Funken, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Funkens · Nominativ Plural: Funken
Nebenform Funke · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Funkens · Nominativ Plural: Funken
WorttrennungFun-ken · Fun-ke
Wortbildung mit ›Funken‹ als Erstglied: ↗Funkenbildung · ↗Funkenbüschel · ↗Funkenflug · ↗Funkenfänger · ↗Funkengarbe · ↗Funkenmariechen · ↗Funkenregen · ↗Funkentelegrafie · ↗Funkentelegraphie · ↗Fünkchen · ↗Fünklein · ↗funkenreißend · ↗funkensprühend
 ·  mit ›Funken‹ als Letztglied: ↗Feuerfunke · ↗Feuerfunken · ↗Geistesfunke · ↗Geistesfunken · ↗Götterfunke · ↗Götterfunken · ↗Hoffnungsfunke · ↗Hoffnungsfunken · ↗Lebensfunke · ↗Lebensfunken · ↗Zündfunke · ↗Zündfunken
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
glühendes Teilchen (das von einem brennenden Körper abspringt)
a)
Beispiele:
aus dem Ofen ist ein Funken, Funke gefallen, geflogen, gesprungen
beim Schweißen sprühen die Funken
aus, mit dem Feuerstein Funken schlagen
ein Funken, Funke genügt, um das Stroh in Brand zu setzen
der Wind trieb die Funken auf den Wald zu
die Funken auf dem Fußboden austreten
ein elektrischer Funke springt über
im Motor wird das Gemisch von Benzin und Luft durch einen elektrischen Funken gezündet
b)
bildlich
Beispiele:
trotz der Niederlage glomm der Funke der Revolution unter der Asche weiter
er verstand es, den Funken der Begeisterung unter der Jugend zu entfachen
schon lange hatte er solche Gedanken gehabt, der auslösende Funke war schließlich ein Gespräch mit W
der göttliche Funke, von dem der Dichter beseelt ist
ihre Augen sprühen Funken
allmählich war die Atmosphäre im Hause geladen mit Unzufriedenheit und harrte bebend des zündenden Funkens [I. SeidelLabyrinth19]
c)
übertragen dass die Funken stieben (= sehr schnell, sehr intensiv)
Beispiele:
der Junge sauste davon, dass die Funken stoben
es wurde gearbeitet, dass die Funken stoben
d)
übertragen den Funken ins Pulverfass werfen (= in einer gespannten Situation durch einen geringfügigen Anlass den Ausbruch des Konflikts herbeiführen)
Beispiel:
ein Funken fiel ins Pulverfass
2.
ein Funken (von) (= ein bisschen, ein wenig)
Beispiele:
wenn er nur einen Funken (von) Gefühl, Talent, Verstand hätte ...
wenn du noch einen Funken (von) Ehrgefühl im Leibe hast ...
nicht ein Funke, Funken von Mitleid, Verständnis war bei ihm zu finden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Funke · Funken · funken · Funkentelegrafie · Funkspruch · Rundfunk · Funk · Funker · funkeln · funkelnagelneu
Funke m. auch (mit Übernahme von -n aus den obliquen Kasus) Funken m. ‘kleine, kurze Feuererscheinung, glühendes Körperchen’, ahd. funko (um 1000), mhd. mnd. vunke, mnl. vonke, nl. vonk, mengl. fonke (westgerm. *funkōn-) gehen zurück auf -n- enthaltende Formen des unter ↗Feuer (s. d.) behandelten heteroklitischen ie. r/n-Stammes *peu̯ōr, *pū̌r (Genitiv *punés). funken Vb. ‘Funken geben’, mhd. vunken. Die Bedeutung ‘durch elektromagnetische Wellen übermitteln, drahtlos telegrafieren’ entsteht im Anschluß an Funkentelegrafie f. so benannt (um 1890), da die ersten Übertragungsversuche mit Hilfe von Funkenentladung an Hochspannungserzeugern gemacht wurden. Funkspruch m. ‘durch Funk übermittelte Nachricht’. Rundfunk m. ‘Radio’ (Bredow 1921), danach unterscheidend Hör-, Bild-, Fernseh-, Mobilfunk, verkürzt Funk m. (20er Jahre des 20. Jh.). Funker m. ‘Übermittler von Nachrichten durch Funk’ (um 1914). funkeln Vb. ‘wiederholt funkenähnlich aufleuchten, glitzern, glänzend schimmern’ (15. Jh.), Iterativbildung zu funken (s. oben). funkelnagelneu Adj. ‘völlig neu’ (18. Jh.), verstärkende Zusammenziehung von nagelneu (s. ↗Nagel) und funkelneu (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Quäntchen · ↗(ein) bisschen · (ein) klein wenig · (ein) kleines bisschen · ↗(eine) Idee · ↗(eine) Spur · (eine) geringe Menge · (eine) kleine Menge  ●  ↗(eine) Prise  auch figurativ · 'n bissken  ugs., ruhrdt. · (a) bissle  ugs., schwäbisch · (ein) Fitzel(chen)  ugs. · (ein) Funken  ugs. · (ein) Hauch von (lit.)  geh. · ↗(ein) My  ugs. · (ein) Mü  ugs. · ↗(ein) Schuss  ugs. · ↗(ein) Spritzer  ugs. · (ein) Tacken  ugs. · ↗(ein) Tick  ugs. · ↗(ein) bissel  ugs. · (ein) bisserl  ugs., süddt. · (ein) büschen  ugs., norddeutsch · (ein) klein bisschen  ugs. · (ein) paar Brocken (von einer Fremdsprache)  ugs. · ↗(eine) Kleinigkeit  ugs. · a Muggeseggele  ugs., schwäbisch · ein wenig  geh. · ↗etwas  ugs. · wat  ugs., ruhrdt., salopp
Oberbegriffe
Assoziationen
  • bis zu einem gewissen Grad(e) · ein Stück weit · in gewissem Maß(e) · in gewissem Rahmen · in gewissem Umfang · ↗teilweise · zum Teil  ●  in gewisser Hinsicht  Hauptform
  • (ein) Etwas (von) · (ein) Stich (in) · (eine) Andeutung (von) · ↗Anflug · ↗Hauch (von) · ↗Prise · ↗Quäntchen · ↗Spur · ↗Winzigkeit  ●  (ein) Nichts von  fig. · ↗Touch  engl. · ↗Tick (von)  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Begeisterung Inspiration Pulverfaß aufblitzen elektrisch entfachen entzünden erlöschen genügen glimmen glimmend glühen glühend göttlich komödiantisch revolutionär schlagen springen sprühen sprühend stieben verglimmen versprühen winzig zünden zündend Überspringen übergesprungen überspringen überspringend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Funke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hatten sich für ihn wie Bäume in der Nacht verzweigt und Funken auf ihn herabregnen lassen.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 325
Die Luft ist elektrisiert in diesen Bildern, fast meint man, die sprühenden Funken auf der Haut zu spüren.
Süddeutsche Zeitung, 08.02.2002
Fünf, sechs Mal hintereinander sprühen die Funken in dieser Form auseinander.
Der Tagesspiegel, 25.06.2000
Der Vater trat durch den ganzen Hof hin die glimmenden Funken aus.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18097
Der Wind - er hob den Kopf und vergewisserte sich - ist auch nicht danach, er weht die Funken ab.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 29
Zitationshilfe
„Funken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Funken>, abgerufen am 15.10.2019.

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