Ganzheit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ganzheit · Nominativ Plural: Ganzheiten
Aussprache 
Worttrennung Ganz-heit
Wortzerlegung ganz -heit
Wortbildung  mit ›Ganzheit‹ als Erstglied: Ganzheitsbegriff · Ganzheitsmedizin · Ganzheitsmethode · Ganzheitspsychologie · ganzheitlich
eWDG

Bedeutung

Gesamtheit, Geschlossenheit
entsprechend der Bedeutung von ganz (1)
Beispiele:
etw. in seiner Ganzheit erfassen
[ob man derartige Zusammenhänge] als Phänomene einer leibseelischen Ganzheit … bezeichnet [ Urania1959]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ganz · ergänzen · Gänze · Ganzheit · gänzlich
ganz Adj. ‘heil, unversehrt, vollständig, gesamt’, Adv. ‘vollkommen, sehr, ziemlich’. Ahd. (8. Jh.), mhd. ganz ‘unverletzt, heil, gesund, vollständig’ ist ein ursprünglich nur hd. Wort, das sich nach Norden hin ausbreitet, vgl. mnd. gans, ganz, mnl. nl. gans (woraus dän. ganske, schwed. ganska). Herkunft nicht sicher geklärt. Wenn man aind. āhanā́ḥ ‘schwellend, strotzend’, ghanáḥ ‘kompakt, fest, hart, dicht’, griech. euthené͞in (εύθενεῖν) ‘gedeihen, fruchtbar sein’, lit. ganà ‘genug’, ganė́ti, aslaw. goněti ‘genügen, hinreichen, zufrieden sein’ heranzieht (vgl. auch den der dt. Bildungsweise nahestehenden Komparativ alit. gandžiaus ‘im Gegenteil, vielmehr, lieber’), so ist Anschluß an ie. *gu̯hen-, *gu̯hon- ‘schwellen, strotzen, üppig, reichlich’ annehmbar. ergänzen Vb. ‘vervollständigen, Fehlendes hinzufügen’ (16. Jh.); vgl. ahd. ganzēn (?) ‘behüten, erretten’ oder ‘gesund sein’ (9. Jh.), irunganzēn ‘verwelken, dahinschwinden’ (10. Jh.), mhd. genzen, mnd. gansen ‘ganz, heil machen’. Gänze f. ‘Gesamtheit, Vollständigkeit, Vollkommenheit’, ahd. genzī (um 1000), mhd. genze ‘Vollständigkeit, Vollkommenheit’. Ganzheit f. mhd. ganzheit. gänzlich Adj. ‘vollständig, völlig’, mhd. ganzlich, genzlich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Einheit · Einzigkeit · Ganzheit · Geschlossenheit · Unität · Unteilbares  ●  Monade  geh., griechisch
Synonymgruppe
Ganzes · Ganzheit · Gesamtheit · Insgesamt · Totalität  ●  Ensemble  geh., franz.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Ganzheit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ganzheit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ganzheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es geht immer aus von der lebendigen Fülle einer Ganzheit. [Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 1860]
Darum durfte ich den Begriff der Ganzheit ein Bild von einem Bilde nennen. [Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 26609]
Es ist das Bild einer Ganzheit, die wir verloren haben. [Die Zeit, 19.03.1998, Nr. 13]
Zweitens wurde sie, selbst wenn sie existierte, keine diplomatische Ganzheit darstellen, die fähig wäre, sich zu verpflichten. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1953]]
Denn in der Ordnung lauert der Terror, und Ganzheit ist Lüge. [Die Zeit, 07.06.1985, Nr. 24]
Zitationshilfe
„Ganzheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ganzheit>.

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