Gans, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gans · Nominativ Plural: Gänse
Aussprache
Wortbildung mit ›Gans‹ als Erstglied: ↗Gansbraten · ↗Gansfett · ↗Gansjunge · ↗Gansleber · ↗Gänschen · ↗Gänseblume · ↗Gänseblümchen · ↗Gänsebraten · ↗Gänsebrust · ↗Gänsedistel · ↗Gänseei · ↗Gänsefeder · ↗Gänsefett · ↗Gänsefingerkraut · ↗Gänsefleisch · ↗Gänseflügel · ↗Gänsefüßchen · ↗Gänsegeier · ↗Gänsegeschnatter · ↗Gänsehals · ↗Gänsehaut · ↗Gänsehirt · ↗Gänsekeule · ↗Gänsekiel · ↗Gänseklein · ↗Gänsekopf · ↗Gänsekraut · ↗Gänsekresse · ↗Gänseleber · ↗Gänsemagd · ↗Gänsemagen · ↗Gänsemarsch · ↗Gänseschlegel · ↗Gänseschmalz · ↗Gänsespule · ↗Gänsestall · ↗Gänsevogel · ↗Gänsewein · ↗Gänslein
 ·  mit ›Gans‹ als Letztglied: ↗Blessgans · ↗Eidergans · ↗Feldgans · ↗Fettgans · ↗Graugans · ↗Halbgans · ↗Hausgans · ↗Höckergans · ↗Kanadagans · ↗Martinigans · ↗Martinsgans · ↗Mastgans · ↗Nilgans · ↗Nonnengans · ↗Ringelgans · ↗Saatgans · ↗Schnattergans · ↗Schneegans · ↗Spickgans · ↗Trappgans · ↗Weihnachtsgans · ↗Weißwangengans · ↗Wildgans
 ·  formal verwandt mit: ↗Ganser · ↗Ganter · ↗Gänserich
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Schwimmvogel mit gedrungenem Leib, ziemlich langem Hals und oben gewölbtem Schnabel sowie verhältnismäßig hohen Beinen, der wegen seines wohlschmeckenden Fleisches als Haustier gehalten wird und auch in wasserreichen Gegenden wild lebt
Beispiele:
eine weiße, graue, wilde, junge, fette Gans
die Gans schnattert, zischt
Gänse mästen, stopfen, nudeln
Gänse rupfen
eine Gans ausnehmen, braten
salopp ein Gesicht machen wie die Gans, wenn's donnert (= ein verdutztes Gesicht machen)
2.
abwertend unwissende, junge weibliche Person
Beispiele:
sie ist eine Gans, noch das reinste Gänschen
Schimpfwort du dumme Gans!
Schimpfwort das sind ja alles alberne Gänse
Schimpfwort so eine blöde Gans!
