Götterdämmerung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungGöt-ter-däm-me-rung (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

Untergang der Götter und Weltbrand in der germanischen Sage
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dämmerung · dämmern · Dämmer · dämmerig · dämmrig · Götterdämmerung
Dämmerung f. ‘Halbdunkel kurz nach Untergang oder vor Aufgang der Sonne’, seit Mitte des 18. Jhs. auch ‘schwaches, gedämpftes Licht’, ahd. themarunga (11. Jh.), mhd. demerunge, wohl abgeleitet (zur Möglichkeit denominativer -ung-Bildungen in älterer Zeit vgl. Henzen Wortbildung ³179 und Kurth in: PBB (H) 78 (1956) 310 f.) von dem früh untergegangenen gleichbed. Substantiv ahd. themar n. (9. Jh.), wozu noch mhd. gedemer n. neben demere f. Die Substantivbildungen sind verwandt mit asächs. thim ‘dunkel’, ahd. thinstar (8. Jh.; auch ahd. finstar, s. ↗finster), mnl. deemster ‘finster’ und wohl auch nhd. ↗diesig (s. d.); sie gehören wie aind. támaḥ, lat. tenebrae, air. temel, aslaw. tьma, russ. t’ma (тьма) ‘Finsternis, Dunkel’, lat. temere ‘blindlings’ zur Wortgruppe der Wurzel ie. *tem(ə)- ‘dunkel’. Nicht direkt an ahd. themar anzuschließen, sondern vielleicht zu (als deverbative Ableitung aufgefaßtem?) Dämmerung gebildet ist das erst in der 1. Hälfte des 17. Jhs. nachweisbare dämmern Vb. ‘allmählich hell oder dunkel werden’ (übertragen von Erkenntnissen, Erinnerungen ‘hervortreten, Gestalt annehmen’, 18. Jh.), das seinerseits Grundlage wird für das postverbale, nicht mit ahd. themar identische Substantiv Dämmer m. n. ‘Dämmerung’ (70er Jahre des 18. Jhs., wie Dämmerung und dämmern häufig in der Dichtung des Sturm und Drang und der Empfindsamkeit) und für dämmerig, dämmrig Adj. ‘halbdunkel’ (Mitte 18. Jh., die heute ungebräuchlichen älteren Formen dämmericht und dämmerlich, beide 17. Jh., verdrängend). Götterdämmerung f. ‘Untergang der Götter und Weltbrand’ (nach der germanischen Mythologie), durch Wagners Operntitel (1853) bekannt gewordene, zuerst bei Denis (1772) vorkommende Übersetzung von anord. ragnarøkkr (anord. røkkr ‘Dunkel’), einer in der Lokasenna und in der Prosa-Edda belegten Umdeutung von anord. ragnarǫk Plur. ‘Götterschicksal’ (anord. regin ‘Götter, Beratende’, rǫk ‘Grund, Verlauf, Schicksal’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Apokalypse · Ende der Welt · Götterdämmerung · ↗Offenbarung · ↗Ragnarök · Tag des jüngsten Gerichts · ↗Weltende · ↗Weltuntergang
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und in der "Götterdämmerung" (Teil 4) berichtet er vom Untergang der Götter.
Bild, 08.08.2001
Hoffentlich kommt bis dahin niemand auf die Idee, die "Götterdämmerung" politisch umzusetzen.
Süddeutsche Zeitung, 23.12.2000
Was in diesen Werken aber noch fast unverbunden nebeneinander steht, verdichtet sich in der "Götterdämmerung" zu einem unlösbaren Gewebe.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 245
In der Götterdämmerung sagen die Drei Siegfried den Tod voraus.
Fath, Rolf: Rollen - F. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 15946
Dann klingt verhalten und feierlich der Trauermarsch aus der "Götterdämmerung" auf.
o. A.: Staatsakt im Ulmer Rathaus für Generalfeldmarschall Erwin Rommel, 18.10.1944
Zitationshilfe
„Götterdämmerung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Götterdämmerung>, abgerufen am 21.02.2019.

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