Furnier, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Furniers · Nominativ Plural: Furniere
Aussprache
WorttrennungFur-nier
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Furnier‹ als Erstglied: ↗Furnierholz · ↗Furnierplatte  ·  mit ›Furnier‹ als Letztglied: ↗Birkenfurnier · ↗Deckfurnier · ↗Eichenfurnier · ↗Mahagonifurnier · ↗Messerfurnier · ↗Rüsterfurnier · ↗Schälfurnier · ↗Sperrfurnier
eWDG, 1967

Bedeutung

dünne Platte, Schicht aus Holz, Edelholz, die meist als Verkleidung auf geringwertigeres Holz aufgezogen wird
Beispiele:
dunkle, helle Furniere
für die Möbel wurden Furniere aus Birke, Eiche, Rüster, Mahagoni verwendet
ein Furnier mit einer schönen Maserung
der Schreibtisch ist nass geworden, und das Furnier hat sich verzogen, ist abgeplatzt
durch Zusammenleimen von Furnieren entstehen Sperrholzplatten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

furnieren · Furnier
furnieren Vb. ‘mit einer Blattholzauflage versehen’. Das aus afrz. fornir, mfrz. frz. fournir ‘versehen, ausstatten, liefern, besorgen’ (afrz. auch ‘vollenden, ausführen, erfüllen’), teilweise vielleicht auch aus gleichbed. ital. fornire entlehnte Verb begegnet seit dem 15. Jh. (besonders kaufmännisch) im heute nicht mehr üblichen Sinne von ‘versehen, ausstatten, verschaffen, vorschießen’. Fachsprachliche Verwendung im Bereich des Handwerks findet sich früh bei mnd. fornēren ‘überdecken, überziehen, verschalen’ und gelangt wohl von dort aus ins Hd. (nhd. furnieren ‘mit Holz verkleiden, täfeln’, 16. Jh., vorher schon spätmhd. ein fornierter boden), zuerst bei Dichtern aus Niedersachsen und vom Niederrhein (Part. Prät. gefornert, 13. Jh., gefunert, 14. Jh.) mit der Bedeutungsvariante ‘mit Pelz überziehen, füttern’ (durch Vermischung mit mhd. furrieren ‘unterfüttern, überziehen’). Etymologische Beziehungen bestehen zu ↗fromm (s. d.); die roman. Verben (mit r-Umsprung) sind Entlehnungen eines zu diesem Nomen gebildeten westgerm. jan-Verbs (vgl. asächs. frummian ‘fördern, ausführen, vollbringen’, s. auch ↗frommen), der Wechsel von m zu n vollzieht sich in Analogie zu inhaltlich verwandten Wörtern wie afrz. frz. garnir, ital. guarnire ‘ausstatten, versehen, schmücken’ (s. ↗garnieren). Furnier n. ‘Blattholz, Edelholzauflage’, anfangs ‘Innenausstattung aus Holz, Holztäfelung’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erzeugnis Holz Möbel Papier dünn echt edel fein hell verarbeiten verwenden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Furnier‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Wände sind mit dunkelbraunem Furnier bezogen, an eine Wand hat jemand ein bukolisches anatolisches Idyll gemalt, vergilbt mittlerweile vom Rauch.
Die Zeit, 21.10.2013, Nr. 42
Bei den um 1730 entstandenen Schränken hatten sich die Furniere vom Stammholz abgesetzt.
Süddeutsche Zeitung, 12.03.2003
Die meist nicht gleichförmigen Beschläge unterstreichen die Gliederung und sind oft einziger Schmuck außer der Farbe des Furniers.
o. A.: Lexikon der Kunst - S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 37356
Durch geeignete Gewichte können die Furniere unter der Flüssigkeitsoberfläche gehalten werden.
Sandermann, Wilhelm: Grundlagen der Chemie und chemischen Technologie des Holzes, Leipzig: Geest & Portig 1956, S. 424
An allen Möbelstücken, am Kühlschrank, Tisch, Kommode, Bett waren an den Rändern kleine Stücke des künstlichen Furniers abgebrochen.
Born, Nicolas: Die Fälschung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1980 [1979], S. 190
Zitationshilfe
„Furnier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Furnier>, abgerufen am 16.02.2019.

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