967

Bedeutungen

historisch Fußtruppen
Beispiel:
Schon rücke der Henneberger herbei mit tausend Mann bewaffneten Fußvolks und dreihundert Reitern [WeismantelRiemenschneider233]
abwertend, übertragen die große Masse, die ohne Einfluss ist
Beispiele:
die Führer dieser Partei betrachteten die Mitglieder nur als Fußvolk
umgangssprachlich unters Fußvolk geraten (= gesellschaftlich absinken)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fuß · fußen · Fußangel · Fußball · Fußgänger · Fußstapfe · Fußvolk
Fuß m. ‘unterer Teil des Beines’, vielfach übertragen auf andere einen Körper (Gefäß, Möbelstück, Bauteil u. a.) tragende Elemente, älter auch Längenmaß, ahd. fuoʒ (8. Jh.), mhd. vuoʒ, asächs. fōt, mnd. vōt, mnl. nl. voet, aengl. fōt, engl. foot, anord. fōtr (germ. *fōt-) und got. fōtus (germ. *fōtu-) sowie aind. pā́t (Akkusativ pā́dam), griech. pū́s, dor. pṓs, pós, Genitiv podós (πούς, πώς, πός, ποδός), lat. pēs (Genitiv pedis) ‘Fuß’ führen auf die Wurzel ie. *pē̌d-, *pō̌d- ‘Fuß’. fußen Vb. ‘sich stützen, sich gründen’, mhd. vuoʒen. Fußangel f. ‘Falle, Hindernis’ (15. Jh.). Fußball m. (17. Jh.), nach engl. football. Fußgänger m. ‘wer sich zu Fuß fortbewegt’, mhd. vuoʒgenger ‘Fußsoldat’. Fußstapfe f. ‘Fußabdruck, Fußspur’, gebildet mit ↗Stapfe (s. d.), durch falsche Abtrennung öfter auch Fußtapfe; ahd. fuoʒstapho (Hs. 12. Jh.), mhd. vuoʒstaphe. Fußvolk n. ‘Truppe zu Fuß’, mhd. vuoʒvolc; heute auch scherzhaft ‘einflußlose Menge’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Volk · breite Masse  ●  Fußvolk  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstand Elefant Elite Funktionär Offizier Partei Reiter Reiterei Ritter Schlacht akademisch bewaffnet bäuerlich bürgerlich feindlich gemein gewerkschaftlich gotisch grün indisch katholisch mischen mobilisieren närrisch parlamentarisch persisch römisch sozialdemokratisch staunend weiblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fußvolk‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deshalb hat das Fußvolk ihn auch nicht mehr sonderlich unterstützt.
Der Tagesspiegel, 19.04.2000
Doch das ländliche Fußvolk begreift anscheinend langsam, was gespielt wird.
Die Zeit, 06.03.1987, Nr. 11
Wie das indische Fußvolk bewaffnet war, ist nicht direkt berichtet.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Erster Teil: Das Altertum, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 612
Auf jeden Fall brach sich die Verfolgung an dem Widerstand der geschlossenen Masse des Fußvolks.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Dritter Teil: Das Mittelalter, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1923], S. 28871
Den ganzen Raum in der Mitte nahm das Fußvolk ein.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Zweiter Teil: Die Germanen, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1921], S. 17927
Zitationshilfe
„Fußvolk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fußvolk>, abgerufen am 21.10.2019.

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