Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gallerte, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gallerte · Nominativ Plural: Gallerten
Worttrennung Gal-ler-te
Wortbildung  mit ›Gallerte‹ als Erstglied: Gallertalge · Gallertflechte · Gallertkern · Gallertmasse · gallertartig · gallertig
 ·  mit ›Gallerte‹ als Letztglied: Knochengallert · Leimgallert
Herkunft zu gelūlat (auch gelum, ‑uslat) ‘Eis(kälte), Frost’
eWDG

Bedeutung

gekochter, konzentrierter Saft von Fleisch, Knochen oder anderen leimgebenden Materien, der abgekühlt zu einer halbsteifen, leicht zitternden Masse erstarrt ist
Beispiel:
die Gallerte der Sülze
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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gallert · Gallerte · gallertartig
Gallert n. Gallerte f. ‘zu einer halbsteifen Masse erstarrte konzentrierte Brühe’. Aus mhd. galreide, galrei (13. Jh., vgl. mnd. galrēide, galrede) entwickeln sich im älteren Nhd. zahlreiche, meist landschaftlich begrenzt geltende Varianten wie Galrei(de), Galrede, Galrad, Gallart, Galhart. Im 18. Jh. setzt sich die von Adelung gebuchte, seit dem 17. Jh. nachzuweisende obsächs. Form Gallerte f. (mit Betonung auf der ersten, doch auch, besonders öst., auf der zweiten Silbe) durch, neben der heute Gallert n. (früher auch m., ebenfalls zuerst md. im 17. Jh.) üblich ist. Das mhd. Substantiv geht letztlich auf lat. gelū (auch gelum, gelus) ‘Eis(kälte), Frost’ zurück, schließt sich aber wohl nicht (wie Gelee, Gelatine, s. d.) an das Denominativum lat. gelāre ‘gefrieren, gerinnen’, sondern eher an einen im Roman. bezeugten Ableitungstypus an, der in aprov. gelaria, galareia ‘Sülze’ und in älteren obital. Formen wie geleria, zelaria ‘Gallert’ begegnet (danach zunächst mhd. galrei, wovon galreide weitergebildet?). Mlat. gelatria, geladia beruhen vielleicht erst auf junger Latinisierung. Vgl. hierzu FEW 4, 89 f. und ¹DWB 4, 1, 1, 1192 ff. gallertartig Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gallert · Gallerte · Gelatine · Gelee

Verwendungsbeispiele für ›Gallerte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Außenschicht der kleinen Samen quillt bei Feuchtigkeit zu einer klebrigen Gallerte auf. [Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen – Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 113]
Die Lösungen erstarren in der Kälte zu einer klaren Gallerte. [Sandermann, Wilhelm: Grundlagen der Chemie und chemischen Technologie des Holzes, Leipzig: Geest & Portig 1956, S. 415]
Die starren Augen erinnerten an Gallerte mit einem kostbaren winzigen Stück Trüffel. [Die Zeit, 11.03.1966, Nr. 11]
Er ergreift ein ganzes Gestell mit Reagenzgläschen, hält es gegen das Licht, so daß wir ihren Inhalt sehen, eine durchsichtige Gallerte. [Welt und Wissen, 1932, Nr. 2, Bd. 21]
Ihr Körper besteht aus einer überaus wasserreichen Gallerte, so daß eine verhältnismäßig geringe Kraftleistung dazu gehört, ihn schwebend zu halten. [Hesse, Richard: Der Tierkörper als selbständiger Organismus, Leipzig u. a.: B. G. Teubner 1910, S. 169]
Zitationshilfe
„Gallerte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gallerte>.

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