Galopp, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Galopps · Nominativ Plural: Galoppe/Galopps
WorttrennungGa-lopp
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Galopp‹ als Erstglied: ↗Galoppade · ↗Galoppbahn · ↗Galopprennbahn · ↗Galopprennen · ↗Galopprhythmus · ↗Galoppsport · ↗galoppartig
 ·  mit ›Galopp‹ als Letztglied: ↗Aufgalopp · ↗Handgalopp · ↗Kontergalopp · ↗Linksgalopp · ↗Pferdegalopp · ↗Probegalopp · ↗Rechtsgalopp · ↗Schweinsgalopp
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Lauf in Sprüngen, besonders von Pferden
Beispiele:
im scharfen, sausenden, kurzen, leichten, ruhigen Galopp
im Galopp davonjagen, davonreiten, vorwärtssprengen
er ritt im Galopp
das Pferd setzte sich in Galopp
in vollem Galopp herankommen
der gestreckte Galopp
Galopp anschlagen
in Galopp fallen, übergehen
der Tiger setzte in federndem Galopp über alle Hindernisse hinweg
das geht ja wie im Galopp (= sehr schnell)
salopp, bildlich
Beispiele:
dich hat wohl der Esel im Galopp verloren? (= was bist du denn eigentlich für einer?)
jmd. ist im Galopp durch die Kinderstube geritten (= hat keine gute Erziehung gehabt)
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlich nun ging's los im Galopp (= in großer Eile)
salopp es geht mit ihm im Galopp zu Ende (= er muß bald sterben)
2.
Gesellschaftstanz im Zweivierteltakt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Galopp · galoppieren · vergaloppieren
Galopp m. ‘aus Sprungbewegungen bestehende Gangart beim Tier’ (besonders beim Pferd). Galoppo wird Mitte des 16. Jhs. von gleichbed. ital. galoppo übernommen, das aus afrz. galop, walop (einer Rückbildung aus galoper, waloper, s. unten) entlehnt ist; die heutige Form setzt sich im 17. Jh. während des Dreißigjährigen Krieges unter Einfluß von frz. galop durch. galoppieren Vb. ‘im Galopp laufen, reiten’, im 16. Jh. aus gleichbed. ital. galoppare entlehnt, das auf afrz. galoper, waloper ‘galoppieren’ zurückgeht, dem wiederum anfrk. *wala hlaupan ‘gut springen’ zugrunde liegen könnte (s. ↗wohl und ↗laufen; vgl. auch mnl. lōpen ‘springen, galoppieren’). Knobloch in: Symbolae linguisticae in honorem Georgii Kurilowicz (1965) 173 f. erschließt dagegen mit guten Gründen (vgl. auch Knobloch in: Sprachdienst (1991) 55) als Ausgangsform germ. *walhlaup- ‘das Laufen, Springen, Stürmen auf bzw. über den Kampfplatz’ (vgl. ahd. wal ‘Kampfplatz’, s. ↗Walstatt). Die älteren Formen mhd. galopieren, kalopieren, walopieren, walapieren ‘galoppieren’ und mhd. walap ‘Galopp’ werden mit der Verbreitung französischer ritterlicher Kultur und Reitkunst in höfischer Zeit (um 1200) unmittelbar aus gleichbed. afrz. galoper, waloper bzw. galop, walop entlehnt, geraten aber mit dem Verfall des Rittertums in Vergessenheit. Die umgangssprachliche Wendung galoppierende Schwindsucht ‘letztes, schnell zum Tode führendes Stadium der Lungentuberkulose’ kommt um 1800 auf. vergaloppieren Vb. reflexiv ‘in die Irre geraten, zu falschen, vorschnellen Schlüssen kommen’ (18. Jh.), vgl. gleichbed. nl. zich vergaloppeeren.
Zitationshilfe
„Galopp“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Galopp>, abgerufen am 26.05.2019.

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