Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Fund, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fund(e)s · Nominativ Plural: Funde
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Fund‹ als Erstglied: Fundamt · Fundbüro · Fundgegenstand · Fundgeld · Fundgrube · Fundmaterial · Fundmeldung · Fundmunition · Fundort · Fundplatz · Fundrecht · Fundsache · Fundstelle · Fundstätte · Fundstück · Fundumstand · Fundunterschlagung · fündig
 ·  mit ›Fund‹ als Letztglied: Beifund · Bodenfund · Bombenfund · Depotfund · Dinosaurierfund · Drogenfund · Einzelfund · Erzfund · Falschgeldfund · Fossilfund · Fossilienfund · Grabfund · Grabungsfund · Gräberfund · Münzenfund · Münzfund · Sammelfund · Schatzfund · Sensationsfund · Silberfund · Verwahrfund · Votivfund · Zufallsfund
eWDG

Bedeutungen

1.
das, was aufgefunden, entdeckt worden ist
Beispiele:
ein anthropologischer, vorgeschichtlicher, seltener Fund
dass die Wohnsitze dieses Volksstammes bis ans Meer reichten, geht aus zahlreichen Funden hervor
diese Handschrift ist ein wertvoller Fund
er entdeckte den verlorenen Koffer und brachte seinen Fund sofort zur Polizei
selten vom Menschen
Beispiel:
Kein kleiner Fund, solch ein Freund [ A. ZweigJunge Frau169]
2.
das Auffinden, Entdecken von etw.
Beispiele:
er meldete seinen Fund der Polizei
der Fund von Erzen
dem Krebsforscher war ein bedeutender Fund (= eine bedeutende Entdeckung) geglückt
Einer fand in einem Brotsack … eine Tafel Schokolade, die er mit seinem Nachbar, der ihn bei dem Fund gesehen, teilte [ Kisch1,205]
einen Fund machenetw. entdecken
Beispiele:
bei Ausgrabungen in der Altstadt wurden wichtige Funde gemacht
im Antiquariat machte er einen unverhofften Fund
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

finden · abfinden · Abfindung · erfinden · Erfindung · Erfinder · erfinderisch · unerfindlich · Fund · Fundgrube · Findelkind · Findling · findig · spitzfindig · ausfindig · fündig
finden Vb. ‘durch Zufall, durch Suchen, durch Nachdenken auf etw. stoßen’, ahd. findan (8. Jh.), mhd. vinden, asächs. fīðan, findan, mnd. mnl. nl. vinden, aengl. findan, engl. to find, anord. schwed. finna, got. finþan. Herkunft ungewiß. Vielleicht mit griech. paté͞in (πατεῖν) ‘auf etw. treten’ und lat. pōns (Genitiv pontis) ‘Knüppelweg, Brücke’ zur Wurzel ie. *pent(h)- ‘treten, gehen, worauf treten, antreffen, finden’ (s. auch fahnden). – abfinden Vb. ‘Ansprüche befriedigen’, reflexiv ‘sich zufriedengeben’ (16. Jh.); zuerst (14. Jh.) in der nd. Rechtssprache belegt mit der Bedeutung ‘durch Gerichtsurteil absprechen, aberkennen’. Abfindung f. ‘Befriedigung von Ansprüchen, Entschädigung’ (16. Jh.). erfinden Vb. ‘bisher noch nicht Vorhandenes ersinnen, erschaffen’, ahd. irfindan ‘erfahren, erkennen, erfassen’ (9. Jh.), mhd. ervinden ‘ausfindig machen, bemerken, erfahren’. Erfindung f. ‘das Ersonnene, Erschaffene’ (15. Jh.). Erfinder m. ‘wer bisher nicht Vorhandenes ersinnt, erschafft’ (15. Jh.), heute besonders im technischen Bereich. erfinderisch Adj. ‘einfallsreich’ (18. Jh.). unerfindlich Adj. ‘unerklärlich’, spätmhd. unervindelich. Fund m. ‘das Finden, das Gefundene’, in der Schwundstufe des Verbs, mhd. vunt, auch bergmannssprachlich ‘neuentdeckte Lagerstätte von Erzen’, dafür auch Fundgrube f. (14. Jh.), übertragen ‘Ort, wo eine Fülle von Erkenntnissen, Belehrungen anzutreffen ist’ (Ende 15. Jh.). Ursprünglich wohl zu ablautendem Fund gebildet und nachträglich (meist im 16. Jh.) an finden angelehnt sind: Findelkind n. ‘ausgesetztes, von Fremden gefundenes Kind’, vgl. mhd. vuntkint, dann auch frühnhd. vündelkint, zu frühnhd. vündel, vindel ‘Findelkind’, Deminutivum zu vunt. Findling m. ‘Findelkind’, mhd. vundelinc; seit dem 19. Jh. auch ‘ein durch Gletscher transportierter Gesteinsblock’. findig Adj. ‘erfinderisch, schlau’, mhd. vündec, vündic ‘erfinderisch, findbar’, seit dem 16. Jh. in der Form findig, s. aber unten fündig. spitzfindig Adj. älter spitzfündig, ‘listig, überklug’ (16. Jh.), vgl. auch spitzer Fund (Luther) und Spitzfund m. (16. Jh.) ‘überklug, trügerisch Erdachtes’. ausfindig Adj. älter ausfündig, meist in festen Wendungen ausfindig machen, werden ‘bekanntmachen, bekannt werden, herausfinden, erforschen’ (15. Jh.). fündig Adj. ‘Bodenschätze aufweisend, ergiebig’, seit dem 16. Jh. bedeutungsdifferenzierend die alte Form gegenüber findig (s. oben) bewahrend.

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
Fund · Fundgegenstand · Fundobjekt · Fundstück · gefundener Gegenstand
Unterbegriffe
  • Diskos von Festos · Diskos von Phaestus · Diskos von Phaistos

Typische Verbindungen zu ›Fund‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fund‹.

Verwendungsbeispiele für ›Fund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Über diese Masse von Funden breitet jedes Jahr neues Licht aus. [Peters, Carl: Im Goldland des Altertums, München: Lehmann 1902, S. 255]
In Funden der merowingischen Zeit ist es noch verhältnismäßig selten. [Fischer, Hermann: Grundzüge der Deutschen Altertumskunde, Leipzig: Quelle & Meyer 1917 [1908], S. 117]
Um zu genauen Schlüssen über die materielle Kultur zu kommen, genügen die Funde noch nicht. [Petech, Luciano: Indien bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 25752]
Trotz dieser literarischen Kenntnis fehlt es aber an gesicherten Funden aus dieser Zeit. [Schade, Günter: Deutsches Glas, Leipzig: Koehler & Amelang 1968, S. 17]
Und die Zahl der Forscher übersteigt die der Funde bei weitem. [Die Zeit, 20.09.1996, Nr. 39]
Zitationshilfe
„Fund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fund>.

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