Gänze, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gänze · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGän-ze (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben Gesamtheit, Ganzheit
Beispiel:
daß diese Methoden in ihrer Gänze nur noch schwer zu übersehen sind [Dt. Literaturzeitg.1962]
(besonders) süddeutsch, (besonders) österreichisch zur Gänzevollständig, gänzlich
Beispiele:
jmds. Ansprüchen zur Gänze genügen
etw. ist zur Gänze abgeschafft
sein Wirken war zur Gänze dieser Aufgabe gewidmet
Das war beinahe zur Gänze ein Irrtum [MusilMann1099]
Die Priesterschaft sei zum größten Teil, die politische Führerschaft zur Gänze ermordet [WerfelMusa Dagh517]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ganz · ergänzen · Gänze · Ganzheit · gänzlich
ganz Adj. ‘heil, unversehrt, vollständig, gesamt’, Adv. ‘vollkommen, sehr, ziemlich’. Ahd. (8. Jh.), mhd. ganz ‘unverletzt, heil, gesund, vollständig’ ist ein ursprünglich nur hd. Wort, das sich nach Norden hin ausbreitet, vgl. mnd. gans, ganz, mnl. nl. gans (woraus dän. ganske, schwed. ganska). Herkunft nicht sicher geklärt. Wenn man aind. āhanā́ḥ ‘schwellend, strotzend’, ghanáḥ ‘kompakt, fest, hart, dicht’, griech. euthené͞in (εύθενεῖν) ‘gedeihen, fruchtbar sein’, lit. ganà ‘genug’, ganė́ti, aslaw. goněti ‘genügen, hinreichen, zufrieden sein’ heranzieht (vgl. auch den der dt. Bildungsweise nahestehenden Komparativ alit. gandžiaus ‘im Gegenteil, vielmehr, lieber’), so ist Anschluß an ie. *gu̯hen-, *gu̯hon- ‘schwellen, strotzen, üppig, reichlich’ annehmbar. ergänzen Vb. ‘vervollständigen, Fehlendes hinzufügen’ (16. Jh.); vgl. ahd. ganzēn (?) ‘behüten, erretten’ oder ‘gesund sein’ (9. Jh.), irunganzēn ‘verwelken, dahinschwinden’ (10. Jh.), mhd. genzen, mnd. gansen ‘ganz, heil machen’. Gänze f. ‘Gesamtheit, Vollständigkeit, Vollkommenheit’, ahd. genzī (um 1000), mhd. genze ‘Vollständigkeit, Vollkommenheit’. Ganzheit f. mhd. ganzheit. gänzlich Adj. ‘vollständig, völlig’, mhd. ganzlich, genzlich.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besitz Eigentum Sammlung Streubesitz akzeptieren aufheben ausfüllen ausschöpfen begreifen bestreiten decken entfallen erfassen erfüllen erwerben finanzieren fließen kontrollieren umsetzen verschwinden verwerfen verwirklichen voll vollziehen widmen wiedergeben zurücknehmen überlassen übernehmen übertragen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gänze‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gelesen hat er das Werk aber immer noch nicht zur Gänze.
Die Zeit, 26.10.2007, Nr. 44
Hier hat sich jemand zur Gänze den fremden Stil zu eigen gemacht.
Süddeutsche Zeitung, 03.09.2002
Und sind denn in der Tat alle Möglichkeiten erschöpft, das Dasein in seiner Gänze zugänglich zu machen?
Heidegger, Martin: Sein und Zeit, Tübingen: Niemeyer 1986 [1927], S. 229
Werk steigt auf insgesamt 351 Arbeiten an, fast in Gänze nach 1945 von den Druckern Ehrhardt in Dresden gedruckt.
o. A.: Lexikon der Kunst - D. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 21551
Aber immer wirkt auch die Fülle und Gänze der planetarischen Einwirkung auf jede unserer Zellen.
Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 378
Zitationshilfe
„Gänze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gänze>, abgerufen am 17.02.2019.

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