Gaumen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gaumens · Nominativ Plural: Gaumen
Aussprache
WorttrennungGau-men (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Gaumen‹ als Erstglied: ↗Gaumenbogen · ↗Gaumenkitzel · ↗Gaumenlaut · ↗Gaumenplatte · ↗Gaumensegel
 ·  mit ›Gaumen‹ als Letztglied: ↗Hintergaumen · ↗Vordergaumen
eWDG, 1967

Bedeutung

obere Wölbung des Mundraumes
Beispiele:
der harte, weiche, vordere, hintere Gaumen
umgangssprachlich mir klebt (vor Durst) die Zunge am Gaumen
bildlich
Beispiele:
etw. kitzelt den Gaumen (= schmeckt sehr gut)
dieses Gericht kann auch den verwöhntesten Gaumen (= Geschmack) reizen
das ist etwas für den Gaumen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gaumen · Gaumenkitzel
Gaumen m. daneben bis 19. Jh. Gaum, ‘obere Wölbung des Mundraumes’, ahd. goumo (um 800), mhd. goum(e) ‘Gaumen, Kehle, Rachen’ sowie ablautendes ahd. guomo (8. Jh.), giumo (10. Jh.), mhd. guom(e), aengl. gōma (engl. gums Plur. ‘Zahnfleisch’), anord. gōmr ‘Gaumen, Kiefer, Zahnfleisch’, schwed. gom ‘Gaumen’ gehören wie wohl auch lit. gomurỹs ‘Kehle, Schlund, Adamsapfel’ als Bildungen mit dem Suffix ie. -men- im Sinne von ‘Rachen, Schlund’ zur Wurzel ie. *g̑hēi-, *g̑hē- bzw. deren Ablautformen *g̑hēu-, *g̑hō(u)-, *g̑həu- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’ (s. ↗gähnen). Das im Frühnhd. aufkommende auslautende -n stammt aus den flektierten Kasus. Gaumenkitzel m. ‘durch den Gaumen vermittelter Genuß, reizvolles Gefühl’, seit Campe (1808) gebucht, aber schon Fischart nennt den Wein gaumenkützel (2. Hälfte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gaumen · ↗Geschmack · ↗Geschmackssinn

Typische Verbindungen
computergeneriert

Feinschmecker Genuß Hasenscharte Kehlkopf Kiefer Lippe Mage Magen Nase Rachen Spezialität Zahn Zunge betören entzücken erfreuen erfrischen geschult gespalten kitzeln kleben mitteleuropäisch schmeicheln streicheln ungeübt verkleben verwöhnen verwöhnt weich zerdrücken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gaumen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am Gaumen findet man diese ungeheure Komplexität wieder, die man schon in der Nase erahnen konnte.
Die Welt, 24.12.2005
Für einen mitteleuropäischen Gaumen waren sie teilweise recht exotisch, doch konnte man sich an ihren fruchtigen Geschmack gewöhnen.
Süddeutsche Zeitung, 15.07.1995
Der Gaumen war ihm trocken und wie mit Papier ausgeklebt.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 247
Der europäische Gaumen weiß dem "Grünen Tee" keinen Geschmack abzugewinnen.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 229
Das Fleisch der jungen Tiere ist auch für europäische Gaumen schmackhaft.
Welt und Wissen, 1929, Nr. 4, Bd. 18
Zitationshilfe
„Gaumen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gaumen>, abgerufen am 15.10.2019.

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