Gamelle, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gamelle · Nominativ Plural: Gamellen
Aussprache [gaˈmɛlə]
Worttrennung Ga-mel-le

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [oft historisch, CH ] transportables Kochgeschirr
  2. 2. [selten] [CH ] ⟨alte Gamelle⟩
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutungen

1.
oft historisch, CH transportables Kochgeschirr   früher besonders für Soldaten im Feld
siehe auch Henkelmann
Beispiele:
Mit viel Freude erzähltest du uns öfters von eurer Hochzeitsreise mit der eigenen Vespa. Die Reise führte quer durch die Schweiz – im Gepäck eine Gamelle, einen Kocher und Besteck. [Bote der Urschweiz, 11.12.2020]
Auf der Speisekarte finden sich etwa eine Militärkäseschnitte, Gehacktes mit Hörnli aus der Gamelle und wortwörtlich eine Extrawurst. [Luzerner Zeitung, 11.10.2019]
Die Geschichte der »Soldatenschüssel« reicht nicht ganz soweit zurück wie vermutet. Schweizer Wehrmänner mussten lange ohne dieses nützliche Accessoire auskommen, denn erst 1875 wurde die »Runde Gamelle 75« in der Armee eingeführt. Am Henkelkesselchen war mittels einer Kette ein Deckel befestigt. Das an sich unpraktische Utensil wurde gemäss seinen französischen Wurzeln »Gamelle« genannt, und schon bald durch das »Einzelkochgeschirr 1882« abgelöst, welches vom System her dem heutigen Armeemodell sehr nahe kam. Das alte Wort »Gamelle« blieb unkorrekterweise haften, bis zum heutigen Tag. [Basler Zeitung, 24.07.2000]
Vier junge Leute aus der Stadt planen zusammen Wanderferien auf Korsika. Im Gepäck schleppen sie neben Zelt, Gamelle, Sonnencrème und Regenpellerine auch ihre Sehnsüchte und Frustrationen mit. [Der Bund, 12.09.1997]
Das hätte ich mir früher wirklich nicht träumen lassen, daß ich eines Tages um halb vier Gamellen schleppen oder mit benommenem, müdem Kopf an der großen Kartoffelreibe sitzen würde, an der man sich die Finger blutig reißt. [die tageszeitung, 19.10.1991]
2.
selten, CH
Phrasem:
alte Gamelle (= seit langer Zeit bekannte und deshalb unwichtige Themen, Informationen, Geschichten o. Ä.)
Beispiele:
Der »SonntagsBlick« hat eine alte Gamelle aufgemotzt, und die andern Zeitungen haben es ihm brav nachgeschrieben. [Basler Zeitung, 21.10.1999]
Viele der Tricks, die da [bei der Zaubershow] gezeigt werden, sind allerdings fuer Eingeweihte »alte Gamellen«, die Künstler Mark K[…] J[…] zeigen – unter anderem – die »Fluchtkiste«, die doppelt zersägte (und falsch zusammengesetzte) »Jungfrau«, diverse (bestens bekannte) Schweben und Levitationen, gruselige Durchdringungen und anderes mehr. [Neue Zürcher Zeitung, 30.04.1994]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Gamelle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gamelle>, abgerufen am 01.12.2021.

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