Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Garnitur, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Garnitur · Nominativ Plural: Garnituren
Aussprache  [gaʁniˈtuːɐ̯]
Worttrennung Gar-ni-tur
Herkunft aus garniturefrz ‘Zubehör, Verzierung, Besatz, Ausrüstung, Sortiment’
eWDG

Bedeutungen

1.
zwei oder mehrere zusammengehörige Stücke, die einem bestimmten Zweck dienen
Beispiele:
eine zweiteilige, dreiteilige Garnitur (= Unterwäsche für Damen, Herren)
Garnituren aus Nylon, Perlon
eine Garnitur für den Schreibtisch, für die Diele kaufen
2.
umgangssprachlich die erste, zweite Garniturdie beste, zweitbeste Kleidung, die jmd. besitzt
Beispiele:
das ist meine zweite Garnitur
Er trägt Zylinder, Sommerpaletot, Handschuhe, spanisches Rohr mit Silbergriff … die etwas abgeschabte Garnitur des Wochentags [ G. Hauptm.Ratten2]
Militär zu einer Truppe gehörende Bekleidungsgegenstände und Ausrüstungsgegenstände gleicher Güte
Beispiel:
Dritte Garnitur blau antreten [ TollerFeuer4]
3.
umgangssprachlich die erste, zweite Garniturdie besten, zweitbesten Vertreter einer bestimmten Gruppe von Menschen
Beispiele:
die Künstler, die hier ausgestellt haben, gehören zur zweiten Garnitur
dem Politiker blieb der Aufstieg in die erste Garnitur versagt
diese Sportler haben sich zur ersten Garnitur des Vereins emporgearbeitet
bei den Skirennen fehlte nicht nur die erste, sondern auch die zweite Garnitur
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

garnieren · Garnison · Garnitur
garnieren Vb. ‘schmücken, verzieren, ausrüsten’. Im 15. Jh. wird mnd. garnēren ‘einfassen, (mit Holz u. ä.) verkleiden’, um 1700 nhd. garnieren ‘verzieren, ausschmücken’ (doch Ende 16. Jh. schon gleichbed. vergarnieren) aus mfrz. frz. garnir ‘ausstatten, ausrüsten, versehen, schmücken’ (afrz. auch ‘warnen, sichern, schützen’) entlehnt. Das frz. Verb führt mit ital. guarnire, span. (älter) guarnir, span. port. guarnecer ‘ausrüsten, mit einer militärischen Besatzung versehen, verzieren, schmücken’ (ital. auch ‘schützen, bewachen’) auf ein germ. jan-Verb (vgl. aengl. war(e)nian ‘warnen, achtgeben’) zurück, das zu der bei warnen (s. d.) dargestellten Wortgruppe gehört. Auf Ableitungen von afrz. frz. garnir in seinen unterschiedlichen Bedeutungen beruhen die Entlehnungen Garnison f. ‘Gesamtheit der im Standort vorhandenen Truppe’ (Ende 15. Jh.), dann ‘Standort militärischer Verbände und ihrer Einrichtungen’ (um 1600), aus afrz. frz. garnison ‘Besatzung, zum Schutz stationierte Truppe, durch militärische Besatzung geschützte Stadt’ (afrz. auch ‘Ausrüstung, Befestigung, Ausstattung, Vorrat’), und Garnitur f. ‘Verzierung, Schmuck, Besatz an einem Kleidungsstück’ (2. Hälfte 17. Jh.), ‘Satz zusammengehöriger Einzelteile’ (um 1700), aus frz. garniture ‘Zubehör, Verzierung, Besatz, Ausrüstung, Sortiment’.

Typische Verbindungen zu ›Garnitur‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Garnitur‹.

