Günstling, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Günstlings · Nominativ Plural: Günstlinge
Aussprache
WorttrennungGünst-ling
WortzerlegungGunst-ling
Wortbildung mit ›Günstling‹ als Erstglied: ↗Günstlingswirtschaft
eWDG, 1969

Bedeutung

abwertend bevorzugte, in Gunst stehende Person
Beispiel:
in dieser Zeit des Personalabbaus hatte er [der Personalchef] Günstlinge eingestellt [FalladaKleiner Mann299]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gunst · günstig · begünstigen · Günstling · Mißgunst · Ungunst · ungünstig
Gunst f. ‘Wohlwollen, Gewogenheit’. Das nur im Dt. und Nl. bezeugte Substantiv mhd. mnd. gunst ‘Gewogenheit, Wohlwollen, Einwilligung, Erlaubnis’, mnl. gonst, gunst, jonst, gonste, nl. gunst ist Verbalabstraktum mit st-Formans zu dem unter ↗gönnen (s. d.) behandelten Verb; vgl. unpräfigiertes ahd. unst ‘Wohlwollen, Dank, Gnadengabe, Erlaubnis’ (9. Jh., abunst ‘Mißgunst, Neid’, 9. Jh.). In der Fügung zu jmds. Gunsten ‘zu jmds. Vorteil’ (15. Jh.) handelt es sich um einen alten, erstarrten Dativ Plur. günstig Adj. ‘wohlgesinnt, wohlwollend, vorteilhaft, passend’, mhd. günstic ‘wohlwollend, gewogen’. begünstigen Vb. ‘bevorzugen, fördern’ (1. Hälfte 16. Jh.). Günstling m. ‘wer bevorzugt wird, in Gunst steht’, gegen Ende des 17. Jhs. aufkommende Verdeutschung von frz. favori, ital. favorito (s. ↗Favorit). Mißgunst f. ‘das Mißgönnen, Neid’ (16. Jh.). Ungunst f. ‘das Ungünstigsein, Unwillen’, vor allem in der Fügung zu jmds. Ungunsten ‘zu jmds. Nachteil’, mhd. ungunst ‘Nichtbegünstigung, Mißgunst, Mißgeschick’, mnd. ungunst, nl. ongunst. ungünstig Adj. ‘nachteilig, schlecht’, mhd. ungunstec, ungunstic ‘mißgünstig, übelwollend, unglücklich’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Favorit · Günstling · ↗Liebling · ↗Protegé · ↗Schützling
Assoziationen
Synonymgruppe
Bettgenosse · ↗Beziehung · ↗Freund · Geliebter · ↗Gespiele · Günstling · ↗Hausfreund · Mann ihres Herzens · ↗Verhältnis · ständiger Begleiter  ●  ↗Kavalier  ironisch, veraltet · ↗Liebhaber  Hauptform · ↗Lover  engl. · ↗Beschäler  derb · Boyfriend  ugs., engl. · ↗Galan  geh., veraltet, ironisch · ↗Kerl  ugs., salopp · ↗Stecher  vulg.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Clique Diktator Funktionär Fürst Glück Herrscher Hof Höfling Kaiser König Königin Machthaber Mond Mächtiger Regime Schicksal Vertrauter Verwandter Vorgänger Zarin allmächtig aufsteigen besetzen einstig hieven jeweilig scharen umgeben verteilen zuschanzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Günstling‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sind Sie davor gefeit, Günstlinge in der Klasse zu haben?
Süddeutsche Zeitung, 12.03.2003
Die Herren, die um sie herumliegen, sind augenblicklich ihre Günstlinge.
Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964
Vielleicht steht er auch auf der Liste der Handwerker und Günstlinge?
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 441
Er rekrutiere seine Minister unter seinen Günstlingen und entlasse sie nach Belieben.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1962]
Ob er den Weibern zugänglich sei oder sich von Günstlingen leiten lasse?
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 411
Zitationshilfe
„Günstling“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Günstling>, abgerufen am 20.05.2019.

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