Gatte, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gatten · Nominativ Plural: Gatten (oft mit Poss.pron.)
Aussprache
WorttrennungGat-te (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Gatte‹ als Erstglied: ↗Gattenliebe · ↗Gattenpflicht · ↗Gattentreue · ↗Gattenwahl · ↗Gattin
 ·  mit ›Gatte‹ als Letztglied: ↗Ehegatte
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltend, gehoben Ehemann
Beispiele:
ein liebevoller, fürsorglicher Gatte
das ist der Gatte von Frau M
die Schriftstellerin kam mit ihrem Gatten, in Begleitung ihres Gatten, begleitet von ihrem Gatten
grüßen Sie bitte Ihren Gatten (von mir)
nur im Plural
veraltet Eheleute
Beispiel:
Da werden Brüder sich verkaufen, / und unter Gatten ist Verrat [Bergengr.Dies irae19]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gatte · Ehegatte · gatten · begatten · Gattung
Gatte m. ‘Ehemann’, Plur. Gatten ‘Eheleute, Ehepaar’ Mhd. gat(e) ‘wer einem gleich ist oder es einem gleichtut, Genosse, Tiermännchen, -weibchen’, neben gegate (substantivierte Form eines Adjektivs ahd. gigat ‘passend’, um 1000), asächs. gigado, aengl. (ge)gada ‘seinesgleichen, Genosse, Gefährte’, mnl. (ghe)gade ‘Genosse, Ehepartner’, nl. gade ‘Ehemann, Ehefrau’ (westgerm. *(ga)gadōn-); vgl. (mit einem oft die Stammes- und Familienzugehörigkeit bezeichnenden Ableitungssuffix) ahd. gataling ‘Stammesgenosse, Verwandter’, Plur. ‘Eltern’ (8. Jh.), asächs. gaduling, aengl. gædeling, got. gadiliggs. Außergerm. sind zu vergleichen aind. gádhyaḥ ‘was man gerne festhält, was einem paßt’, aslaw. godъ ‘Stunde, (passende) Zeit’, russ. god (год) ‘Jahr’, aslaw. godьnъ ‘gefällig, geeignet’, russ. gódnyj (годный) ‘tauglich, brauchbar, geeignet’, výgoda (выгода) ‘Vorteil, Nutzen, Gewinn’. Sie führen auf die Wurzel ie. *ghadh- ‘vereinigen, eng verbunden sein, zusammenpassen’, älter wohl ‘umklammern, fest- und zusammenhalten’ (vgl. aind. ā́gadhitaḥ ‘angeklammert’), wozu auch ↗gut, ↗vergattern und wohl auch ↗Gatter, ↗Gitter (s. d.) gehören. Gatte, seit Mitte des 12. Jhs. bezeugt, gehört von Anfang an der gehobenen Sprache an; seine Bedeutung geht von ‘gleichgestellter, ebenbürtiger Genosse’ aus, von der Mitte des 13. Jhs. an wird damit auch der Paarungspartner im Tierreich bezeichnet; erst von der Mitte des 17. Jhs. an steht es allein für den ‘ehelich verbundenen Mitmenschen’. Vorher bedarf es, wenn auf Menschen bezogen, der Zusammensetzung Ehegatte (Ende 16. Jh.), das, wie Gatte, lange Zeit auch die ‘Ehefrau’ meinen kann, vgl. mnd. echtegāde und nl. gade, die beide für ‘Ehegatte’ und ‘Ehegattin’ stehen (doch wird nl. gade meist auf die ‘Ehefrau’ bezogen). Ab Ende 18. Jh. gelten Ehegatte, Gatte allein für den ‘Ehemann’, nachdem Ehegattin (um 1700) und Gattin (1. Hälfte 18. Jh.) üblich werden. gatten Vb. reflexiv ‘sich paaren’, in der Kaufmannssprache früher ‘ordnen, sortieren’ (Waren gatten); mhd. gaten ‘zusammenkommen, genau zusammenpassen, vereinigen’, reflexiv ‘sich in- oder aneinanderfügen, zusammenpassen’, vgl. mhd. gegaten reflexiv ‘sich fügen’ und s. ↗vergattern ‘die Wache verpflichten’. begatten Vb. reflexiv ‘sich paaren’ (Anfang 17. Jh.); vgl. ahd. bigatōn ‘jmdn. treffen, jmdm. zuteil werden’ (11. Jh.), mhd. begaten ‘erreichen, übereinkommen, einrichten’, reflexiv ‘sich gesellen’, mnd. begāden. Gattung f. ‘Gesamtheit von Einzeldingen, Einzelwesen, die in wesentlichen Eigenschaften übereinstimmen, Sorte, Art’, in der Biologie für Genus im System der Lebewesen (zwischen Familie und Art stehend), spätmhd. gatunge; die in der Kaufmannssprache erhaltene Ausgangsbedeutung ‘Zusammenstellung des Zusammengehörigen’ wird durch Sorte, Sortiment verdrängt.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandes) Alter · Angetrauter · ↗Ehegatte · ↗Ehegespons · ↗Ehepartner · Gatte · ↗Gemahl · ↗Lebensgefährte · ↗Mann · ↗Partner  ●  ↗Ehemann  Hauptform · ↗Gespons  veraltet · bessere Hälfte  scherzhaft · ↗(jemandes) Kerl  ugs. · ↗(jemandes) Macker  ugs. · (jemandes) Männe  ugs., regional · ↗Göttergatte (spöttisch)  ugs. · ↗Mustergatte (leicht ironisch)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ehejahr Gattin Geliebte Königin Prinzessin Queen abwesend angetraut betrogen betrügen eifersüchtig gehörnt geliebt geschieden gestreng heimgekehrt heimkehrend ideal liebend meucheln nichtsnutzig treulos treusorgend ungeliebt untreu verblichen verschollen verstorben zärtlich überlebend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gatte‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den damaligen Gatten jedenfalls, ihren Partner im Film, spielte sie glatt an die Wand.
Die Welt, 14.04.2005
Vor dem inneren Auge erscheinen stolze Frauen, verlassene Gatten, feurige Liebhaber.
Der Tagesspiegel, 25.02.2000
Gerade noch rechtzeitig kann sie sich vor ihrem herbeieilenden Gatten verbergen.
Fath, Rolf: Werke - M. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 21929
Nur der Tod des früheren Gatten löst die erste Ehe auf.
Seitz, Joseph: Nicht katholisch getraut - was nun?, Leutesdorf am Rhein: Druckerei des Johannesbundes 1960 [1956], S. 8
Die Dame hat nie versucht, mich gegen ihren geschiedenen Gatten aufzuhetzen.
Friedländer, Hugo: Der Beleidigungsprozeß des Berliner Stadtkommandanten, Generalleutnant z.D. Graf Kuno von Moltke gegen den Herausgeber der »Zukunft« Maximilian Harden. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 3928
Zitationshilfe
„Gatte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gatte>, abgerufen am 22.02.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
GATT
gätlich
Gateway
Gatekeeper
Gatefold
gatten
Gattenliebe
Gattenmord
Gattenmörder
Gattenpflicht