Göttin, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Göttin · Nominativ Plural: Göttinnen
Aussprache
WorttrennungGöt-tin (computergeneriert)
WortzerlegungGott-in
Wortbildung mit ›Göttin‹ als Letztglied: ↗Friedensgöttin · ↗Glücksgöttin · ↗Liebesgöttin · ↗Mondgöttin · ↗Rachegöttin · ↗Ruhmesgöttin · ↗Schicksalsgöttin · ↗Schutzgöttin · ↗Sexgöttin · ↗Siegesgöttin
eWDG, 1969

Bedeutung

weiblicher Gott in vielen nichtchristlichen Religionen
Beispiele:
die germanischen, griechischen Göttinnen
den Beistand der Göttin erflehen
die Göttin der Weisheit, des häuslichen Herdes
umkränzt von den Worten »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit« thronte die Göttin der Freiheit [Feuchtw.Narrenweisheit369]
Die Hoffnung nenn' ich meine Göttin noch [SchillerWallenst. TodV 4]
ich bin Hammonia, / Hamburgs beschützende Göttin [HeineWintermärchen2,482]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gott · Göttin · vergöttern · Gottheit · göttlich · Gottesdienst · Gottesfurcht · gottesfürchtig · Gotteshaus · gottlob · gottlos · Gottlosigkeit
Gott m. (in polytheistischen Religionen) übermenschliches, (in monotheistischen Religionen) höchstes, übernatürliches Wesen, von dem sich der religiöse Mensch seinem Glauben gemäß abhängig fühlt, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. got, asächs. aengl. engl. mnl. nl. god, anord. goð, guð, schwed. gud, got. guþ weisen auf germ. *guða- ‘Gott, Gottheit’, im Plur. ‘Schicksalsmächte’, das als Neutr. für männliche und weibliche Gottheiten gilt. Unter christlichem Einfluß wird das Genus mask., und das Substantiv bezeichnet im gesamten germ. Sprachbereich den ‘Christengott’. Die Herkunft ist nicht sicher geklärt. Allgemein führt man germ. *guða- auf ein mit -to- gebildetes Part. Perf. ie. *g̑hū̌to- ‘angerufen’, zur Wurzel ie. *g̑hau-, *g̑hau̯ə- ‘rufen, anrufen’, zurück, so daß die substantivierte Form ie. *g̑hū̌tom als ‘das (durch Zauberwort) angerufene oder berufene Wesen’ zu deuten wäre; vgl. dazu aind. hávatē ‘ruft (an, herbei)’, hūtá- ‘angerufen, herbeigerufen’, puruhūtá- ‘von vielen angerufen’ (als Beiname Indras in den Veden), griech. kauchā́sthai (καυχᾶσθαι) ‘sich rühmen, prahlen’, air. guth ‘Stimme’, gall.-lat. gutuater ‘gallischer Priester’, wohl aus *g̑hutupətēr ‘Vater (d. h. Meister) des Anrufs (an Gott)’, lit. žavė́ti, lett. zavēt ‘zaubern’, aslaw. zъvati, russ. zvat’ (звать) ‘rufen’. Eine andere Deutung knüpft germ. *guða- als ‘das (Wesen), dem geopfert wird’ an die Wurzel ie. *g̑heu- (s. ↗gießen) an, mit einem im Germ. allerdings nicht belegten Bezug auf das Trankopfer. Göttin f. ‘weibliche Gottheit’, ahd. gutin, gutinna (um 1000), mhd. gotinne, gotin, gotīn, seit dem 14. Jh. umgelautet göt(t)in. vergöttern Vb. ‘zu einem Gott, göttlich machen, wie einen Gott behandeln, hoch verehren’ (17. Jh.), Präfixbildung zu frühnhd. göttern, gottern ‘Gott weihen’ (16. Jh., Luther ‘göttlich machen, göttliche Art verleihen’); daneben frühnhd. gotten, götten ‘vergöttlichen, ein Gott werden, zu einem Gott erklären’, mhd. goten und frühnhd. vergotten ‘zu einem Gott machen, göttliche Verehrung erweisen’, mhd. vergoten ‘göttlich machen, in Gott verwandeln’; Ableitungen vom Substantiv. Gottheit f. ‘als Gott verehrtes Wesen, Göttlichkeit, Gott’, ahd. got(a)heit (um 1000), mhd. got(e)heit, mnd. gothēt, mnl. godheit, nl. godheid, aengl. godhād, engl. godhead. göttlich Adj. ‘Gott betreffend, von Gott kommend, einem Gott ähnlich, herrlich, wunderbar’, ahd. got(a)līh (8. Jh.), mhd. got(e)lich, göt(e)lich, göttelich, mnd. gȫdelīk, mnl. god(d)elijc, nl. goddelijk, aengl. godlic, engl. godly, anord. guðligr. Gottesdienst m. ‘gemeinsame Verehrung Gottes durch die Gemeinde, Anbetung Gottes’, mhd. gotsdienst, Zusammenrückung aus der schon ahd. bezeugten Genitivverbindung zi gotes thionōste (9. Jh.). Gottesfurcht f. ‘Ehrfurcht vor Gott’ (Ende 15. Jh.), Zusammenrückung der seit ahd. Zeit als Übersetzung von lat. timor deī bestehenden Genitivverbindung gotes forhta (um 1000). gottesfürchtig Adj. ‘von Ehrfurcht vor Gott erfüllt’ (17. Jh.), älter mhd. gotevorhtec; vgl. ahd. gotafor(a)htal (9. Jh.). Gotteshaus n. ‘Kirchengebäude, Tempel’, ahd. goteshūs (Hs. 12. Jh.), mhd. gothūs, got(e)shūs, frühnhd. Gothaus, im 17. Jh. Gotteshaus; vgl. die Genitivverbindung ahd. gotes hūs (9. Jh.) und got. gudhūs. gottlob Interjektion Ausruf der Erleichterung; aus Fügungen wie ahd. gilobōt sī got (um 1000), mhd. dem gote sī lop, nhd. Gott sei Lob (16. Jh.) entwickelt sich die Kurzform mhd. gote lop, zusammengerückt mhd. gotelop, -lob. gottlos Adj. ‘Gott leugnend, nicht achtend, ruchlos’, mhd. gotlōs (vereinzelt), geläufig seit Anfang des 16. Jhs.; vgl. anord. goðlauss, got. gudalaus; Gottlosigkeit f. (1. Hälfte 16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ackerbau Athene Barmherzigkeit Fruchtbarkeit Geschlechtsleben Göttin Heiligtum Jagd Juno Kali Morgenröte Nymphe Priesterin Statue Tempel Unterwelt Venus Weisheit altägyptisch antik geflügelt germanisch griechisch heidnisch jungfräulich keusch launisch römisch thronend verehren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Göttin‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Angeblich zeigt sich dann die Göttin kurz, doch man weiß nicht, an welchem Fenster.
Die Zeit, 24.06.1977, Nr. 26
Sobald aber ihn der Genius überwältigte, erhob er sie zur Göttin.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 674
Man besaß das aus Tiefen aufgestiegene Bild der greisen Göttin.
Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 106
Auch meine schöne Dame war gekommen, anzuschauen wie eine Göttin.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18498
Wer weiß, vielleicht macht mich das auch zu einer Göttin, aus dem Schaum geboren!
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 187
Zitationshilfe
„Göttin“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Göttin>, abgerufen am 16.10.2019.

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