Ganzheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ganzheit · Nominativ Plural: Ganzheiten
Aussprache
WorttrennungGanz-heit (computergeneriert)
Wortzerlegungganz-heit
Wortbildung mit ›Ganzheit‹ als Erstglied: ↗Ganzheitsmedizin · ↗Ganzheitspsychologie · ↗ganzheitlich
eWDG, 1967

Bedeutung

Gesamtheit, Geschlossenheit
entsprechend der Bedeutung von ganz (Lesart 1)
Beispiele:
etw. in seiner Ganzheit erfassen
[ob man derartige Zusammenhänge] als Phänomene einer leibseelischen Ganzheit ... bezeichnet [Urania1959]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ganz · ergänzen · Gänze · Ganzheit · gänzlich
ganz Adj. ‘heil, unversehrt, vollständig, gesamt’, Adv. ‘vollkommen, sehr, ziemlich’. Ahd. (8. Jh.), mhd. ganz ‘unverletzt, heil, gesund, vollständig’ ist ein ursprünglich nur hd. Wort, das sich nach Norden hin ausbreitet, vgl. mnd. gans, ganz, mnl. nl. gans (woraus dän. ganske, schwed. ganska). Herkunft nicht sicher geklärt. Wenn man aind. āhanā́ḥ ‘schwellend, strotzend’, ghanáḥ ‘kompakt, fest, hart, dicht’, griech. euthené͞in (εύθενεῖν) ‘gedeihen, fruchtbar sein’, lit. ganà ‘genug’, ganė́ti, aslaw. goněti ‘genügen, hinreichen, zufrieden sein’ heranzieht (vgl. auch den der dt. Bildungsweise nahestehenden Komparativ alit. gandžiaus ‘im Gegenteil, vielmehr, lieber’), so ist Anschluß an ie. *gu̯hen-, *gu̯hon- ‘schwellen, strotzen, üppig, reichlich’ annehmbar. ergänzen Vb. ‘vervollständigen, Fehlendes hinzufügen’ (16. Jh.); vgl. ahd. ganzēn (?) ‘behüten, erretten’ oder ‘gesund sein’ (9. Jh.), irunganzēn ‘verwelken, dahinschwinden’ (10. Jh.), mhd. genzen, mnd. gansen ‘ganz, heil machen’. Gänze f. ‘Gesamtheit, Vollständigkeit, Vollkommenheit’, ahd. genzī (um 1000), mhd. genze ‘Vollständigkeit, Vollkommenheit’. Ganzheit f. mhd. ganzheit. gänzlich Adj. ‘vollständig, völlig’, mhd. ganzlich, genzlich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Einheit · ↗Einzigkeit · Ganzheit · ↗Geschlossenheit · ↗Unität · Unteilbares  ●  ↗Monade  geh., griechisch
Synonymgruppe
Ganzes · Ganzheit · ↗Gesamtheit · Insgesamt · ↗Totalität  ●  ↗Ensemble  geh., franz.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Begriff Dasein Denken Einheit Fülle Glied Harmonie Individuum Kategorie Körper Organismus Schönheit Sehnsucht Sein Strukturganze erfassen geschichtlich geschlossen harmonisch konstituieren lebendig natürlich organisch seelisch sinnvoll symbolisieren unteilbar ursprünglich verloren wiederherstellen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ganzheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Kopf konstruiert eine Ganzheit, damit das Denken etwas hat, an das es sich klammern kann.
Der Tagesspiegel, 20.03.2004
Diese Ganzheit hat sich nunmehr aufgelöst, kaum jemand weiß noch davon.
Süddeutsche Zeitung, 01.04.1999
Es geht immer aus von der lebendigen Fülle einer Ganzheit.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 1860
Darum durfte ich den Begriff der Ganzheit ein Bild von einem Bilde nennen.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 26609
Mit ihm soll der Mai meines Lebens beginnen, eines Lebens der Ganzheit, der Schönheit und Kraft!
Brief von Sophus Lange vom 24.04.1915. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1915], S. 198
Zitationshilfe
„Ganzheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ganzheit>, abgerufen am 22.02.2019.

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