Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gastmahl, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Gast-mahl
Wortzerlegung Gast1 Mahl
eWDG

Bedeutung

veraltet Festmahl
Beispiel:
da ging sie, die Sünderin, hin, kaufte mit dem Geld, das sie bei sich hatte, eine kostbare Salbe und ging zurück in den Saal des Gastmahls [ WeismantelRiemenschneider97]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gast · gastieren · gastlich · gastfrei · Gastfreund · Gastfreundschaft · gastfreundlich · Gastgeber · Gasthaus · Gasthof · Gastmahl · Gastspiel · Gaststätte · Gastwirt · Gastwirtschaft
Gast m. ‘wer sich vorübergehend an fremdem Ort aufhält, Besucher’. Ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. nl. gast, afries. jest, aengl. giest, anord. gestr (daraus engl. guest), schwed. gäst, got. gasts (germ. *gasti-) führt mit verwandtem lat. hostis ‘Fremdling’, besonders ‘kriegführender Fremder, Landesfeind’, hospes (Genitiv hospitis) ‘Gastfreund’ (aus *hostipots, eigentlich ‘Herr des Fremden, Gastherr’, zum zweiten Kompositionsglied, das hier jedoch als konsonantischer Stamm erscheint, s. Despot) sowie aslaw. gostь ‘Gast, Fremder’, aruss. gostь, auch ‘angereister Kaufmann’, russ. gost’ (гость) ‘Gast’ auf ie. *ghostis ‘Fremder’. Dies bezeichnet also sowohl den friedlich sich nähernden Fremden, dem Schutz, Unterkunft, Bewirtung gewährt wird, als auch den mit kriegerischen Absichten ins Land fallenden Fremden, den Feind. Im Germ. überwiegt früh die erste Bedeutung, doch kann noch mhd. gast auch für ‘Krieger’ bzw. ‘feindlicher Krieger’ stehen. Mit dem Erstarken des Bürgertums, der Intensivierung des Handels und der Entwicklung des Herbergswesens bezeichnet Gast nur noch den bewirteten Fremden, den Besucher. – gastieren Vb. ‘zu Gaste haben, bewirten’ (17. Jh.) für älteres gasten (16. Jh.); heute von Künstlern ‘Gastrollen geben’. gastlich Adj. ahd. gastlīh (Hs. 12. Jh.; vgl. ungastlīhhī ‘Ungastlichkeit’, 11. Jh.), mhd. gastlich. gastfrei Adj. (16. Jh.). Gastfreund m. ‘wer zu einem Freund als Gast kommt, wer seinem Freund Gastfreundschaft gewährt’, wahrscheinlich von Maaler (1561) zur Wiedergabe von lat. hospes (s. oben) nach der älteren Umschreibung Gast und Freund geprägt, dann auch Äquivalent für gleichbed. griech. (homerisch) xé͞inos (ξεῖνος), (att.) xénos (ξένος) in dem in der Antike entwickelten speziellen Sinn der vertraglich vereinbarten, erblichen Verbindung zu gegenseitiger gastlicher Aufnahme und Freundschaft. Gastfreundschaft f. ‘Bereitschaft, einem Fremden Bewirtung und Unterkunft zu gewähren’ (Anfang 17. Jh.), älter gastliche Freundschaft (Mitte 16. Jh.); gastfreundlich Adj. ‘jederzeit bereit, Gäste bei sich aufzunehmen’ (2. Hälfte 18. Jh.). Gastgeber m. ‘wer andere zu Gast lädt und bewirtet’, mhd. gastgeber, gastgebe ‘wer Nachtherberge gibt, Gastwirt, Wirt’. Gasthaus n. ‘Übernachtungsstätte mit Speisewirtschaft’, ahd. (8. Jh.), mhd. gasthūs. Gasthof m. (Anfang 15. Jh.). Gastmahl n. ‘festliche Mahlzeit mit Gästen’ (16. Jh.). Gastspiel n. ‘Auftreten eines Künstlers, eines künstlerischen Ensembles auf einer fremden Bühne’ (Mitte 19. Jh.). Gaststätte f. ‘Speiserestaurant, Lokal’, zuerst 1909 in den dt. Alpenländern verdeutschend für Hotel und Restauration. Gastwirt m. ‘Inhaber einer Gaststätte’ (17. Jh.); Gastwirtschaft f. (um 1800); älter in gleichem Sinne Wirtschaft (s. d.).

Thesaurus

Typische Verbindungen zu ›Gastmahl‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gastmahl‹.

Herod Kleopatra Meer Revolution Trimalchio antik römisch üppig

Verwendungsbeispiele für ›Gastmahl‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Repräsentative Säle für Empfänge und Gastmahle werden nicht gefehlt haben, doch sind sie uns leider nirgends erhalten. [Schachermeyr, Fritz: Ursprung und Hintergrund der griechischen Geschichte. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 22995]
Auch wenn er sich bei einem Untertan zum Gastmahl niedersetzte, war es ein Bild. [Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 1064]
Dort ist, jedenfalls was das Gastmahl betrifft, Schluss mit lustig. [Süddeutsche Zeitung, 28.07.2000]
Beim Gastmahl, in der Öffentlichkeit, in der Akademie – überall sind die Männer mitsamt ihren erotischen Theorien unter sich. [Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 465]
Das war ein Gastmahl, wie es Wallenstein wohl gegeben haben mochte. [Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222]
Zitationshilfe
„Gastmahl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gastmahl>.

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