Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gönner, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gönners · Nominativ Plural: Gönner
Aussprache 
Worttrennung Gön-ner (computergeneriert)
Wortzerlegung gönnen -er
Wortbildung  mit ›Gönner‹ als Erstglied: Gönnerin · Gönnermiene · Gönnertum · gönnerhaft · gönnerisch
 ·  mit ›Gönner‹ als Letztglied: Kunstgönner  ·  mit ›Gönner‹ als Grundform: Gönnerschaft
eWDG

Bedeutung

jmd., der jmdm. durch Taten seine Gunst, sein Wohlwollen zeigt, der jmdn. wohlwollend unterstützt
Beispiele:
er hat, besitzt einflussreiche Gönner
sie hat einen reichen Gönner
er war der Günstling eines hohen Gönners
etw. mit der Miene eines Gönners sagen
sich als Gönner aufspielen
ein Gönner der schönen Künste, der Bauwerke unserer Stadt, unseres Tierparkes
Als vollendet war das Lied, / Überschickte seinem Gönner / Der Poet das Manuskript [ Heine1,366]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gönnen · Gönner · gönnerhaft · Gönnermiene
gönnen Vb. ‘wohlwollend, neidlos zugestehen, zukommen lassen’. Das seit dem 16. Jh., vereinzelt schon im 14. Jh. auch im Präsens schwach flektierte Verb gehört ursprünglich zu den Präteritopräsentia; ahd. giunnan (9. Jh.), asächs. aengl. giunnan, mhd. gunnen, günnen (auch ‘gewähren, gestatten’, jetzt durch vergönnen repräsentiert), mnd. günnen, mnl. nl. gunnen ‘gönnen’ sind verstärkende Präfixbildungen (ahd. gi-, s. ge-) zu gleichbed. ahd. (9. Jh.), asächs. aengl. unnan, mnl. onnen, anord. unna ‘lieben, gönnen’, schwed. unna ‘gönnen’. Die Herkunft ist nicht sicher geklärt. Wenn tiefstufiges germ. *unn- als Assimilation aus germ. *unz- anzusehen ist und sich mit griech. prosēnḗs (προσηνής) ‘freundlich, gütig’, apēnḗs (ἀπηνής) ‘hart, unfreundlich’ vergleichen läßt (sofern der zweite Wortteil aus *-ανσής), wäre eine Wurzel ie. *ans- ‘wohlgeneigt, günstig sein’ zu erschließen, wozu auch ahd. anst ‘Wohlwollen, Dank, Gnade, Gunst’ (8. Jh.), mhd. anst ‘Wohlwollen’, got. ansts, auch ‘Freude’ (germ. *ansti-). Verbalabstraktum zu gönnen ist Gunst (s. d.). Gönner m. ‘wer jmdn. wohlwollend unterstützt, Wohltäter, Förderer’, mhd. gunner, günner ‘Freund, Anhänger’, Nomen agentis zum Verb. gönnerhaft Adj. ‘herablassend’ (2. Hälfte 18. Jh.), stets in abschätzigem Sinne. Gönnermiene f. ‘selbstgefälliger Gesichtsausdruck’ (Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Freund und Förderer · Förderer · Gönner · Impresario · Mäzen · Sponsor
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Gönner · Schenkender · Schenker · Zuwendender
Ökonomie
Synonymgruppe
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Gönner‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gönner‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gönner‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur ihr Marktwert sicherte ihnen ständige Aufträge von Gönnern wie Verlegern. [Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 7647]
Aber du schlemmst nur gar zu gern bei deinen reichen Gönnern. [Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 934]
Wenig später überredete er seine vom Sturm der Massen bedrohten Gönner zur Flucht im Hubschrauber. [Die Zeit, 16.12.1999, Nr. 51]
Außerdem hätte wahrscheinlich kein Gönner Geld in sein Denken investiert. [Die Zeit, 12.09.1997, Nr. 38]
Mit dem Tod seines Gönners gingen die Zeiten selbstherrlichen Forschens zu Ende. [Die Zeit, 13.02.2012, Nr. 07]
Zitationshilfe
„Gönner“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/G%C3%B6nner>.

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