Gauch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gauch(e)s · Nominativ Plural: Gauche
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gauch(e)s · Nominativ Plural: Gäuche
Aussprache
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltend, abwertend Narr, Tropf
Beispiel:
Mein Vater besah sich den alten Gauch von oben bis unten [LöscherAlles Getrennte153]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kuckuck · Gauch · Kuckucksei
Kuckuck m. substantivierte lautmalende Nachbildung des Vogelrufs, ahd. kuk(k)uc (Hs. 12. Jh.), gug(g)ug (Hs. 14. Jh.), mhd. kukuk (auch kuck, gucke, kucker, gugger), mnd. kukuk; vgl. die ebenfalls lautnachahmenden Bildungen engl. cuckoo, mnl. coecoec, coccuuc, cucuuc, cuycuyc, nl. koekoek, schwed. ku(c)ku sowie aind. kōkiláḥ, griech. kókkyx (κόκκυξ), lat. cucūlus, afrz. cocu, frz. coucou, ital. cuculo, cucco, cuccù, mir. cūach, russ.-kslaw. kukavica, russ. kukuska (кукушка) sowie lit. kukúoti ‘Kuckuck rufen’. Im Dt. ersetzt Kuckuck als treuere Nachbildung des Vogelrufs älteres Gauch m. übertragen auch (da die Eintönigkeit des Rufes den Vogel als töricht erscheinen läßt) ‘Tor, Narr’, ahd. gouh (8. Jh.), mhd. gouch (auch ‘Tor, Narr, Schelm, Betrogener, armer Tropf’), asächs. mnd. gōk, mnl. gooc, aengl. gēac, engl. (mundartlich) gowk, anord. gaukr, schwed. gök, dazu vgl. ahd. guckōn (um 1000), mhd. gucken ‘(wie ein) Kuckuck rufen’. Als Vorstufe kann germ. *gauka- und weiter ie. *ghoug- angenommen werden, wozu als schwundstufig-reduplizierende Formen lit. gegužeė͂, aruss. žegъzulja, zegъzica, russ. (älter) zegzíca (зегзица), so daß auch dieser Name sich als onomatopoetische Bildung erweist. Nach der innersprachlichen Weiterentwicklung zu Gauch erfolgt (über mhd. gucgouch) mit Kuckuck eine Neubildung nach dem Naturlaut. Als Euphemismus tritt (seit dem 16. Jh.) Kuckuck für Teufel u. dgl. ein, vgl. zum Kuckuck!, hol dich der Kuckuck!; scherzhaft steht der Name für den auf dem Siegel des Gerichtsvollziehers befindlichen Wappenadler (19. Jh.). Kuckucksei n. ‘etw. Untergeschobenes, für das ein anderer sorgen soll, zweifelhafte Gabe’, im Hinblick auf das Brutschmarotzertum des Kuckucks, der seine Eier artfremden Vögeln unterlegt (19. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er war kein windiger Gauch mehr und hatte zu leben.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 30
Synonyme sind unter anderem Gauch, Kuckuck, Siemann, Pantoffelheld, Kuckuck, Siemann, Pantoffel.
Röhrich, Lutz: Hahnrei. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 28803
Zitationshilfe
„Gauch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gauch>, abgerufen am 19.12.2018.

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