Gaffer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gaffers · Nominativ Plural: Gaffer
Aussprache
WorttrennungGaf-fer
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp, abwertend müßiger, neugieriger Zuschauer
Beispiele:
vor der Tribüne stand eine Schar von Gaffern
die Gaffer warten darauf, Beifall zu klatschen [HagelstangeSpielball19]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gaffen · vergaffen · Gaffer
gaffen Vb. ‘neugierig starren’, mhd. gaffen, mnd. nd. mnl. gāpen ‘den Mund (staunend) aufsperren, mit offenem Munde (voll Verwunderung) sehen’ (vgl. ahd. geffida ‘Betrachtung’, 10./11. Jh.), nl. gapen ‘den Mund aufmachen, gähnen, gaffen, klaffen’, anord. gapa ‘den Mund aufmachen, schreien’ (woraus engl. to gape ‘gähnen, starren, offenstehen’). Vgl. anord. gap ‘gähnende Öffnung, Schrei, Ruf’ und wohl hier anzuschließendes ↗jappen, ↗japsen ‘mit offenem Mund nach Luft schnappen’ (s. d.), mhd. kapfen ‘verwundert schauen’. Verwandtschaft mit griech. cháskein (χάσκειν) ‘gähnen, klaffen’ und der Wortgruppe von ↗gähnen (s. d.) ist wahrscheinlich. vergaffen Vb. reflexiv ‘sich verlieben’, spätmhd. vergaffen ‘sich in starres Anschauen verlieren’. Gaffer m. ‘neugieriger Zuschauer’ (Anfang 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Chef-Elektriker für die Beleuchtung · Chefbeleuchter · Gaffer (Film)
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Neugieriger · Schaulustiger · Umstehender · ↗Zaungast  ●  Gaffer  ugs. · ↗Maulaffe  ugs., abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Maulaffen feilhalten · dastehen und nichts tun · den anderen beim Arbeiten zusehen · untätig dabeistehen (und glotzen) · untätig danebenstehen (und zugucken) · untätig zusehen  ●  (dasitzen und) Löcher in die Luft starren  fig. · ↗(untätig) herumstehen  Hauptform · dastehen und Löcher in die Luft starren  fig. · (sich) die Beine in den Bauch stehen  ugs., fig. · ↗dabeistehen (und Däumchen drehen)  ugs.
  • Spanner · ↗Voyeur
  • neugierig · schaubegierig · schaugierig · ↗schaulustig · sensationssüchtig  ●  ↗voyeuristisch  abwertend, fig.
  • aufregungssüchtig · ↗effekthascherisch · ↗sensationsgierig · ↗sensationshungrig · ↗sensationslüstern  ●  ↗reißerisch  Hauptform · ↗sensationsgeil  ugs.
  • (unbeteiligter) Zuschauer · Gaffer · Unbeteiligter · nicht auf der Gästeliste (stehen) · nicht eingeladen · ungebetener Gast  ●  nicht geladener Gast  Hauptform · ↗Zaungast  ugs.
  • (erst einmal) nichts zu sagen wissen · (sehr) erstaunt sein · ↗(sich) wundern · ↗angaffen · aus dem Staunen nicht mehr herauskommen · ↗bestaunen · ↗bewundern · kaum glauben wollen (was man sieht) · kaum glauben wollen (was man zu hören bekommt) · mit offenem Mund dastehen · nicht schlecht staunen (Verstärkung) · seinen Augen nicht trauen (wollen) · seinen Ohren nicht trauen (wollen) · ↗staunen · verwundert anstarren  ●  (den) Mund nicht mehr zubekommen  ugs. · (jemanden) anstarren wie ein Wesen vom anderen Stern  ugs., variabel · (jemanden) anstarren wie einen Marsmenschen  ugs. · Bauklötze staunen (Verstärkung)  ugs. · Glotzaugen machen  ugs. · Kulleraugen machen  ugs. · doof gucken  ugs. · große Augen machen  ugs. · gucken wie ein Auto  ugs., veraltend · wer beschreibt mein Erstaunen (als)  geh., literarisch, variabel, veraltend, floskelhaft
Synonymgruppe
(unbeteiligter) Zuschauer · Gaffer · Unbeteiligter · nicht auf der Gästeliste (stehen) · nicht eingeladen · ungebetener Gast  ●  nicht geladener Gast  Hauptform · ↗Zaungast  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Neugieriger · Schaulustiger · Umstehender · ↗Zaungast  ●  Gaffer  ugs. · ↗Maulaffe  ugs., abwertend
  • (sich) (irgendwo) nicht mehr blicken lassen können · nicht (mehr) gern gesehen · nicht (mehr) gerngesehen · nicht willkommen · unerbeten · ↗unerwünscht · ↗ungebeten · ungern gesehen · ↗ungewollt · ungewünscht · ↗unwillkommen  ●  ↗Persona ingrata  geh., lat. · ↗Persona non grata  geh. · auf der schwarzen Liste (stehen)  ugs., fig. · das fünfte Rad am Wagen  ugs. · fünftes Rad am Wagen  ugs. · in Ungnade gefallen  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bußgeld Hundert Schar Schaulustige dringen drängen müßig neugierig vertreiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gaffer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er brüllt unverständliche Worte zu den 19 Meter tiefer stehenden Gaffern.
Bild, 03.04.1999
Nur leider, mit nichts als Moral in der Hand kommt man keinem Gaffer bei.
Süddeutsche Zeitung, 04.01.1994
Etliche Gaffer standen davor, als könnten die begierigen Augen klafterdicke Mauern durchdringen.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 395
Er hatte die Arme ausgestreckt und forderte die Passanten - und Gaffer - auf weiterzugehen.
C't, 2001, Nr. 6
Die Gruppe der Gaffer glotzte ihm nach, und Helene eilte, in weiter Ferne schon, mit schwingenden Röcken davon und verschwand hinter einer Buchsbaumhecke.
Widmer, Urs: Das Buch des Vaters, Zürich: Diogenes 2004, S. 47
Zitationshilfe
„Gaffer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gaffer>, abgerufen am 25.03.2019.

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