Ganter, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ganters · Nominativ Plural: Ganter
WorttrennungGan-ter
formal verwandt mitGans
DWDS-Verweisartikel, 2016

Bedeutung

norddeutsch
Synonym zu Gänserich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gans · Gänserich · Ganser · Ganter · Gänseblümchen · Gänseblume · Gänsefüßchen · Gänsehaut · Gänseklein · Gänsemarsch · Gänsewein
Gans f. zu den Schwimmvögeln gehörendes, aber vor allem auf dem Lande lebendes Haustier. Der Vogelname ahd. (9. Jh.), mhd. gans, asächs. aengl. gōs, engl. goose, mnd. gōs, gās, mnl. nl. gans, anord. gās, schwed. gås, got. *gansus (zu erschließen aus span. ganso), germ. *gans- führt mit aind. haṁsāḥ ‘Gans, Schwan’, griech. chḗn, Genitiv chēnós (χήν, χηνός), lat. ānser (aus *hānser) ‘Gans’, air. gēiss ‘Schwan’, lit. *žąsìs ‘Gans’ auf einen alten s-Stamm ie. *ĝhans- ‘Gans’, der zu einer Erweiterung ie. *ĝhan- der Wurzel ie. *ĝhē- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’ (s. ↗gähnen) gebildet ist. Die Namengebung knüpft an das heisere Fauchen mit aufgesperrtem Schnabel an, wie auch gähnen als ‘hörbar ausatmen’ zu verstehen ist. Gänserich m. ‘männliche Gans’ (Mitte 16. Jh.), nach dem Vorbild von Enterich (s. ↗Ente; vgl. nl. ganzerik). Daneben südd. Ganser m. und nordd. Ganter m. die ahd. ganaʒʒo (8. Jh.), ganzo (Hs. 12. Jh.), mhd. ganze, ganzer, ganser, mnd. gante ‘Gänserich’ folgen und mit aengl. ganot, engl. gannet (der Seevogel) ‘Tölpel’, aengl. gan(d)ra, engl. nl. gander ‘Gänserich’ an ie. *g̑hand- anschließen. Gänseblümchen n. Gänseblume f. fast das ganze Jahr auf Wiesen und Grasplätzen blühender niedriger Korbblütler mit weißen, rötlich umrandeten Blütenblättern (Mitte 16. Jh.). Benennungsmotiv ist die Wertlosigkeit der Pflanze als Futterkraut sowie ihr häufiges Vorkommen auch auf Gänseweiden; vgl. mhd. gensebluome (12. Jh.; für ‘Ackerwinde’?). Gänsefüßchen Plur. ‘Anführungsstriche’ (um 1800); vgl. Gänsefüße (Jean Paul, 1795), älter in der Sprache der Buchdrucker Gänseaugen (in dän. gåseøjne bis heute bewahrt). Gänsehaut f. ‘die der Haut einer gerupften Gans gleichende menschliche Haut’, wenn durch Kälte, Schreck oder Furcht deren Talgdrüsen hervortreten (16. Jh.); vgl. engl. goose-skin, goose-pimples. Gänseklein n. ‘zum Kochen verwendete (nicht zum Gänsebraten gehörende) Innereien, Flügel und Hals der Gans’ (18. Jh.), obsächs. Gänsekleint (1730), -kleind (1726). Vgl. kleinot (16. Jh.), kleinod (17. Jh.) für ‘Innereien und die gering geachteten Kleinteile beim Schlachten’; s. ↗Kleinod in seiner frühen Bedeutung ‘Kleinigkeit’. Gänsemarsch m. besonders im Gänsemarsch ‘einer hinter dem anderen’ (1. Hälfte 19. Jh.), zuvor Gänsegang (Campe). Gänsewein m. scherzhaft für ‘Trinkwasser’ (2. Hälfte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ganser · Ganter · Ganterich · ↗Gänserich · männliche Gans
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gans

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ganter‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was eine bekömmliche Sauce für die burmesische Gans ist, könnte Gift für den serbischen Ganter sein.
Süddeutsche Zeitung, 27.05.2000
Der seine Gans in dieser Weise »hütende« Ganter ist in einer schwierigen und anstrengenden Lage.
Lorenz, Konrad: Das Jahr der Graugans, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1990 [1979], S. 29
Bald wird der Bauer ein zwei Gänse und einen Ganter dazukaufen.
Die Welt, 19.12.2000
Es ist ein Ganter, also ein Männchen, und er wiegt gut 15 Pfund.
Die Zeit, 12.06.1987, Nr. 25
Ganter Gustav mit den grau-blauen Augen lässt die Flügel hängen.
Süddeutsche Zeitung, 22.01.2001
Zitationshilfe
„Ganter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ganter>, abgerufen am 18.11.2019.

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