Gabel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gabel · Nominativ Plural: Gabeln
Aussprache
WorttrennungGa-bel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Gabel‹ als Erstglied: ↗Gabelarbeit · ↗Gabelbein · ↗Gabelbissen · ↗Gabelbock · ↗Gabeldeichsel · ↗Gabelfrühstück · ↗Gabelhirsch · ↗Gabelstapler · ↗Gabelweihe · ↗Gabelwender · ↗gabelartig · ↗gabelförmig · ↗gabelig · ↗gablig
 ·  mit ›Gabel‹ als Letztglied: ↗Astgabel · ↗Bratengabel · ↗Brikettgabel · ↗Deichselgabel · ↗Dessertgabel · ↗Dunggabel · ↗Essgabel · ↗Federgabel · ↗Fischgabel · ↗Fleischgabel · ↗Grabegabel · ↗Heugabel · ↗Holzgabel · ↗Horngabel · ↗Kartoffelgabel · ↗Kohlengabel · ↗Koksgabel · ↗Kuchengabel · ↗Mistgabel · ↗Riemengabel · ↗Rübengabel · ↗Salatgabel · ↗Steingabel · ↗Stimmgabel · ↗Streugabel · ↗Stützgabel · ↗Telefongabel · ↗Tranchiergabel · ↗Vorlegegabel · ↗Weggabel · ↗Zweiggabel
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Gerät, das an einem Stiel zwei oder mehrere Zinken hat und mit dem man etw. aufhebt
a)
kleines Gerät zum Essen und Vorlegen der Speisen
Beispiele:
etw. auf die Gabel nehmen, mit der Gabel zerkleinern
Fleisch mit der Gabel anstechen
mit Messer und Gabel essen
scherzhaft die fünfzinkige GabelHand
Beispiel:
er aß das Kotelett mit der fünfzinkigen Gabel
b)
größeres Gerät in Landwirtschaft und Bergbau
Beispiele:
das Heu, Stroh mit der Gabel aufstecken
Mist mit der Gabel aufnehmen
eine Gabel für Kohlen, Steine
2.
übertragen Dinge, die einer Gabel äußerlich ähnlich sind
a)
Beispiele:
das Rohr ruht in einer Gabel (= das Rohr ruht in einer Stütze, die sich in zwei Arme teilt)
der Schnee lag in den Gabeln der Bäume (= der Schnee lag in den Verzweigungen der Bäume)
der Pfad bildet eine Gabel (= teilt sich in zwei Pfade)
b)
Vorrichtung zur Aufnahme des Telefonhörers
Beispiele:
den Telefonhörer von der Gabel nehmen
den Hörer auf die Gabel legen, in die Gabel fallen lassen
Mit einem Finger hättest du die Gabel herunterdrücken können [SchallückReineke155]
c)
gabelförmiger Teil des Fahrrades, zwischen dem das Rad befestigt ist
Beispiel:
die Gabel ist gebrochen
d)
Deichsel des Einspänners
Beispiel:
er trug ihm auf, das Pferd in die Gabel zu spannen
e)
Jägersprache eine Geweihstange, die nur zwei Enden hat
Beispiel:
beim Elch ist die Form der Gabeln meist ungleichartig
3.
Schach gleichzeitiger Angriff eines Bauern auf zwei Figuren
Beispiel:
So zieh' / Ich in die Gabel [LessingNathanII 1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gabel · gabeln · Gabelung · aufgabeln · Gabelfrühstück · Gabelstapler · Gabler
Gabel f. ‘zwei- oder mehrzinkiges Gerät zum Essen und zum Heben und Wenden in der Landwirtschaft’, übertragen auf verschiedene Dinge, die einer Gabel ähnlich sind. Das westgerm. Wort ahd. gabala ‘zwei- oder mehrzinkige Gabel’ (9. Jh.), mhd. gabel(e), asächs. gaƀala, gaflia ‘Gabel’, mnd. gaffel(e) ‘große hölzerne oder eiserne Gabel, Kornforke’, mnl. gaffel(e), gavel(e), nl. gaffel ‘Heu-, Mistgabel’ (s. ↗Gaffel), aengl. gafol, geafol ‘Gabel, Forke’ (germ. *gablō) führt mit den kelt. Verwandten air. gabul ‘gegabelter Ast, Gabel, Gabelungspunkt der Schenkel’, kymr. gafl, bret. gavl, gaol (aus dieser kelt. Gruppe ist lat. gabalus ‘gabelförmiger Galgen’ entlehnt) auf ie. *ghabh(o)lo-, -lā ‘Astgabel, Gabelung, Gabel’. In der Frühzeit ist die Gabel ein starker, gegabelter Ast, der zu verschiedenen Arbeiten in der Landwirtschaft Verwendung findet und der später im Gefolge des Handels mit den Römern durch die eiserne Gabel (s. ↗Forke) ersetzt wird; vgl. ahd. gart-, īsarn-, mistgabala. Die Gabel als Tischgerät begegnet zufrühst in Konstantinopel, findet bald darauf an italienischen Höfen Verwendung und verbreitet sich von dort in Europa. Sie dient zunächst zum Vorlegen der Speisen, gegen Ende des Mittelalters wird sie in beschränktem Umfange auch zum Essen verwendet; allgemein vertraut mit ihr wird man erst im 17. Jh. gabeln Vb. ‘(Heu) mit der Gabel auf- oder abladen’ (15. Jh.), ‘mit der Gabel essen’ (17. Jh.); reflexive Verwendung ‘sich verzweigen’ zuerst im Bergbau (von Gängen) und in der Geographie (von Flüssen); dazu Gabelung f. ‘Abzweigung, Teilung in zwei oder mehrere Arme’ (1. Hälfte 19. Jh.). aufgabeln Vb. ‘auf eine Gabel spießen, entdecken, finden’ (17. Jh.). Gabelfrühstück n. ‘reichhaltiges, Fleisch enthaltendes zweites Frühstück’ (1. Hälfte 19. Jh.), nach gleichbed. frz. déjeuner à la fourchette. Gabelstapler m. ‘kleines Fahrzeug mit einer gabelartigen Vorrichtung zum Fassen, Heben und Befördern von Lasten’ (Mitte 20. Jh.). Gabler m. ‘Hirsch, Elch, Rehbock mit zwei Enden an jeder Stange’ (Anfang 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gabel  ●  ↗Forke  ugs., salopp
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Frühstücksgabel · kleine Gabel

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bissen Federbein Fischbesteck Gabel Heu Hörer Lenker Löffel Messer Serviette Telefonhörer Teller Zink Zinke beiseitelegen essen gefedert herumstochern hineinstechen knallen spießen stechen verbiegen verbogen verspeisen weglegen zerdrücken zerkleinern zerteilen zweizinkig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gabel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da fällt einem doch fast die Gabel aus der Hand.
Der Tagesspiegel, 29.09.2000
Frau S., bei der wir uns zu entschuldigen versuchen, knallt den Hörer auf die Gabel.
Süddeutsche Zeitung, 06.10.1995
Diese Arbeit ist nur ratsam bei einer nicht zu stark verzogenen Gabel.
Van der Plas, Rob: Das Fahrrad, Ravensburg: Maier 1989, S. 122
Niemals sollen mehr als drei Gabeln gleichzeitig auf dem Tisch liegen.
Eichler, Lillian: So oder so? In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 18790
Die schon erhobene Gabel senkte sich auf den Teller zurück.
Ball, Hugo: Flammetti. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 4888
Zitationshilfe
„Gabel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gabel>, abgerufen am 21.02.2019.

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