Ganglienzelle, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ganglienzelle · Nominativ Plural: Ganglienzellen · wird meist im Plural verwendet
WorttrennungGan-gli-en-zel-le - Gang-li-en-zel-le
WortzerlegungGanglionZelle
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutung

Biologie Nervenzelle mit erregungsleitenden Plasmabestandteilen
Beispiele:
Im Auge bündeln 120 Millionen Photorezeptoren oder Sinneszellen die Signale auf etwa 1,2 Millionen Ganglienzellen, die die Information an das Gehirn übermitteln. [Die Zeit, 29.11.1996, Nr. 49]
Diese vorderen Zellen, etwa die Ganglienzellen, leiten die Informationen über den Sehnerv an das Gehirn weiter. Erst wenn das Licht sie durchdrungen hat, gelangt es zu den eigentlichen Sinneszellen, den Stäbchen und farbwahrnehmenden Zapfen. [Welt am Sonntag, 13.11.2011, Nr. 46]
Bei Menschen, die in ihrer Jugend mit Varizella-Zoster-Viren [Auslöser der Gürtelrose] infiziert wurden, gehen die Erreger nach Angaben der Fachgesellschaft in den Ganglienzellen auf Tauchstation. Werde die zelluläre Immunabwehr als Alterserscheinung oder in Folge anderer Erkrankungen schwächer, könnten die Viren erneut aktiv werden. [Der Standard, 22.12.2006]
Somit verbinden die Axone der Ganglienzellen die Retina mit anderen Teilen des Gehirns und bilden eigentlich einen Trakt innerhalb des Gehirns. [Hoffmann, K.-P. u. Wehrhahn, Christian: Zentrale Sehsysteme. In: Dudel, Josef u. a. (Hgg.) Neurowissenschaft, Berlin: Springer 1996, S. 407]
Die Dichte der Plaques [Kalkablagerungen im Gehirn] steht aber mit der Schwere der Demenz in keinem Zusammenhang. Etwas besser korreliert die neurofibrilläre Degeneration von Ganglienzellen der Hirnrinde mit der Hirnleistung. [Neue Zürcher Zeitung, 27.07.1994]
In der Mitte des Gesichtsfelds ist jeweils ein Rezeptor für grünes oder rotes Licht mit einer so genannten Ganglienzelle in der Netzhaut verschaltet, die das Signal ans Gehirn weiter leitet. [Süddeutsche Zeitung, 08.05.2001] ungewöhnl. Sg.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: retinale Ganglienzellen
mit Genitivattribut: Ganglienzellen der Netzhaut
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ganglion · Ganglienzelle
Ganglion n. (Plur. Ganglien) ‘knotenförmige Anhäufung von Nervenzellen, Überbein, geschwulstartige Anschwellung’. Griech. ganglíon (γαγγλίον) ‘Geschwulst, Überbein’ wird im 17. Jh. in der latinisierten Form Ganglium in die medizinische Fachsprache aufgenommen. Seit dem 19. Jh. gilt Ganglion (unter Rückgriff auf die alte griech. Lautgestalt) bes. für ‘Nervenknoten’. Im Gegensatz zum Plural Ganglien hat sich die eingedeutschte Singularform Ganglie f. (19. Jh.) nicht durchgesetzt. Ganglienzelle f. ‘Nervenzelle’ (19. Jh.).
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Netzhaut

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ganglienzelle‹.

Zitationshilfe
„Ganglienzelle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ganglienzelle>, abgerufen am 18.10.2017.

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