Göre, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Göre · Nominativ Plural: Gören
WorttrennungGö-re
Wortbildung mit ›Göre‹ als Letztglied: ↗Lausegöre · ↗Rotzgöre
eWDG, 1969

Bedeutung

norddeutsch, berlinisch
1.
scherzhaft kleines Kind
Beispiele:
sie hat mehrere Gören zu Haus
er spielte mit der (niedlichen, kleinen) Göre
Wie gut, daß die Gören nach Warschau evakuiert worden waren [GrassBlechtrommel184]
mit blonden Haarschnecken, wie sie von den Gören bei uns zu Hause getragen werden [Weiskopf4,287]
2.
abwertend unartiges Kind, besonders Mädchen, Range
Beispiele:
sie benahm sich wie eine (freche, alberne) Göre
Berliner Gören
als hätte hier eine dumme Göre ein paar Tausend […] Soldaten ins Gesicht geschlagen und angespien [WelkHoher Befehl107]
»Gören!« sagte er mit einem zärtlichen Schmunzeln [TralowKepler121]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gör · Göre
Gör n. Göre f. (berlin. Jöhre) scherzhaft ‘kleines Kind’, geringschätzig ‘unartiges oder lebhaftes Kind’, stammt aus dem Nd. und ist seit dem 17. Jh. belegt. Die Herkunft ist ungeklärt. Es handelt sich vielleicht um eine Bildung zu einem Adjektiv, das in rhein. gor ‘gering, armselig’ erhalten und in der Ableitung ahd. gōrag (9. Jh.), mhd. gōrec ‘gering, armselig’ überliefert ist, so daß Gör(e) eigentlich als ‘kleines, armseliges Wesen’ zu deuten ist.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dame Mundwerk frech frühreif golden keck kess pubertierend reich rothaarig rotzfrech trotzig verwöhnt verzogen vorlaut

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Göre‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie haben kaum Platz genommen, da beginnen die Gören zu quengeln.
Bild, 23.02.2006
Sie beschimpft die Tochter und spürt doch schuldbewusst, dass sie das Mädchen nicht mehr länger als kleine, lästige Göre abtun kann.
Süddeutsche Zeitung, 07.08.2003
Auch Madonna bat um Songs, er ignorierte sie als einfältige Göre.
Die Welt, 21.10.2005
Und dann wird sie um Verständnis für die missratenen Gören werben: Sie diskutieren halt gern.
Die Zeit, 17.09.2003, Nr. 38
Kratzbürstig, schnodderig und fix macht diese Göre Männer an und Frauen nieder.
Süddeutsche Zeitung, 27.04.1998
Zitationshilfe
„Göre“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Göre>, abgerufen am 15.12.2018.

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