Gaukelei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gaukelei · Nominativ Plural: Gaukeleien
WorttrennungGau-ke-lei
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend Vorspiegelung, Vortäuschung
Beispiel:
Bei dem, was ich sah, handelt es sich um eine okkulte Gaukelei des organischen Lebens [Th. Mann11,159]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gaukeln · gokeln · kokeln · Gaukler · Gaukelei · Gaukelspiel
gaukeln Vb. ‘flattern, schwankend fliegen, auf spielerische Art täuschen, Zauberei treiben’, ahd. gougalōn (10. Jh.), mhd. gougeln, jünger goukeln ‘Zauberei, Taschenspielerkünste, Possen treiben’, mnd. gȫkelen, nl. goochelen gehören zu einem Substantiv, das in ahd. gougal (11. Jh.), mhd. gougel, goukel ‘Zauberei, Taschenspielerei, närrisches Treiben’ belegt ist. Nebenformen begegnen in omd. nordd. gokeln, kokeln Vb. ‘unvorsichtig mit Licht und Feuer spielen’. Die Herkunft ist unbekannt. Als wahrscheinlich verwandte Formen (teilsweise ablautend) können verglichen werden mnl. gūchelen, nl. guichelen ‘spotten’, guich ‘Grimasse’, ferner ahd. gougarōn (um 800), mhd. gougern ‘umherschweifen’, mhd. gogel Adj. ‘ausgelassen, lustig’, Subst. ‘ausgelassener Scherz, Possen’, gogen, gogelen ‘sich ausgelassen gebärden, hin und her gaukeln, flattern’, giege(l) ‘Narr, Betörter’ (öst. Gigerl ‘Kleidernarr’). Gaukler m. ‘Taschenspieler, Zauberkünstler, wer einem anderen etw. vormacht’, ahd. gougalāri (9. Jh.), mhd. gougelære, goukelære; vgl. auch aengl. gēog(e)lere, das allerdings von afrz. jogleor ‘Spaßmacher’ (s. ↗Jongleur) beeinflußt sein kann. Gaukelei f. ‘Taschenspielerei, Vorspiegelung, Vortäuschung’ (Anfang 16. Jh.), vgl. mnd. gōkelīe (1. Hälfte 14. Jh.). Gaukelspiel n. ‘Vorspiegelung, Vortäuschung’, mhd. gougel-, goukelspil.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bluff · ↗Finte · Gaukelei · ↗Gaunerei · ↗Irreführung · ↗List · ↗Manipulation · ↗Trickserei · Vorspiegelung falscher Tatsachen  ●  ↗Verarsche  derb · ↗Verarscherei  derb · ↗Verarschung  derb · ↗Veräppelung  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Musik Tanz

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gaukelei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann wäre der Cent zu mehr geworden, als eine Gaukelei für "preiswert".
Bild, 07.07.2005
Dieses Element der Gaukelei, der Freude am Können gehört durchaus zum Begriff von Kunst.
Die Zeit, 02.04.1965, Nr. 14
Vielleicht kam das Flüstern von draußen oder es hatte sich in meinem Ohr verfangen und war nichts als Gaukelei.
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 261
Hiermit hatte er den Talisman gegen ihre teuflischen Gaukeleien gefunden.
Spitteler, Carl: Imago, Jena: Diederichs 1910 [1910], S. 118
Am 1. Juli gibt es wieder eine dieser schillernden Berliner Gaukeleien.
Der Tagesspiegel, 23.06.2000
Zitationshilfe
„Gaukelei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gaukelei>, abgerufen am 17.02.2019.

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