Gasthof, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungGast-hof (computergeneriert)
WortzerlegungGast1Hof
Wortbildung mit ›Gasthof‹ als Letztglied: ↗Dorfgasthof · ↗Landgasthof
eWDG, 1967

Bedeutung

kleine Übernachtungsstätte mit Speiserestaurant
Beispiel:
sie wohnten in einem Gasthof
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gast · gastieren · gastlich · gastfrei · Gastfreund · Gastfreundschaft · gastfreundlich · Gastgeber · Gasthaus · Gasthof · Gastmahl · Gastspiel · Gaststätte · Gastwirt · Gastwirtschaft
Gast m. ‘wer sich vorübergehend an fremdem Ort aufhält, Besucher’. Ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. nl. gast, afries. jest, aengl. giest, anord. gestr (daraus engl. guest), schwed. gäst, got. gasts (germ. *gasti-) führt mit verwandtem lat. hostis ‘Fremdling’, besonders ‘kriegführender Fremder, Landesfeind’, hospes (Genitiv hospitis) ‘Gastfreund’ (aus *hostipots, eigentlich ‘Herr des Fremden, Gastherr’, zum zweiten Kompositionsglied, das hier jedoch als konsonantischer Stamm erscheint, s. ↗Despot) sowie aslaw. gostь ‘Gast, Fremder’, aruss. gostь, auch ‘angereister Kaufmann’, russ. gost’ (гость) ‘Gast’ auf ie. *ghostis ‘Fremder’. Dies bezeichnet also sowohl den friedlich sich nähernden Fremden, dem Schutz, Unterkunft, Bewirtung gewährt wird, als auch den mit kriegerischen Absichten ins Land fallenden Fremden, den Feind. Im Germ. überwiegt früh die erste Bedeutung, doch kann noch mhd. gast auch für ‘Krieger’ bzw. ‘feindlicher Krieger’ stehen. Mit dem Erstarken des Bürgertums, der Intensivierung des Handels und der Entwicklung des Herbergswesens bezeichnet Gast nur noch den bewirteten Fremden, den Besucher. gastieren Vb. ‘zu Gaste haben, bewirten’ (17. Jh.) für älteres gasten (16. Jh.); heute von Künstlern ‘Gastrollen geben’. gastlich Adj. ahd. gastlīh (Hs. 12. Jh.; vgl. ungastlīhhī ‘Ungastlichkeit’, 11. Jh.), mhd. gastlich. gastfrei Adj. (16. Jh.). Gastfreund m. ‘wer zu einem Freund als Gast kommt, wer seinem Freund Gastfreundschaft gewährt’, wahrscheinlich von Maaler (1561) zur Wiedergabe von lat. hospes (s. oben) nach derälteren Umschreibung Gast und Freund geprägt, dann auch Äquivalent für gleichbed. griech. (homerisch) xé͞inos (ξεῖνος), (att.) xénos (ξένος) in dem in der Antike entwickelten speziellen Sinn der vertraglich vereinbarten, erblichen Verbindung zu gegenseitiger gastlicher Aufnahme und Freundschaft. Gastfreundschaft f. ‘Bereitschaft, einem Fremden Bewirtung und Unterkunft zu gewähren’ (Anfang 17. Jh.), älter gastliche Freundschaft (Mitte 16. Jh.); gastfreundlich Adj. ‘jederzeit bereit, Gäste bei sich aufzunehmen’ (2. Hälfte 18. Jh.). Gastgeber m. ‘wer andere zu Gast lädt und bewirtet’, mhd. gastgeber, gastgebe ‘wer Nachtherberge gibt, Gastwirt, Wirt’. Gasthaus n. ‘Übernachtungsstätte mit Speisewirtschaft’, ahd. (8. Jh.), mhd. gasthūs. Gasthof m. (Anfang 15. Jh.). Gastmahl n. ‘festliche Mahlzeit mit Gästen’ (16. Jh.). Gastspiel n. ‘Auftreten eines Künstlers, eines künstlerischen Ensembles auf einer fremden Bühne’ (Mitte 19. Jh.). Gaststätte f. ‘Speiserestaurant, Lokal’, zuerst 1909 in den dt. Alpenländern verdeutschend für Hotel und Restauration. Gastwirt m. ‘Inhaber einer Gaststätte’ (17. Jh.); Gastwirtschaft f. (um 1800); älter in gleichem Sinne ↗Wirtschaft (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gasthaus · Gasthof · ↗Hotel · ↗Pension  ●  ↗Bed and Breakfast  engl. · ↗Bettenburg  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Kapselhotel · Schließfachhotel · Wabenhotel  ●  Sarghotel  ugs.
  • Grand Hotel · ↗Grandhotel  ●  ↗Luxushotel  ugs.
Assoziationen
Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Gasthaus · Gasthof · ↗Gaststätte · ↗Gastwirtschaft · ↗Lokal · ↗Restaurant · ↗Speisegaststätte · ↗Speisewirtschaft · ↗Wirtschaft · ↗Wirtshaus  ●  (der) Grieche (Italiener, Türke...)  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Biergarten Einkehr Ferienwohnung Fremdenheim Fremdenzimmer Frühstückspension Gasthof Herberge Hinterzimmer Hirse Hotel Metzgerei Mühle Pasinger Pension Privatpension Privatquartier Privatzimmer Tanzsaal Theater-Truhe Wirt Wirtin behäbig einquartieren erbaut gemütlich kochsch logieren rustikal urig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gasthof‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In einem Gasthof in einem karelischen Dorf wird, innerhalb weniger Stunden Schicksal gespielt.
Süddeutsche Zeitung, 08.03.2004
Sie hatten auch mehrere Gasthöfe in der Umgebung, wo man gut essen konnte.
Wellershoff, Dieter: Die Sirene, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1980, S. 166
Ein Gasthof steht da beiseite, dort soll er häufig gerastet haben, und jedesmal verlangte es ihn nach einem Glas Milch.
Die Zeit, 17.03.1967, Nr. 11
Wenig später setzt er den Wagen in elegantem Bogen vor den Gasthof.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 228
Und im Gasthof des Dorfes sind die Fenster noch hell.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 1, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 47
Zitationshilfe
„Gasthof“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gasthof>, abgerufen am 23.04.2019.

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