Futteral, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Futterals · Nominativ Plural: Futterale
Aussprache
WorttrennungFut-te-ral (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Futteral‹ als Letztglied: ↗Flötenfutteral · ↗Geigenfutteral · ↗Gewehrfutteral · ↗Lederfutteral · ↗Schirmfutteral
eWDG, 1967

Bedeutung

Hülle oder kleiner Behälter als Schutz für bestimmte Gebrauchsgegenstände
Beispiele:
die Brille ins Futteral legen, stecken
das Fernglas, den Schirm aus dem Futteral herausnehmen
ein Futteral aus Leder, Kunststoff, mit einem aufklappbaren Deckel
Manchmal holen die Musikanten ... ihre Instrumente aus den Futteralen [Kisch1,96]
bildlich
Beispiel:
Sie als Offizier hatten sich nicht selbständig zu machen, Ihren Privatverstand oder das, was Sie Ihr Gefühl nennen, gefälligst im Futteral zu lassen [A. ZweigEinsetzung463]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Futter2 · füttern2 · Futteral
Futter2 n. ‘Unterlegung, Auskleidung’ (meist auf der Innenseite von Textilien, Behältern, doch vgl. auch Türfutter), ahd. fuotar (Hs. 12. Jh.; vgl. fedarfuotar ‘Federbehälter, -büchse’, 8. Jh., bogafuotar ‘schützender Überzug über den Bogen, Bogenfutteral’, 9. Jh.), mhd. vuoter ‘Unterfutter, Futteral, Schwertscheide’, mnd. vōder ‘Unterfutter, Futteral, Besteck-, Brieftasche, Umschlag’, mnl. voeder, aengl. fōþor ‘Hülle, Futteral’, got. fōdr ‘Schwertscheide’ und (aus dem Mnd.) anord. fōðr ‘Futteral, Schwertscheide’ sind wie aind. pā́tram ‘Behälter, Gefäß’ mit dem Suffix ie. -tro- gebildete Instrumentalbezeichnungen zur Wurzel ie. *pō(i)-, *pī- ‘Vieh weiden, hüten’, daraus ‘schützen’, auch ‘durch Bedecken schützen’, zu der auch aind. pā́ti ‘schützt, behütet, bewahrt’, griech. pṓÿ (πῶυ) ‘Herde’, poimḗn (ποιμήν) ‘(Schaf)hirt’, lit. piemuõ ‘Hirt(enknabe)’ gehören. Ausgangsbedeutung für das Germ. ist ‘schützende Hülle, Behälter’. füttern2 Vb. ‘mit einer Auskleidung, Polsterung versehen’, mhd. vuotern, vüetern. Futteral n. ‘Hülle, Etui’ (15. Jh.), gebildet nach mlat. fotrale, einer in Vokabularien des 15. Jhs. bezeugten Ableitung von mlat. fotrum ‘Kapsel, Behälter’, einer Latinisierung von mhd. vuoter bzw. mnd. vōder.

Thesaurus

Synonymgruppe
Etui · Futteral · ↗Hülle
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brille stecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Futteral‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir sehen einen bronzenen Beschlag für das Futteral eines Messers.
Die Zeit, 12.08.2013, Nr. 32
Sie haben längst keinen Inhalt mehr, aber sie gehören nun einmal ins Futteral.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 144
Daneben steckte in einem Futteral ein Pinselchen mit bronzenem Stiel.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22760
Er trägt unter dem Arm ein Futteral aus rotem Saffian.
Hofmannsthal, Hugo von: Der Rosenkavalier. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1911], S. 10843
Die Fronten im historischen Deutungsstreit sind unübersichtlich geworden, die alten emotionalen Futterale scheinen nicht mehr zu passen.
Die Welt, 28.06.2004
Zitationshilfe
„Futteral“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Futteral>, abgerufen am 24.05.2019.

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