Gültigkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gültigkeit · Nominativ Plural: Gültigkeiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGül-tig-keit (computergeneriert)
Wortzerlegunggültig-keit
Wortbildung mit ›Gültigkeit‹ als Erstglied: ↗Gültigkeitsbereich · ↗Gültigkeitsdauer
eWDG, 1969

Bedeutung

das Gültigsein
Beispiele:
Gültigkeit besitzen, bezweifeln, haben, verlieren
die Gültigkeit der Fahrkarte, des Passes, der Genehmigung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gelten · Gült · Gülte · gültig · Gültigkeit · entgelten · Entgelt · unentgeltlich · vergelten · Vergeltung · gelt1 · gell(e)
gelten Vb. ‘wert sein, einen bestimmten Wert haben, gültig sein, Gültigkeit haben, angesehen, gehalten werden (für), bestimmt sein (für)’, ahd. geltan ‘(zurück)zahlen, entschädigen, opfern, wert sein’ (8. Jh.), mhd. gelten (auch ‘Einkünfte bringen’), asächs. geldan, mnd. gelden, mnl. ghelden ‘zahlen, lohnen, vergelten’, nl. gelden, afries. gelda, aengl. gieldan ‘(be)zahlen, verehren, opfern, strafen’, engl. to yield ‘als Ertrag geben, hervorbringen, ergeben, einbringen’, anord. gjalda ‘bezahlen, vergelten’, got. fragildan, usgildan ‘vergelten, erstatten’ führen auf germ. *geldan ‘erstatten, entrichten’ (zuerst auf Opferhandlungen bezogen). Diesem entsprechen aslaw. žlědǫ, žladǫ ‘zahle ab, vergelte’, aruss. želedu ‘zahle, büße’. Falls die slaw. Formen nicht aus dem Germ. entlehnt sind (was Vasmer 1, 415 für unwahrscheinlich hält), läßt sich ein nicht weiter verfolgbarer Ansatz ie. *gheldh- rechtfertigen. Mit gelten sind verwandt ↗Geld, ↗Gilde (s. d.) sowie (ablautend) Gült, Gülte f. südd. ‘Abgabe, Zins, Grundstücksertrag, Grundschuld’, schweiz. ‘Grundschuldverschreibung’, mhd. gülte ‘Schuld, Zahlung, Einkommen, Rente, Zins, Wert, Preis’, und davon abgeleitet (semantisch zunehmend von gelten beeinflußt) gültig Adj. ‘geltend, in Gebrauch befindlich, amtlich anerkannt, wirksam’, mhd. gültic ‘im Preis stehend, teuer, zu zahlen verpflichtet’, Gültigkeit f. (15. Jh.). entgelten Vb. ‘bezahlen, vergüten, entschädigen, büßen’, ahd. in(t)geltan (9. Jh.), mhd. en(t)gelten ‘für etw. zahlen, büßen’, dazu Entgelt n. ‘Lohn, Bezahlung, Vergütung für eine Arbeit oder für aufgewandte Mühe’ (15. Jh.) und unentgeltlich Adj. ‘ohne Entgelt, kostenlos, umsonst’ (um 1500). vergelten Vb. ‘vergüten, entgelten, lohnen, heimzahlen’, ahd. firgeltan (um 800), mhd. vergelten ‘zurückzahlen, zurückerstatten, heimzahlen’; Vergeltung f. ‘das Vergelten, Rache, Strafe’, ahd. firgeltunga ‘Geldzahlung für erwiesene Dienste’ (Hs. 12. Jh.), mnd. vergeldinge (1507; mhd. nicht nachgewiesen). gelt1, auch gell(e), Interjektion eine besonders im Südd., Südwestd. und Md. übliche formelhafte Äußerung, mit der man sich der Zustimmung eines anderen vergewissern will, im Sinne von ‘nicht wahr?, ja?’, spätmhd. gelte ‘es möge gelten’, eigentlich 3. Pers. Sing. Konj. Präs. von gelten, möglicherweise zuerst als Bekräftigung bei Wett- und Vertragsabschlüssen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gültigkeit · ↗Validität
Assoziationen
  • Lehre von Methoden zum Umgang mit quantitativen Informationen · ↗Statistik

Typische Verbindungen
computergeneriert

Benes-Dekret Gegenzeichnung Landtagswahl Patientenverfügung Referendum Ungültigkeit Weihe Zahlungsmittel Zuverlässigkeit allgemein anfechten anzweifeln beanspruchen behalten besitzen bleibend einbüßen eingeschränkt erlangen ewig fortdauernd objektiv unbedingt uneingeschränkt universal universell verlieren zeitlos überprüfen überzeitlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gültigkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Gültigkeit seiner Überlegungen - darauf kommt es an - hängt also nicht vom Stand der technischen Entwicklung ab.
Der Tagesspiegel, 09.06.2000
Mit einer Entscheidung über die Gültigkeit der Wahl ist erst in mehreren Monaten zu rechnen.
Süddeutsche Zeitung, 08.02.2000
Psychologische Gültigkeit ist zwar notwendig, aber nicht hinreichend, um einen Test auch als logisch gültig anzuerkennen.
Lienert, Gustav A.: Testaufbau und Testanalyse, Weinheim: Beltz 1961, S. 247
Dieses Moment muß Gültigkeit haben, wenn überhaupt etwas gelten soll.
Lindström, V.: A priori. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 22505
Über die Gültigkeit der erschlossenen Formen herrscht nun aber keineswegs Übereinstimmung.
Franke, Herbert: Sinologie, Bern: A. Francke 1953, S. 44
Zitationshilfe
„Gültigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gültigkeit>, abgerufen am 08.12.2019.

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