Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Götze, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Götzen · Nominativ Plural: Götzen
Aussprache 
Worttrennung Göt-ze
Wortbildung  mit ›Götze‹ als Erstglied: Götzenaltar · Götzenanbeter · Götzenbild · Götzendiener · Götzendienst · Götzenpriester · Götzentum · Götzenverehrung · götzenhaft
eWDG

Bedeutung

heidnische Gottheit
Beispiele:
ein toter, gemalter, geschnitzter, heidnischer, fremder, falscher Götze
ein Götze aus Holz
dieses Bild stellt einen Götzen dar
viele fremde Stämme haben noch Götzen
Götzen verehren
seine Götzen verbrennen
zu Götzen beten
ein Tempel mit Götzen
abwertend, übertragen etw. ist jmds. Götzejmd. liebt etw. kritiklos
Beispiele:
das Geld ist ihr Götze
es gibt für sie … kein Streben und nicht jenen seltsamen Götzen der Entwicklung und des Fortschritts, an den die Hausbesitzer so verzweifelt glauben [ HesseNarziß5,199]
Nachdem ich zehen bittre Jahre lang / Dem Götzen ihrer Eitelkeit geopfert [ SchillerStuartII 8]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Götze · Götzenbild · Götzendiener · Götzendienst
Götze m. ‘Wesen, das als Gottheit verehrt wird, Abgott und seine bildliche Darstellung’. Das Wort ist eine Kurz- und Koseform von Gottfried, gebildet mit einem an den ersten Teil zweigliedriger Personennamen antretenden Suffix ahd. -(i)zo; vgl. Heinz, Hinz, Kunz neben Heinrich, Konrad. Die affektische Kurzform Götz(e) wird seit dem 15. Jh. appellativisch im Sinne von ‘Dummkopf, Schwächling’, aber auch, als Koseform von Gott verstanden, im Sinne von ‘Heiligenbild, Bildwerk’ (14. Jh.) gebraucht. In Luthers Sprache erhält der Ausdruck (1520) die Bedeutung ‘falscher Gott, Abgott’. – Götzenbild n. ‘Abgott in bildlicher Darstellung’ (16. Jh.). Noch nicht bei Luther; das Kompositum breitet sich erst seit dem 17. Jh. stärker aus, als Götze seine Bedeutung ‘Bildwerk’ weitgehend einbüßt. Götzendiener m. Götzendienst m. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abgott · Idol · falscher Gott  ●  Götze  abwertend · Götzenbild  abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Götze‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Götze‹.

Verwendungsbeispiele für ›Götze‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und die Minister mit ihren Zylindern, die um den Tisch herumsitzen, wackeln so komisch wie chinesische Götzen. [Schlögel, Karl: Petersburg, München Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 458]
Für die alten Götzen, die es zu stürzen unternahm, habe ich wenigstens auch keine eingebildete Kraft mehr übrig. [Overbeck, Franz: Selbstbekenntnisse. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1903], S. 39081]
Was macht Politik, was macht Kapital mit Kunst? Wer schafft heute die Götzen? [Die Zeit, 25.06.2012, Nr. 25]
Vor allem wie weit Götze mit seinen 18 Jahren schon ist. [Die Zeit, 18.11.2010 (online)]
Und wenn Gott »tot« ist, hat man wenigstens einen Götzen. [Die Zeit, 27.05.1983, Nr. 22]
Zitationshilfe
„Götze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/G%C3%B6tze>.

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