Ich möchte gern etwas erfahren ... ich bin eine Gans [Th. MannBuddenbrooks1,127]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gans · Gänserich · Ganser · Ganter · Gänseblümchen · Gänseblume · Gänsefüßchen · Gänsehaut · Gänseklein · Gänsemarsch · Gänsewein
Gans f. zu den Schwimmvögeln gehörendes, aber vor allem auf dem Lande lebendes Haustier. Der Vogelname ahd. (9. Jh.), mhd. gans, asächs. aengl. gōs, engl. goose, mnd. gōs, gās, mnl. nl. gans, anord. gās, schwed. gås, got. *gansus (zu erschließen aus span. ganso), germ. *gans- führt mit aind. haṁsāḥ ‘Gans, Schwan’, griech. chḗn, Genitiv chēnós (χήν, χηνός), lat. ānser (aus *hānser) ‘Gans’, air. gēiss ‘Schwan’, lit. *žąsìs ‘Gans’ auf einen alten s-Stamm ie. *ĝhans- ‘Gans’, der zu einer Erweiterung ie. *ĝhan- der Wurzel ie. *ĝhē- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’ (s. ↗gähnen) gebildet ist. Die Namengebung knüpft an das heisere Fauchen mit aufgesperrtem Schnabel an, wie auch gähnen als ‘hörbar ausatmen’ zu verstehen ist. Gänserich m. ‘männliche Gans’ (Mitte 16. Jh.), nach dem Vorbild von Enterich (s. ↗Ente; vgl. nl. ganzerik). Daneben südd. Ganser m. und nordd. Ganter m. die ahd. ganaʒʒo (8. Jh.), ganzo (Hs. 12. Jh.), mhd. ganze, ganzer, ganser, mnd. gante ‘Gänserich’ folgen und mit aengl. ganot, engl. gannet (der Seevogel) ‘Tölpel’, aengl. gan(d)ra, engl. nl. gander ‘Gänserich’ an ie. *g̑hand- anschließen. Gänseblümchen n. Gänseblume f. fast das ganze Jahr auf Wiesen und Grasplätzen blühender niedriger Korbblütler mit weißen, rötlich umrandeten Blütenblättern (Mitte 16. Jh.). Benennungsmotiv ist die Wertlosigkeit der Pflanze als Futterkraut sowie ihr häufiges Vorkommen auch auf Gänseweiden; vgl. mhd. gensebluome (12. Jh.; für ‘Ackerwinde’?). Gänsefüßchen Plur. ‘Anführungsstriche’ (um 1800); vgl. Gänsefüße (Jean Paul, 1795), älter in der Sprache der Buchdrucker Gänseaugen (in dän. gåseøjne bis heute bewahrt). Gänsehaut f. ‘die der Haut einer gerupften Gans gleichende menschliche Haut’, wenn durch Kälte, Schreck oder Furcht deren Talgdrüsen hervortreten (16. Jh.); vgl. engl. goose-skin, goose-pimples. Gänseklein n. ‘zum Kochen verwendete (nicht zum Gänsebraten gehörende) Innereien, Flügel und Hals der Gans’ (18. Jh.), obsächs. Gänsekleint (1730), -kleind (1726). Vgl. kleinot (16. Jh.), kleinod (17. Jh.) für ‘Innereien und die gering geachteten Kleinteile beim Schlachten’; s. ↗Kleinod in seiner frühen Bedeutung ‘Kleinigkeit’. Gänsemarsch m. besonders im Gänsemarsch ‘einer hinter dem anderen’ (1. Hälfte 19. Jh.), zuvor Gänsegang (Campe). Gänsewein m. scherzhaft für ‘Trinkwasser’ (2. Hälfte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Hausgans  ●  Gans  ugs., Hauptform
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ente Esel Fasan Geschnatter Huhn Kaninchen Karpfen Kranich Meerschweinchen Perlhuhn Pute Rotkohl Schaf Schwan Schwein Taube Truthahn Wachtel Ziege braten dumm fett gebraten gerupft mästen rupfen schlachten schnattern schnatternd watscheln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gans‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Ende dieser Idylle ist vorerst nicht abzusehen, Gänse werden bis zu 15 Jahre alt.
Bild, 06.12.2004
Sie aß für ihr Leben gern Gans - immer zu Weihnachten.
Die Welt, 23.12.2002
Ein ungewöhnlicher Patient war auch die Gans, die ihm von einem weinenden Kind eines Tages auf den Tisch gelegt wurde.
Die Zeit, 11.12.1981, Nr. 51
Die Geschichte vom erfolgreichen Brüten einer bestimmten Gans ist hier vielleicht von Interesse.
Lorenz, Konrad: Das Jahr der Graugans, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1990 [1979], S. 59
Das haben die dummen Gänse nachher, als sie ausgefragt wurden, alles erzählt.
Reventlow, Franziska Gräfin zu: Ellen Olestjerne. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 6087
Zitationshilfe
„Gans“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gans>, abgerufen am 19.10.2019.

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