Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gastarbeiter, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gastarbeiters · Nominativ Plural: Gastarbeiter
Aussprache 
Worttrennung Gast-ar-bei-ter
Wortzerlegung Gast1 Arbeiter
Wortbildung  mit ›Gastarbeiter‹ als Erstglied: Gastarbeitergetto · Gastarbeiterghetto
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

veraltend jmd., der (aufgrund einer zwischenstaatlichen Vereinbarung) für eine gewisse Zeit in einem Land tätig ist, in dem Arbeitskräftemangel herrscht (und selbst aus einem Land stammt, das von relativer Armut und hoher Arbeitslosigkeit betroffen ist); ausländischer Arbeitnehmer
Die Bezeichnung Gastarbeiter für ausländische Arbeitnehmer wird im öffentlichen Sprachgebrauch inzwischen vermieden.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: türkische, italienische, ausländische Gastarbeiter
als Akkusativobjekt: Gastarbeiter anwerben, beschäftigen, [ins Land, nach Deutschland] holen
in Präpositionalgruppe/-objekt: die Anwerbung, der Zuzug von Gastarbeitern; ein Anwerbestopp für Gastarbeiter; die Arbeitsbedingungen für Gastarbeiter
in Koordination: Gastarbeiter und Flüchtlinge, Asylbewerber, Einwanderer
als Genitivattribut: die Zahl, die Kinder, die Überweisungen, die Integration, die Situation der Gastarbeiter
als Prädikativ: als Gastarbeiter [in ein Land] kommen
Beispiele:
Seit dem ersten deutsch‑italienischen Anwerbeabkommen im Jahr 1955 bis zum Anwerbestopp während der Ölkrise 1973 kamen Millionen sogenannte Gastarbeiter in die Bundesrepublik. [Die Zeit, 22.04.2017 (online)]
In Deutschland machte man sich lange etwas vor und ging davon aus, die türkischen Gastarbeiter würden in ihr Heimatland zurückkehren. Doch als sie ab 1974 Frauen und Kinder nachholen konnten, wurde die Arbeits‑ zur Familienmigration. [Neue Zürcher Zeitung, 20.04.2017]
Saudi‑Arabien ist eine Sklavengesellschaft; neun Millionen schikanierter, gedemütigter, rechtloser Gastarbeiter, zum größten Teil aus dem indischen Subkontinent, haben elf Millionen Saudis ihren Staat aufgebaut und halten ihn am Laufen. [Die Zeit, 20.01.2015]
Als nach dem Krieg die englische Wirtschaft Gastarbeiter brauchte, suchten die Behörden in den ehemaligen karibischen Kolonien nach Rekruten für Jobs als Busfahrer, Verwaltungsangestellte und Postboten. [Die Zeit, 15.07.1999]
Für Dreckarbeiten und anstrengende Fließband‑Jobs hält sich Westdeutschlands Wirtschaft Gastarbeiter. [Der Spiegel, 10.09.1973]
Schwedens Wirtschaft brauchte ihren Bedarf an Gastarbeitern nur zur Hälfte in Südeuropa zu decken; die andere Hälfte stammt aus Finnland: 130.000 Mann, mit Familien 285.000 Menschen, das sind sechs Prozent des finnischen Volkes, gingen nach Schweden. [Der Spiegel, 28.12.1970]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Gastarbeiter‹ (berechnet)

Enkel Generation Heimatüberweisung Nachkomme albanisch angeworben anwerben einmillionste heimgekehrt holen italienisch jemenitisch jugoslawisch kommen leben marokkanisch millionst nepalesisch philippinisch tadschikisch tunesisch türkisch verdienen verdingen vietnamesisch zurückkehrend Überweisung ägyptisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gastarbeiter‹.

Zitationshilfe
„Gastarbeiter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gastarbeiter>.

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