Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Furnier, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Furniers · Nominativ Plural: Furniere
Aussprache 
Worttrennung Fur-nier
Wortbildung  mit ›Furnier‹ als Erstglied: Furnierholz · Furnierplatte · furnieren
 ·  mit ›Furnier‹ als Letztglied: Birkenfurnier · Deckfurnier · Edelholzfurnier · Eichenfurnier · Mahagonifurnier · Messerfurnier · Rüsterfurnier · Schälfurnier · Sperrfurnier
Herkunft furnieren
eWDG

Bedeutung

dünne Platte, Schicht aus Holz, Edelholz, die meist als Verkleidung auf geringwertigeres Holz aufgezogen wird
Beispiele:
dunkle, helle Furniere
für die Möbel wurden Furniere aus Birke, Eiche, Rüster, Mahagoni verwendet
ein Furnier mit einer schönen Maserung
der Schreibtisch ist nass geworden, und das Furnier hat sich verzogen, ist abgeplatzt
durch Zusammenleimen von Furnieren entstehen Sperrholzplatten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

furnieren · Furnier
furnieren Vb. ‘mit einer Blattholzauflage versehen’. Das aus afrz. fornir, mfrz. frz. fournir ‘versehen, ausstatten, liefern, besorgen’ (afrz. auch ‘vollenden, ausführen, erfüllen’), teilweise vielleicht auch aus gleichbed. ital. fornire entlehnte Verb begegnet seit dem 15. Jh. (besonders kaufmännisch) im heute nicht mehr üblichen Sinne von ‘versehen, ausstatten, verschaffen, vorschießen’. Fachsprachliche Verwendung im Bereich des Handwerks findet sich früh bei mnd. fornēren ‘überdecken, überziehen, verschalen’ und gelangt wohl von dort aus ins Hd. (nhd. furnieren ‘mit Holz verkleiden, täfeln’, 16. Jh., vorher schon spätmhd. ein fornierter boden), zuerst bei Dichtern aus Niedersachsen und vom Niederrhein (Part. Prät. gefornert, 13. Jh., gefunert, 14. Jh.) mit der Bedeutungsvariante ‘mit Pelz überziehen, füttern’ (durch Vermischung mit mhd. furrieren ‘unterfüttern, überziehen’). Etymologische Beziehungen bestehen zu fromm (s. d.); die roman. Verben (mit r-Umsprung) sind Entlehnungen eines zu diesem Nomen gebildeten westgerm. jan-Verbs (vgl. asächs. frummian ‘fördern, ausführen, vollbringen’, s. auch frommen), der Wechsel von m zu n vollzieht sich in Analogie zu inhaltlich verwandten Wörtern wie afrz. frz. garnir, ital. guarnire ‘ausstatten, versehen, schmücken’ (s. garnieren). Furnier n. ‘Blattholz, Edelholzauflage’, anfangs ‘Innenausstattung aus Holz, Holztäfelung’ (15. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›Furnier‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Wände sind mit dunkelbraunem Furnier bezogen, an eine Wand hat jemand ein bukolisches anatolisches Idyll gemalt, vergilbt mittlerweile vom Rauch. [Die Zeit, 21.10.2013, Nr. 42]
Der Ausdruck Furnier, so meinen sie, deute auf Holz hin. [Die Zeit, 06.10.1967, Nr. 40]
Die Spielplättchen sind aus Holz, mit Furnier der jeweiligen Bäume. [Die Zeit, 21.07.2008, Nr. 29]
Bei den um 1730 entstandenen Schränken hatten sich die Furniere vom Stammholz abgesetzt. [Süddeutsche Zeitung, 12.03.2003]
Die meist nicht gleichförmigen Beschläge unterstreichen die Gliederung und sind oft einziger Schmuck außer der Farbe des Furniers. [o. A.: Lexikon der Kunst - S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 37356]
Zitationshilfe
„Furnier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Furnier>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Furlane
Furlana
Furioso
Furier
Furie
Furnierholz
Furnierplatte
Furor
Furore
Furt