Gärtnerei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gärtnerei · Nominativ Plural: Gärtnereien
Aussprache
WorttrennungGärt-ne-rei
Wortzerlegunggärtnern-ei
Wortbildung mit ›Gärtnerei‹ als Letztglied: ↗Blumengärtnerei · ↗Gemüsegärtnerei · ↗Handelsgärtnerei · ↗Obstgärtnerei · ↗Stadtgärtnerei · ↗Tiergärtnerei
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
Unternehmen, das gewerbsmäßig Gartenbau betreibt
  besonders Anbau von Zierpflanzen, von Pflanzen und Stauden für den Bedarf des Gärtners, von Obst und Gemüse
Beispiele:
Wer seinen Garten einfach nur bepflanzen möchte, erhält beim Pflanzenkauf in einer gut sortierten Gärtnerei sicher genügend Tipps für die eigene Gestaltung. [Süddeutsche Zeitung, 11.07.2014]
Auf dreihundertfünfzigtausend Quadratmetern betrieb er [Burle Marx] hier eine Gärtnerei und eine Baumschule und kultivierte Tausende von Pflanzenarten, die er oft von Exkursionen ins Amazonasgebiet mitbrachte. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2005]
Im zeitigen Frühjahr […] werden die im vergangenen Jahr in Gärtnereien ausgesäten und inzwischen herangewachsenen Jungpflanzen gekauft und in die Balkonkästen gepflanzt. [Reinhardt Höhn, Blumen für den Balkon: Berlin: VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag 1976, S. 41]
In größeren Gärtnereien werden für verschiedene Zwecke ganz verschiedene Kompostarten hergestellt; kräftige und milde, ohne und mit Stallmist. [Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 54]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine städtische Gärtnerei
als Akkusativobjekt: eine Gärtnerei betreiben
in Präpositionalgruppe/-objekt: in einer Gärtnerei arbeiten
in Koordination: Gärtnereien und Baumschulen, Blumengeschäfte
als Genitivattribut: die Gewächshäuser einer Gärtnerei
2.
Gartenarbeit
Beispiele:
Die Gärtnerei wird mitunter als Hobby bezeichnet. Aber anders als etwa Briefmarkensammeln ist sie keine Tätigkeit, die man nach Lust und Laune aufgreifen und dann wieder ruhen lassen kann. [Neue Zürcher Zeitung, 13.07.2007]
Daß die Viktorianer gesunde, organische Methoden der Gärtnerei betrieben, ist eine Legende. Sie spritzten mit Schwefel, Cyanid, Nikotin, Strychnin, und zwar fast alle Pflanzen. [Die Zeit, 16.07.1998, Nr. 30]
Henry gefiel die Gärtnerei. Er fragte, ob ich nicht auch Lust hätte, hier als Gärtner oder Tierwärter zu arbeiten. [Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 98]
Die erste Frage ist, welchen Anteil die Urproduktion (Land- und Forstwirtschaft, Gärtnerei usw.) an der Gesamtbevölkerung noch habe. [Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 386]
Kollokation:
als Akkusativobjekt: Gärtnerei betreiben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Garten · Gärtner · Gärtnerei · gärtnerisch · Gartenbau
Garten m. ‘umzäuntes kleineres Stück Land zum Anbau von Nutz- und Zierpflanzen’. Das schwach flektierte Maskulinum ahd. garto (8. Jh.), mhd. garte übernimmt, beginnend im 15. Jh., auslautendes -n aus den obliquen Kasus in den Nominativ, so daß nhd. Garten entsteht. Entsprechende Formen sind asächs. gardo ‘Garten’, mnd. gārde, afries. garda, got. garda ‘Hürde’ (germ *gardōn). Daneben steht das stark flektierte Maskulinum ahd. gart ‘Garten, Kreis’ (9. Jh.) mit seinen Entsprechungen asächs. gard, mnd. gā̌rt, aengl. geard ‘Umfriedung’, engl. yard ‘umfriedeter Platz’, anord. garðr ‘Zaun, Hof’, schwed. gård, got. gards ‘Haus, Familie, Hof’ (germ. *garda-). Es ist nicht mit Sicherheit zu entscheiden, ob die germ. Formen direkt auf die Wurzel ie. *g̑her-, *gher- ‘greifen, fassen, um-, einfassen, einzäunen’ zurückzuführen sind, die wohl auch in aind. hárati ‘nimmt, bringt, holt herbei’ vorliegt, oder aber auf eine Wurzelerweiterung ie. *g̑herdh- bzw. *gherdh- ‘umfassen, umzäunen, umgürten’. Im ersten Falle läge ein ie. *ghortós ‘eingezäunter Ort’ zugrunde, und die germ. Formen wären enger mit griech. chórtos (χόρτος) ‘eingehegter Platz, Hof, Weideplatz’, lat. hortus ‘Garten als eingezäunter Ort’ (wozu mit Ablaut und anderer Stammbildung lat. cohors, Genitiv cohortis, ‘Kohorte, Schar, Gefolge’, eigentlich ‘eingezäunter Hofraum, Viehhof’) verwandt. Im zweiten Fall gehören nhd. Garten und seine germ. Parallelen enger zu aind. gṛháḥ ‘Haus’, lit. gar̃das ‘Hürde, Pferch’, aslaw. gradъ ‘Burg, Stadt, Garten’, russ. górod (город) ‘Stadt’, tschech. hrad ‘Burg, Schloß’ (vgl. tschech. Hradčany, dt. Hradschin, Stadtteil und Burgbezirk von Prag) und innerhalb des Germ. zur Wortgruppe von ↗gürten (s. d.). Auch hier wäre eine ursprüngliche Bedeutung ‘eingezäunter Ort’ anzusetzen. Gärtner m. ‘wer Pflanzen hegt, Gartenbau ausübt’, ahd. gartāri (8. Jh.; vom starken Mask. gart) neben jüngerem gartināri (9./10. Jh.), mhd. gart(e)nære, gertner. Gärtnerei f. ‘Gartenbau(betrieb)’ (17. Jh.). gärtnerisch Adj. (Anfang 18. Jh.). Gartenbau m. ‘Anbau und Züchtung von Nutz- und Zierpflanzen auf meist kleineren Flächen’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autowerkstatt Bauernhof Baumschule Blumengeschäft Blumenladen Brand Buchbinderei Bäckerei Café Druckerei Friedhof Garten Gartencenter Gelände Gewächshaus Inhaber Landwirtschaft Metzgerei Park Pflanze Schlosserei Schneiderei Schreinerei Treibhaus Werkstätte Wäscherei benachbart ehemalig städtisch züchten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gärtnerei‹.

Zitationshilfe
„Gärtnerei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gärtnerei>, abgerufen am 19.10.2019.

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