Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gürtel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gürtels · Nominativ Plural: Gürtel
Aussprache 
Worttrennung Gür-tel (computergeneriert)
eWDG

Bedeutungen

1.
festes Band oder Riemen, die um Taille oder Hüfte getragen werden
Beispiele:
ein breiter, schmaler, lederner, geflochtener, gestickter, verzierter Gürtel
den Gürtel umbinden, umschnallen, abnehmen, öffnen
den Gürtel enger, weiter machen
ihr Mantel wird durch einen Gürtel zusammengehalten
ein einfacher Gürtel hielt seine geflickte Hose
er trug gewaltige Pistolen im Gürtel
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichden Gürtel enger schnallen (= sich einschränken, sparen)
2.
übertragen streifenartige Zone, die etw. umgibt
Beispiele:
der Gürtel von Grünflächen und Parks um die Altstadt
die subtropischen Gürtel der Erde
am nächsten Tag zog sich rings um Tottenburg ein Gürtel aus roten Zelten und ein zweiter, engerer Gürtel aus schwarzen Kanonen [ KusenbergNicht zu glauben109]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gürten · Gürtel · Gurt · Gürtler · Gürtelrose
gürten Vb. ‘einen Gurt, Gürtel umlegen, umschnallen’, ahd. gurten (9. Jh.), mhd. gürten, gurten, mnd. görden, mnl. nl. gorden, aengl. gyrdan, engl. to gird, anord. gyrða (germ. *gurdjan) stehen ablautend zum starken (sekundär?) Verb got. bigaírdan ‘umgürten’ (germ. *gerdan) und gehören zu einer Dentalerweiterung ie. *g̑herdh- bzw. *gherdh- ‘umfassen, umzäunen, umgürten’ der unter Garten (s. d. weitere Verwandte) angegebenen Wurzel ie. *g̑her-, *gher- ‘greifen, fassen, um-, einfassen, einzäunen’. Gürtel m. ‘um Taille oder Hüfte getragenes Band zum Festhalten der Kleidung’, ahd. gurtil (8. Jh.), gurtila (11. Jh.), mhd. gürtel, mnd. gördel, gordel, mnl. gordel, gurdel, nl. gordel, aengl. gyrdel, engl. girdle, anord. gyrðill, schwed. gördel, gebildet mit dem mask. Suffix für Gerätebezeichnungen germ. -ila-. Vgl. daneben (mit anderer Bildungsweise) got. gaírda, anord. gjǫrð ‘Gürtel’. Gurt m. ‘Band aus festem Gewebe oder Leder zum Halten, Tragen, Ziehen, Gürtel’, mhd. gurt, aus dem Verb rückgebildet. Gürtler m. ‘Hersteller von Gürteln und Gürtelschnallen’, mhd. gürtelære. Gürtelrose f. ‘sich wie ein Gürtel um die Leibesmitte herum ausdehnende infektiöse Entzündung der Haut’ (19. Jh.); s. Rose.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gürtel · Koppel (Uniform)  ●  Gurt  schweiz.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Gürtel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gürtel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gürtel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch ihre Kraft reichte nicht aus, den Gürtel zu durchschneiden. [Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 189]
Ich hatte gerade zwei Löcher in meinen Gürtel bohren wollen, das tat ich jetzt. [Seghers, Anna: Transit, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1943], S. 8]
So etwas würden wir dann immer an unseren Gürteln mit uns herumtragen. [C't, 2000, Nr. 4]
Vorerst heißt es aber für viele, den Gürtel enger zu schnallen. [Die Zeit, 26.09.1997, Nr. 40]
Man stand dicht um den Tisch, die Hände über dem Gürtel gefaltet. [Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 629]
Zitationshilfe
„Gürtel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/G%C3%BCrtel>.

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