Gönnermiene
GrammatikSubstantiv
WorttrennungGön-ner-mie-ne (computergeneriert)
WortzerlegungGönnerMiene
eWDG, 1969

Bedeutung

scherzhaft
Beispiele:
eine Gönnermiene aufsetzen
etw. mit Gönnermiene sagen
jmdm. etw. mit Gönnermiene geben
mit der Gönnermiene eines spanischen Granden [KasackStadt68]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gönnen · Gönner · gönnerhaft · Gönnermiene
gönnen Vb. ‘wohlwollend, neidlos zugestehen, zukommen lassen’. Das seit dem 16. Jh., vereinzelt schon im 14. Jh. auch im Präsens schwach flektierte Verb gehört ursprünglich zu den Präteritopräsentia; ahd. giunnan (9. Jh.), asächs. aengl. giunnan, mhd. gunnen, günnen (auch ‘gewähren, gestatten’, jetzt durch vergönnen repräsentiert), mnd. günnen, mnl. nl. gunnen ‘gönnen’ sind verstärkende Präfixbildungen (ahd. gi-, s. ↗ge-) zu gleichbed. ahd. (9. Jh.), asächs. aengl. unnan, mnl. onnen, anord. unna ‘lieben, gönnen’, schwed. unna ‘gönnen’. Die Herkunft ist nicht sicher geklärt. Wenn tiefstufiges germ. *unn- als Assimilation aus germ. *unz- anzusehen ist und sich mit griech. prosēnḗs (προσηνής) ‘freundlich, gütig’, apēnḗs (ἀπηνής) ‘hart, unfreundlich’ vergleichen läßt (sofern der zweite Wortteil aus *-ανσής), wäre eine Wurzel ie. *ans- ‘wohlgeneigt, günstig sein’ zu erschließen, wozu auch ahd. anst ‘Wohlwollen, Dank, Gnade, Gunst’ (8. Jh.), mhd. anst ‘Wohlwollen’, got. ansts, auch ‘Freude’ (germ. *ansti-). Verbalabstraktum zu gönnen ist ↗Gunst (s. d.). Gönner m. ‘wer jmdn. wohlwollend unterstützt, Wohltäter, Förderer’, mhd. gunner, günner ‘Freund, Anhänger’, Nomen agentis zum Verb. gönnerhaft Adj. ‘herablassend’ (2. Hälfte 18. Jh.), stets in abschätzigem Sinne. Gönnermiene f. ‘selbstgefälliger Gesichtsausdruck’ (Anfang 19. Jh.).
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die CSU erteilte Kohl intern gute Zensuren, freilich mit ziemlich verletzender Gönnermiene.
Die Zeit, 05.02.1979, Nr. 06
Nie wird aktualisiert oder mit besserwisserischer Gönnermiene »hinterfragt«, kaum je wird irgendetwas in dieser Vita geheimnisträgerisch interessant gemacht.
Die Zeit, 03.08.2005, Nr. 31
Man nimmt das mit der alten Kulturnationen eigenen Gönnermiene zur Kenntnis und denkt sich sein Teil, was die vermutete Stillosigkeit der Amerikaner auch in solchen Sachen angeht.
Süddeutsche Zeitung, 20.09.1999
Zu Pittchen sprach er mit Gönnermiene:
Viebig, Clara: Das Weiberdorf, Briedel u. Mosel: Houben 1996 [1900], S. 55
Es in Worten haben (auch mit dem Zusatz: wie das Eichhörnchen im Schwanz) sagt man von einem, der mit hoher Gönnermiene in beredten, schönen Worten etwas verspricht, worauf nicht zu bauen ist, dessen ganze Stärke also die Worte sind, wie die Stärke des Eichhörnchens der Schwanz.
Röhrich, Lutz: Wort. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 6872
Zitationshilfe
„Gönnermiene“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gönnermiene>, abgerufen am 14.12.2017.

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