Gabe, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gabe · Nominativ Plural: Gaben
Aussprache
WorttrennungGa-be (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Gabe‹ als Erstglied: ↗Gabentisch  ·  mit ›Gabe‹ als Letztglied: ↗Auffassungsgabe · ↗Beigabe · ↗Beobachtungsgabe · ↗Dichtergabe · ↗Draufgabe · ↗Dreingabe · ↗Ehrengabe · ↗Einfühlungsgabe · ↗Erzählergabe · ↗Festgabe · ↗Gegengabe · ↗Geistesgabe · ↗Gottesgabe · ↗Hochzeitsgabe · ↗Kombinationsgabe · ↗Leihgabe · ↗Liebesgabe · ↗Maßgabe · ↗Morgengabe · ↗Opfergabe · ↗Rednergabe · ↗Rückgabe · ↗Weihegabe · ↗Weihgabe · ↗Weihnachtsgabe · ↗Wiegengabe
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. Gegebenes
a)
gehoben Geschenk
Beispiele:
eine kostbare Gabe
eine Gabe spenden
jmdn. mit einer Gabe bedenken
zum Weihnachtsfest gab es allerlei schöne Gaben
als Jubiläumsgeschenk erhielten sie eine ganz besondere Gabe
bildlich
Beispiel:
Gaben über jmdn. ausschütten (= jmdn. reich beschenken)
übertragen
Beispiele:
eine (gute) Gabe des Himmels
Er spielt recht schön ... das ist so eine Gabe Gottes [EichendorffTaugenichts3,36]
b)
Almosen, Spende
Beispiele:
eine kleine Gabe
ich bitte um eine milde Gabe
c)
Dosis, bestimmte Menge
Beispiele:
der Arzt, der das Morphium verabreichen wollte, erkundigte sich nach der gewohnten Gabe
zu einer bestimmten Zeit bekommt der Boden eine Gabe Stalldünger
2.
das Geben, Verabreichen
Beispiele:
die Wirkung des Medikaments ist schon nach einmaliger Gabe feststellbar
durch kostenlose Gabe von Vitamin D konnte die Rachitis als Volkskrankheit praktisch beseitigt werden
3.
gehoben Begabung, Talent
Beispiele:
eine besondere, seltene, ungewöhnliche Gabe
ein Kind mit guten Gaben
er hatte die Gabe der Rede
Ihm schenkte des Gesanges Gabe, / Der Lieder süßen Mund Apoll [SchillerKraniche]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gabe · begabt · hochbegabt · Begabung
Gabe f. ‘Geschenk, bestimmte Menge, Begabung, Talent’, ahd. gāba (9. Jh.), mhd. gābe, mnd. mnl. gāve, nl. gave, anord. gāfa gehören wie die Vertreter der im Nhd. untergegangenen Bildung ahd. geba (8. Jh.), mhd. gebe, asächs. geҍa, aengl. giefu, anord. gjǫf, got. giba (germ. *gebō) zu dem unter ↗geben (s. d.) behandelten Verb. Beide Formen sind jedoch in ihrer Bedeutung unterschieden, indem mhd. gābe vorwiegend das Ergebnis des Schenkens, das ‘Geschenk’ bezeichnet, mhd. gebe dagegen die Handlung des Gebens, das ‘Schenken’ hervorhebt. Schon mhd. gābe bezeichnet auch die Eigenschaft, womit einer ausgestattet (begabt, s. unten) ist, also ‘Begabung, Talent’. Gabe als ‘das, was gegeben wird’ steht schließlich im Sinne von milde Gabe für ‘Almosen, Spende’, in Wendungen wie die gewohnte Gabe (an Medikamenten) verabreichen für ‘Portion, Dosis’. begabt Part.adj. ‘talentiert, mit guten Anlagen, Geistesgaben ausgestattet’; eigentl. Part. Prät. zu heute unüblichem begaben ‘mit Gaben ausstatten, beschenken’, dem mhd. begāben vorangeht, das im 13. Jh. zuerst in der Rechtssprache (‘letztwillig bedenken, mit Vorrechten ausstatten’) auftritt, im 14. Jh. von der Mystik auf die Gnadengaben Gottes bezogen wird, wohl unter Einfluß von kirchenlat. dōtātus (vgl. frz. doué, engl. gifted, nl. begaaft, dän. begavet). Über den religiösen Bereich hinaus entwickelt sich begabt zum Ausdruck für jede Ausstattung mit Geistesgaben oder sonstigen guten Anlagen; dazu hochbegabt Adj. (16. Jh.). Begabung f. ‘Befähigung, Anlage, Talent’, vom 14. Jh. an vor allem ein Ausdruck der Rechtssprache für ‘Schenkung, Stiftung, Beschenkung, Vorrechte’, seit dem 18. Jh., der Bedeutung des Adjektivs folgend, auf geistige und gute körperliche Anlagen übertragen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dotierung · ↗Schenkung · ↗Stiftung
Synonymgruppe
Anlage · ↗Begabung · ↗Fähigkeit · ↗Talent
Oberbegriffe
  • psychologische Eigenschaft
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (an jemandem ist ...) verloren gegangen · (das) Zeug zu (...) haben · hätte (gut / ohne weiteres ...) werden können
Antonyme
Synonymgruppe
Almosen · ↗Armengeld · ↗Gnadenbrot · Gnadengeschenk · ↗Obolus · ↗Spende · ↗Zuwendung · milde Gabe  ●  ↗Scherflein  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Aufmerksamkeit · ↗Geschenk · ↗Präsent  ●  ↗Mitbringsel  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antibiotika Gabe Geber Gegengabe Hellsicht Hormonen Prophetie Selbstironie Vitamin Weissagung angeborene besitzt besondere darbringen freiwillige generöse gesegnet großzügige göttliche hellseherische kostbare köstliche milde mildtätige natürliche prophetische reichen seherischen seltene wertvolle

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DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie verbannten die unwillkommene Gabe in den entferntesten Winkel des Hauses.
Der Tagesspiegel, 14.05.2000
Wenn es einmal schwierig wird, hat sie die Gabe, die richtigen Worte zu finden.
Die Welt, 04.10.1999
Sie leben dann nicht zuletzt von den Gaben der Anhänger.
Heine, Peter: Volksglaube. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 9278
Aber dann brachte ich jene südländische Gabe auf, mich schnell dreinzufinden.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 195
Wer ein humaner Mann ist, schenkt auch eine solche Gabe nicht weiter.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 10127
Zitationshilfe
„Gabe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gabe>, abgerufen am 22.10.2017.

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