Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Garde, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Garde · Nominativ Plural: Garden
Aussprache 
Worttrennung Gar-de
Wortbildung  mit ›Garde‹ als Erstglied: Gardesoldat · Gardist  ·  mit ›Garde‹ als Letztglied: Bürgergarde · Ehrengarde · Königsgarde · Leibgarde · Nationalgarde · Nobelgarde · Prätorianergarde · Schutzgarde · Schweizergarde · Terrorgarde
Mehrwortausdrücke  von der alten Garde sein
eWDG

Bedeutungen

1.
spezielles Wachregiment, Leibwache eines Regenten
Beispiele:
die königliche Garde
auf der Tribüne saß der Monarch mit seinem Hofstaat und seiner Garde
2.
übertragen Gruppe von Menschen, die durch gemeinsame Interessen, Arbeit verbunden sind oder sich durch besondere Verdienste auszeichnen
Beispiele:
wieder ist einer der alten Garde der Volksschauspieler dahingegangen
die erste Garde von Krankenschwestern ging an die verschiedensten Kriegslazarette ab
Gruppe von Vorkämpfern für eine politische Bewegung
Beispiele:
Wir sind die junge Garde / des Proletariats [Arbeiterlied »Dem Morgenrot entgegen«]
umgangssprachlich, scherzhaftdas ist einer von der alten Garde (= langjähriger Kamerad, langjähriger Angehöriger eines Betriebes)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Garde · Gardist
Garde f. ‘spezielles Wachregiment, Elite-, Kerntruppe’, metaphorisch auch ‘durch gemeinsame Ziele verbundene Menschengruppe’ (vgl. einer von der alten Garde). Afrz. frz. garde f. ‘Wache, Wachmannschaft, Bewachung, Obhut’ erscheint Ende des 15. und im 16. Jh. mehrfach als Bezeichnung bestimmter Landsknechtshaufen in dt. Texten, wird aber erst gegen Ausgang des 17. Jhs. im Sinne von ‘fürstliche Leibwache’ fest ins Dt. übernommen. Das frz. Substantiv gehört zu afrz. frz. garder ‘bewachen, bewahren, hüten’, das ebenso wie gleichbed. span. port. guardar und ital. guardare ‘aufmerksam ansehen, beaufsichtigen, bewahren’ (vgl. mlat. guardare, 7. Jh.) auf früher Entlehnung aus dem Germ. beruht (s. die unter warten angeführten germ. Verben auf -ōn / -ēn mit der Ausgangsbedeutung ‘den Blick richten, beobachten’, dann ‘auf der Hut sein, Sorge tragen’); garde scheint ein im Frz. gebildetes Deverbativum zu sein, kann jedoch auch unmittelbar auf das den germ. Verbalableitungen zugrundeliegende germ. Femininum (etwa auf ein anfrk. *warda, vgl. asächs. warda) zurückgehen (s. Warte). Im 16. Jh. öfter bezeugtes frühnhd. Guardi(e), Gwardi beruht auf der durch die Kriegszüge Karls V. bekannt werdenden Form ital. span. guardia f. ‘Wache, Posten, Obhut’, m. ‘Wächter’, die vielleicht von gleichbed. lat. custōdia beeinflußt ist oder got. wardja m. ‘Wächter’ fortsetzt. Gardist m. ‘Soldat der Garde’ (18. Jh.), dt. Neubildung zu Garde (s. oben); vgl. dagegen frz. garde m. ‘Soldat der Garde, Wächter’.

Typische Verbindungen zu ›Garde‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Garde‹.

Verwendungsbeispiele für ›Garde‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur so konnte er ihn der Wut der Garde entziehen. [Pflaum, Hans-Georg: Das römische Kaiserreich. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 28346]
Die Reserve beträgt rund 300000 Mann; 9700 Mann dienen in der paramilitärischen Nationalen Republikanischen Garde. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1974]]
Diese kurze Geschichte zeigt deutlich die Methoden der alten Garde der algerischen Nationalisten. [Die Zeit, 08.03.1956, Nr. 10]
Nach dem Fight im Garden soll er nur unzureichend medizinisch versorgt worden sein. [Die Zeit, 27.12.2013 (online)]
Zuvor hatte die Republikanische Garde ihre Positionen vor dem Eingang aufgegeben. [Die Zeit, 07.12.2012 (online)]
Zitationshilfe
„Garde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Garde>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Garbrand
Garbenschiefer
Garbenbund
Garbenbinder
Garbenbindemaschine
Gardedukorps
Gardeinfanterie
Gardekapitän
Gardekorps
Gardemanger