Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Furche, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Furche · Nominativ Plural: Furchen
Aussprache 
Worttrennung Fur-che
Wortbildung  mit ›Furche‹ als Erstglied: Furchenwal · Furchenzieher  ·  mit ›Furche‹ als Letztglied: Ackerfurche · Afterfurche · Dampferfurche · Gehirnfurche · Gramfurche · Grenzfurche · Herbstfurche · Hirnfurche · Kielfurche · Leidensfurche · Längsfurche · Pflugfurche · Querfurche · Saatfurche · Schälfurche · Wasserfurche · Wegfurche · Wellenfurche · Winterfurche · Zentralfurche
eWDG

Bedeutungen

1.
große, tiefe Rille im Acker, die sich bei der Arbeit mit dem Pflug oder ähnlichen Bodenbearbeitungsgeräten ergibt
Beispiele:
mit dem Pflug, Kultivator Furchen ziehen
eine flache, tiefe, breite, gerade Furche
der Traktorist muss darauf achten, dass die Furchen parallel verlaufen
der Bauer hinter dem Pflug geht in der Furche
das Regenwasser steht in den Furchen
Der Pflug wirft eine Furche auf [ StrittmatterTinko85]
übertragen
Beispiel:
die langen Furchen des Fahrweges (= die langen Wagenspuren des Fahrweges) [ StifterBergkristall2,306]
2.
übertragen vertiefte Linie
a)
in der Gesichtshaut
Beispiele:
er hatte eine (tiefe, senkrechte) Furche zwischen den Brauen, über der Nase
wenn er angestrengt nachdachte, bildete sich eine Furche auf seiner Stirn
sein abgemagertes Gesicht war voller Runzeln und Furchen
b)
in der Hirnrinde
Beispiel:
die Gehirnlappen werden durch tiefere Furchen gegeneinander abgegrenzt
c)
selten im Wasser hinter einem fahrenden Schiff
Beispiel:
nach dreijähriger Fahrt blickt man in die leuchtende Furche des Kieles mit gleicher Lust wie am ersten Tage [ Chamisso3,56]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Furche · furchen
Furche f. ‘langgezogene Bodenvertiefung, Rinne’, meist die beim Pflügen entstehende ‘Bodenfalte’, ahd. furh (um 800), mhd. vurch, mnd. mnl. vōre, nl. voor, aengl. furh, engl. furrow, anord. for (germ. *furh-) sind verwandt mit aind. párśānaḥ ‘Abgrund, Kluft, Senke’, lat. porca ‘Ackerstreifen zwischen zwei Furchen’, porculētum ‘Ackerbeet’, lit. peršė́ti ‘brennend schmerzen’, eigentlich ‘rissig sein’, (älter) praparšas ‘Graben’ und mit diesen auf ie. *perk̑- ‘aufreißen, aufwühlen’ zurückzuführen (s. Ferkel). – furchen Vb. ‘den Boden streifenweise umwerfen, pflügen’, ahd. furhen (8./9. Jh.), mhd. vurhen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Falte · Furche · Graben · Mulde · Riefe · Spur · Vertiefung
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Furche · Nut · Riefe · Rille · Ritze · Vertiefung
Assoziationen
Synonymgruppe
Furche · Gebirgsrinne · Lahner · Rinne
Synonymgruppe
Furche · Graben · Kanal · lange Vertiefung
Unterbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Furche‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Furche‹.

Verwendungsbeispiele für ›Furche‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Drei Finger legte er in Furchen und strich einige Male nachdrücklich von rechts nach links. [Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 600]
Sie hatte plötzlich die drei Furchen über der stumpfen Nase. [Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 618]
Manche der schnurgeraden Furchen sind an einem Ende genau doppelt so breit wie am anderen. [o. A.: Lexikon der Kunst – S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 41991]
So nutzt er optimal deren ganze Fläche und vermeidet das Einschleifen von Furchen. [Die Zeit, 31.03.2008, Nr. 14]
Doch als es sich freier fühlt, pflügt es weiße Furchen ins Meer. [Süddeutsche Zeitung, 04.08.2001]
Zitationshilfe
„Furche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Furche>.

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