Fund, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fund(e)s · Nominativ Plural: Funde
Aussprache
Wortbildung mit ›Fund‹ als Erstglied: ↗Fundbüro · ↗Fundgegenstand · ↗Fundgeld · ↗Fundgrube · ↗Fundmeldung · ↗Fundort · ↗Fundplatz · ↗Fundsache · ↗Fundstelle · ↗Fundstätte · ↗Fundstück · ↗Fundunterschlagung
 ·  mit ›Fund‹ als Letztglied: ↗Bodenfund · ↗Bombenfund · ↗Dinosaurierfund · ↗Drogenfund · ↗Einzelfund · ↗Erzfund · ↗Falschgeldfund · ↗Grabfund · ↗Münzenfund · ↗Münzfund · ↗Schatzfund · ↗Sensationsfund · ↗Silberfund · ↗Zufallsfund
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das, was aufgefunden, entdeckt worden ist
Beispiele:
ein anthropologischer, vorgeschichtlicher, seltener Fund
dass die Wohnsitze dieses Volksstammes bis ans Meer reichten, geht aus zahlreichen Funden hervor
diese Handschrift ist ein wertvoller Fund
er entdeckte den verlorenen Koffer und brachte seinen Fund sofort zur Polizei
selten vom Menschen
Beispiel:
Kein kleiner Fund, solch ein Freund [A. ZweigJunge Frau169]
2.
das Auffinden, Entdecken von etw.
Beispiele:
er meldete seinen Fund der Polizei
der Fund von Erzen
dem Krebsforscher war ein bedeutender Fund (= eine bedeutende Entdeckung) geglückt
Einer fand in einem Brotsack ... eine Tafel Schokolade, die er mit seinem Nachbar, der ihn bei dem Fund gesehen, teilte [Kisch1,205]
einen Fund machenetw. entdecken
Beispiele:
bei Ausgrabungen in der Altstadt wurden wichtige Funde gemacht
im Antiquariat machte er einen unverhofften Fund
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

finden · abfinden · Abfindung · erfinden · Erfindung · Erfinder · erfinderisch · unerfindlich · Fund · Fundgrube · Findelkind · Findling · findig · spitzfindig · ausfindig · fündig
finden Vb. ‘durch Zufall, durch Suchen, durch Nachdenken auf etw. stoßen’, ahd. findan (8. Jh.), mhd. vinden, asächs. fīðan, findan, mnd. mnl. nl. vinden, aengl. findan, engl. to find, anord. schwed. finna, got. finþan. Herkunft ungewiß. Vielleicht mit griech. paté͞in (πατεῖν) ‘auf etw. treten’ und lat. pōns (Genitiv pontis) ‘Knüppelweg, Brücke’ zur Wurzel ie. *pent(h)- ‘treten, gehen, worauf treten, antreffen, finden’ (s. auch ↗fahnden). abfinden Vb. ‘Ansprüche befriedigen’, reflexiv ‘sich zufriedengeben’ (16. Jh.); zuerst (14. Jh.) in der nd. Rechtssprache belegt mit der Bedeutung ‘durch Gerichtsurteil absprechen, aberkennen’. Abfindung f. ‘Befriedigung von Ansprüchen, Entschädigung’ (16. Jh.). erfinden Vb. ‘bisher noch nicht Vorhandenes ersinnen, erschaffen’, ahd. irfindan ‘erfahren, erkennen, erfassen’ (9. Jh.), mhd. ervinden ‘ausfindig machen, bemerken, erfahren’. Erfindung f. ‘das Ersonnene, Erschaffene’ (15. Jh.). Erfinder m. ‘wer bisher nicht Vorhandenes ersinnt, erschafft’ (15. Jh.), heute besonders im technischen Bereich. erfinderisch Adj. ‘einfallsreich’ (18. Jh.). unerfindlich Adj. ‘unerklärlich’, spätmhd. unervindelich. Fund m. ‘das Finden, das Gefundene’, in der Schwundstufe des Verbs, mhd. vunt, auch bergmannssprachlich ‘neuentdeckte Lagerstätte von Erzen’, dafür auch Fundgrube f. (14. Jh.), übertragen ‘Ort, wo eine Fülle von Erkenntnissen, Belehrungen anzutreffen ist’ (Ende 15. Jh.). Ursprünglich wohl zu ablautendem Fund gebildet und nachträglich (meist im 16. Jh.) an finden angelehnt sind: Findelkind n. ‘ausgesetztes, von Fremden gefundenes Kind’, vgl. mhd. vuntkint, dann auch frühnhd. vündelkint, zu frühnhd. vündel, vindel ‘Findelkind’, Deminutivum zu vunt. Findling m. ‘Findelkind’, mhd. vundelinc; seit dem 19. Jh. auch ‘ein durch Gletscher transportierter Gesteinsblock’. findig Adj. ‘erfinderisch, schlau’, mhd. vündec, vündic ‘erfinderisch, findbar’, seit dem 16. Jh. in der Form findig, s. aber unten fündig. spitzfindig Adj. älter spitzfündig, ‘listig, überklug’ (16. Jh.), vgl. auch spitzer Fund (Luther) und Spitzfund m. (16. Jh.) ‘überklug, trügerisch Erdachtes’. ausfindig Adj. älter ausfündig, meist in festen Wendungen ausfindig machen, werden ‘bekanntmachen, bekannt werden, herausfinden, erforschen’ (15. Jh.). fündig Adj. ‘Bodenschätze aufweisend, ergiebig’, seit dem 16. Jh. bedeutungsdifferenzierend die alte Form gegenüber findig (s. oben) bewahrend.

Thesaurus

Synonymgruppe
Entdeckung · ↗Feststellung · Fund · Kenntniserlangung
Synonymgruppe
Fund · ↗Fundgegenstand · Fundobjekt · ↗Fundstück · gefundener Gegenstand
Unterbegriffe
  • Diskos von Festos · Diskos von Phaestus · Diskos von Phaistos

Typische Verbindungen
computergeneriert

Archäologe Ausgrabung Babyleiche Bronzezeit Fliegerbombe Frauenleiche Grabung Leich Leiche Römerzeit Sensation antik archäologisch aufsehenerregend bedeutend bedeutsam belegen brisant datieren einzigartig fossil gemacht grausig kostbar prähistorisch sensationell spektakulär vorgeschichtlich wertvoll überraschend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fund‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mitunter schleicht sich nämlich fremde DNS in die Funde ein.
Süddeutsche Zeitung, 04.03.2003
Dennoch wirft der Fund ein beunruhigendes Licht auf den Handel mit Uran.
Der Tagesspiegel, 30.09.2002
Es sind aber keine Funde gemacht worden, die diese Theorie beweisen könnten.
o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 28881
Bei der Lösung des Problems half Dart nun ein glücklicher Fund.
Heberer, Gerhard: Die Herkunft der Menschheit. In: Mann, Golo u. a. (Hgg.) Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 292
Nach 400 sind hier allerdings burgundische Funde nicht mehr nachweisbar.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1940, S. 215
Zitationshilfe
„Fund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fund>, abgerufen am 18.06.2019.

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