Furor, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Furors · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungFu-ror (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben Raserei, Wildheit
Beispiel:
Mit dem ihm eigenen Furor durchwühlt und durchliest er ganze Reihen von Bänden [St. ZweigBalzac42]

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufgebrachtheit · Aufgebrachtsein · ↗Aufgeregtheit · ↗Aufregung · ↗Echauffiertheit · Echauffierung · ↗Empörtheit · ↗Entrüstung · ↗Erbostheit · ↗Feindseligkeit · Furor · ↗Gereiztheit · ↗Indignation · ↗Jähzorn · ↗Rage · ↗Raserei · ↗Stinkwut · ↗Verärgerung · ↗Wut · Wut im Bauch · ↗Wüterei · ↗Zorn · heiliger Zorn · ↗Ärger  ●  ↗Empörung  Hauptform · ↗Ingrimm  veraltend · ↗Gefrett  ugs., österr., süddt. · Gfrett  ugs., österr., süddt. · ↗Scheißwut  derb · böses Blut  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (die) Gemüter erregen · (ein) Aufreger sein · (einen) Sturm der Entrüstung auslösen · Kreise ziehen · Wirbel machen · die Wellen der Empörung schlagen hoch · für Aufregung sorgen · hohe Wellen schlagen  ●  Wind machen  fig. · (die) Gemüter erhitzen  ugs. · (die) Nerven liegen blank  ugs. · (jemandes) Blut in Wallung bringen  ugs. · einschlagen wie eine Bombe  ugs.
  • Aufruhr · ↗Volkszorn · allgemeine Empörung
  • (einen) Hass haben auf · ↗aggressiv · ↗aufgebracht · empört · erbost · in Rage · ↗wütend · ↗zornig  ●  (jemandem) gram sein  veraltet · ↗böse  Kindersprache · angepisst  derb · einen Hals haben  ugs. · eingeschnappt  ugs. · erzürnt  geh. · ↗fuchtig  ugs. · ↗geladen  ugs. · in Brast  ugs., regional · in heiligem Zorn  ugs. · ↗indigniert  geh. · ↗pissig  derb · sickig  ugs. · so eine Krawatte haben (+ Geste)  ugs. · so einen Hals haben (+ Geste)  ugs. · ↗stinkig  ugs.
  • also hören Sie mal!  ugs. · entschuldige mal!  ugs. · entschuldigen Sie mal!  ugs. · ich bitte Sie!  ugs. · ich bitte dich!  ugs. · ich darf doch sehr bitten!  ugs. · ich muss doch sehr bitten!  ugs. · sagen Sie mal!  ugs.
  • (die) Wut kriegen · (die) kalte Wut kriegen · (jemanden) packt die Wut · in Rage geraten · in Rage kommen · in Wut geraten · mit der Faust auf den Tisch hauen · mit der Faust auf den Tisch schlagen · sehr aufgebracht sein · sehr erbost sein · sehr erregt sein · sehr wütend sein · sehr zornig sein · wütend werden  ●  (das) kalte Kotzen kriegen  derb · (gleich) Amok laufen (Übertreibung)  ugs. · (jemandem) geht das Messer in der Tasche auf  ugs., fig. · (jemandem) platzt (gleich) der Kragen  ugs. · (jemanden) packt der helle Zorn  geh. · an die Decke gehen  ugs. · auf 180 sein  ugs. · auf hundertachtzig sein  ugs. · böse werden  ugs., Kindersprache · die Platze kriegen  ugs. · hochgehen wie ein HB-Männchen  ugs., veraltet · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · in die Luft fliegen  ugs. · in die Luft gehen  ugs. · kurz vorm Explodieren sein  ugs. · kurz vorm Überkochen sein  ugs. · rasend werden  ugs. · ↗rotsehen  ugs. · ↗zürnen  geh., veraltet
  • Sturm der Entrüstung · Welle der Empörung · öffentliche Empörung
  • Randalationsversuch · Randaleversuch · Randalierversuch
  • Gemütsschwankung(en) · ↗Laune · ↗Stimmung · vorübergehende Gemütsverfassung  ●  ↗Stimmungsschwankung  Hauptform · (ein) Anfall (von)  ugs. · ↗Anwandlung(en)  geh. · ↗Aufwallung  geh. · ↗Kaprice  geh. · ↗Kaprize  geh.
  • Wutanfall · ↗Wutausbruch  ●  ↗Ausraster  ugs. · aggressive Aufwallung  geh.
  • (künstliche) Aufgeregtheit · (ständige) Alarmstimmung · ↗Alarmismus · permanente Alarmbereitschaft

Typische Verbindungen
computergeneriert

anarchisch anarchistisch antiamerikanisch antifaschistisch antikapitalistisch antiklerikal apokalyptisch aufklärerisch didaktisch entladen enzyklopädisch erzählerisch expressionistisch expressiv feministisch fundamentalistisch futuristisch großserbisch losbrechen malerisch missionarisch nationalistisch patriotisch polemisch pädagogisch revolutionär rhythmisch selbstzerstörerisch teutonisch wüten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Furor‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die christliche Rechte sah sich trotz ihres anhaltenden homophoben Furors herausgefordert.
Die Zeit, 01.08.2012, Nr. 31
Der propagandistische Furor hat mit den Jahren gelitten wie die kommunistischen Ideale.
Die Welt, 29.08.2005
Wieder ein Jahrzehnt später, hat sich der formalistische Furor beruhigt.
Süddeutsche Zeitung, 14.10.1995
Im Furor ihrer Mission wird das Mädchen bei Schiller zur grausamen Amazone.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 602
Anarchischer Furor, Schweißbäche, Schmutz und entfesselte Spiellust früherer Zadek-Shakespeare-Kollisionen sind sehr fern.
Der Spiegel, 19.12.1988
Zitationshilfe
„Furor“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Furor>, abgerufen am 16.02.2019.

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