Verwendungsbeispiele für ›Garnitur‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und dahin lädt er, anspruchsvoll wie stets, die zweite Garnitur erst gar nicht ein. [Die Zeit, 05.04.1996, Nr. 15]
Da bleibt dann die erste Garnitur häufiger als sonst fern. [Die Zeit, 11.03.1988, Nr. 11]
Die Koalition war legitimierende Garnitur – hilfreich, wichtig, aber nicht entscheidend. [Die Zeit, 07.01.2002, Nr. 01]
Als wir sie endlich gefunden hatten, trafen wir dort aber nur noch die bestenfalls dritte Garnitur. [Die Zeit, 15.07.1977, Nr. 29]
Für den Winter sollte man aber möglichst auch zwei Garnituren aus Wolltrikot besitzen. [Bundesverband d.dt. Standesbeamten e.V. (Hg.), Hausbuch für die deutsche Familie, Frankfurt a. M.: Verl. f. Standesamtwesen 1956, S. 119]
Zitationshilfe
„Garnitur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Garnitur#1>.

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Garnitur, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Garnitur · Nominativ Plural: Garnituren
Aussprache  [gaʁniˈtuːɐ̯]
Worttrennung Gar-ni-tur
formal verwandt mitgarnieren
Wortbildung  mit ›Garnitur‹ als Letztglied: Knopfgarnitur · Kragengarnitur · Spitzengarnitur
eWDG

Bedeutung

Garnierung, Verzierung
Beispiele:
den Hut mit einer neuen Garnitur versehen (= den Hut mit einer neuen Schleife, Feder versehen)
eine frische Garnitur auf das Kleid nähen (= einen frischen Kragen auf das Kleid nähen)
eine farblich gut passende Garnitur
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

garnieren · Garnison · Garnitur
garnieren Vb. ‘schmücken, verzieren, ausrüsten’. Im 15. Jh. wird mnd. garnēren ‘einfassen, (mit Holz u. ä.) verkleiden’, um 1700 nhd. garnieren ‘verzieren, ausschmücken’ (doch Ende 16. Jh. schon gleichbed. vergarnieren) aus mfrz. frz. garnir ‘ausstatten, ausrüsten, versehen, schmücken’ (afrz. auch ‘warnen, sichern, schützen’) entlehnt. Das frz. Verb führt mit ital. guarnire, span. (älter) guarnir, span. port. guarnecer ‘ausrüsten, mit einer militärischen Besatzung versehen, verzieren, schmücken’ (ital. auch ‘schützen, bewachen’) auf ein germ. jan-Verb (vgl. aengl. war(e)nian ‘warnen, achtgeben’) zurück, das zu der bei warnen (s. d.) dargestellten Wortgruppe gehört. Auf Ableitungen von afrz. frz. garnir in seinen unterschiedlichen Bedeutungen beruhen die Entlehnungen Garnison f. ‘Gesamtheit der im Standort vorhandenen Truppe’ (Ende 15. Jh.), dann ‘Standort militärischer Verbände und ihrer Einrichtungen’ (um 1600), aus afrz. frz. garnison ‘Besatzung, zum Schutz stationierte Truppe, durch militärische Besatzung geschützte Stadt’ (afrz. auch ‘Ausrüstung, Befestigung, Ausstattung, Vorrat’), und Garnitur f. ‘Verzierung, Schmuck, Besatz an einem Kleidungsstück’ (2. Hälfte 17. Jh.), ‘Satz zusammengehöriger Einzelteile’ (um 1700), aus frz. garniture ‘Zubehör, Verzierung, Besatz, Ausrüstung, Sortiment’.

Typische Verbindungen zu ›Garnitur‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Garnitur‹.

Verwendungsbeispiele für ›Garnitur‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und dahin lädt er, anspruchsvoll wie stets, die zweite Garnitur erst gar nicht ein. [Die Zeit, 05.04.1996, Nr. 15]
Da bleibt dann die erste Garnitur häufiger als sonst fern. [Die Zeit, 11.03.1988, Nr. 11]
Die Koalition war legitimierende Garnitur – hilfreich, wichtig, aber nicht entscheidend. [Die Zeit, 07.01.2002, Nr. 01]
Als wir sie endlich gefunden hatten, trafen wir dort aber nur noch die bestenfalls dritte Garnitur. [Die Zeit, 15.07.1977, Nr. 29]
Für den Winter sollte man aber möglichst auch zwei Garnituren aus Wolltrikot besitzen. [Bundesverband d.dt. Standesbeamten e.V. (Hg.), Hausbuch für die deutsche Familie, Frankfurt a. M.: Verl. f. Standesamtwesen 1956, S. 119]
Zitationshilfe
„Garnitur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Garnitur#2>.

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