Götze, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Götzen · Nominativ Plural: Götzen
Aussprache
WorttrennungGöt-ze
Wortbildung mit ›Götze‹ als Erstglied: ↗Götzenaltar · ↗Götzenbild · ↗Götzendiener · ↗Götzendienst · ↗Götzenpriester · ↗Götzentum · ↗Götzenverehrung · ↗götzenhaft
eWDG, 1969

Bedeutung

heidnische Gottheit
Beispiele:
ein toter, gemalter, geschnitzter, heidnischer, fremder, falscher Götze
ein Götze aus Holz
dieses Bild stellt einen Götzen dar
viele fremde Stämme haben noch Götzen
Götzen verehren
seine Götzen verbrennen
zu Götzen beten
ein Tempel mit Götzen
abwertend, übertragen etw. ist jmds. Götzejmd. liebt etw. kritiklos
Beispiele:
das Geld ist ihr Götze
es gibt für sie ... kein Streben und nicht jenen seltsamen Götzen der Entwicklung und des Fortschritts, an den die Hausbesitzer so verzweifelt glauben [HesseNarziß5,199]
Nachdem ich zehen bittre Jahre lang / Dem Götzen ihrer Eitelkeit geopfert [SchillerStuartII 8]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Götze · Götzenbild · Götzendiener · Götzendienst
Götze m. ‘Wesen, das als Gottheit verehrt wird, Abgott und seine bildliche Darstellung’. Das Wort ist eine Kurz- und Koseform von Gottfried, gebildet mit einem an den ersten Teil zweigliedriger Personennamen antretenden Suffix ahd. -(i)zo; vgl. Heinz, Hinz, Kunz neben Heinrich, Konrad. Die affektische Kurzform Götz(e) wird seit dem 15. Jh. appellativisch im Sinne von ‘Dummkopf, Schwächling’, aber auch, als Koseform von Gott verstanden, im Sinne von ‘Heiligenbild, Bildwerk’ (14. Jh.) gebraucht. In Luthers Sprache erhält der Ausdruck (1520) die Bedeutung ‘falscher Gott, Abgott’. Götzenbild n. ‘Abgott in bildlicher Darstellung’ (16. Jh.). Noch nicht bei Luther; das Kompositum breitet sich erst seit dem 17. Jh. stärker aus, als Götze seine Bedeutung ‘Bildwerk’ weitgehend einbüßt. Götzendiener m. Götzendienst m. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abgott · ↗Idol · falscher Gott  ●  Götze  abwertend · ↗Götzenbild  abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anbetung Fetisch Gegenwart Gott Idol Sockel anbeten erheben falsch golden heidnisch huldigen modern opfern steinern stürzen verehren verletzt zertrümmern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Götze‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und die Minister mit ihren Zylindern, die um den Tisch herumsitzen, wackeln so komisch wie chinesische Götzen.
Schlögel, Karl: Petersburg, München Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 458
Für die alten Götzen, die es zu stürzen unternahm, habe ich wenigstens auch keine eingebildete Kraft mehr übrig.
Overbeck, Franz: Selbstbekenntnisse. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1903], S. 39081
Sie hatten schon vor dem alten Reich seltsam fahle, makabre Zeichen und Götzen.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 207
Mit den Götzen werden am Tage Jahwes auch die Propheten aus dem Lande getrieben.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. III, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 397
Im Gegenteil, sie stilisierten den subjektlosen Grund des neuen Herrschaftssystems, die Weltmaschine des Kapitals, zum säkularen Götzen.
Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 93
Zitationshilfe
„Götze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Götze>, abgerufen am 25.03.2019.

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