Furz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Furzes · Nominativ Plural: Fürze
Aussprache
eWDG, 1967

Bedeutung

vulgär mit Geräusch abgehende Blähung
Beispiel:
einen Furz (fahren) lassen, machen
übertragen
Beispiele:
einen Furz im Kopf haben, einen Furz gefrühstückt haben (= nicht bei Verstand sein)
scherzhaft hin und her sausen wie ein Furz auf der Gardinenstange (= sehr schnell hin und her sausen)
nichts kann er allein entscheiden, mit jedem Furz (= Kleinigkeit, unbedeutenden Sache) kommt er angelaufen
dieser berühmte Mann braucht nur einen Furz zu lassen (= eine belanglose Äußerung zu tun), und schon steht es in der Zeitung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Furz · farzen · furzen
Furz m. ‘entweichende Blähung’, ahd. furz (11. Jh.), daneben auch firz (Hs. 12. Jh.), mhd. vurz sind Abstrakta zu einem als stark anzusetzenden Verb germ. *fertan, ahd. ferzan (9. Jh.), mhd. verzen, das mit aengl. feorting ‘Furz’, engl. to fart, anord. (mit r-Umsprung) freta ‘furzen’ und mit den außergerm. Bezeugungen aind. párdatē ‘furzt’, griech. pérdesthai (πέρδεσθαι), russ. perdét’ (пердеть) ‘furzen’ auf ie. *perd- ‘laut furzen’ zurückgeht. Eine Lautvariante zu germ. *fertan liegt vor in farzen Vb. mhd. varzen, überwiegend gebräuchlich bis ins 18. Jh. Danach verdrängt durch das ältere, vom Substantiv Furz abgeleitete furzen Vb. ‘flatulieren, eine Blähung entweichen lassen’, md. forzen, ahd. furzen (Hs. 13. Jh.), mhd. vurzen.

Thesaurus

Biologie
Synonymgruppe
Blähung · ↗Flatulenz · ↗Flatus · ↗Winde (nur Plur.)  ●  Leibwind  veraltet · Vapeur  franz., lat. · ↗Darmwind  ugs. · Furz  derb · ↗Pups  ugs. · ↗Pupser  ugs. · ↗Schas  derb, österr. · Schoas  derb, bair.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Geräusch
  • (einen) Wind fahren lassen · Blähungen haben · ↗blähen · flatulieren  ●  einen fahren lassen  ugs. · einen ziehen lassen  ugs. · ↗furzen  ugs. · ↗pupsen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Laterne Weltgeschichte Wind fröhlich gewaltig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Furz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er entscheidet sich fürs Schlafen, nicht ohne vorher einen vernehmlichen Furz abzudrücken.
Süddeutsche Zeitung, 13.09.2002
Mit letzterem ließe sich sagen: aus manchem Furz entstand schon ein gutes Buch, während viele andere nur als solcher bezeichnet werden können.
Der Tagesspiegel, 18.02.2000
Es war nur ein Gedanke, und ich mußte auflachen und ließ einen Furz.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 12
Er hob kurz den Hintern, ließ einen Furz entweichen und aß weiter.
Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 188
Wer Zeuge eines Furzes wird, produziert unweigerlich eine Interpretation dieses Lautes.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 1, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 278
Zitationshilfe
„Furz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Furz>, abgerufen am 24.05.2019.

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