Gebärde, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gebärde · Nominativ Plural: Gebärden
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Gebärde‹ als Erstglied: Gebärdenspiel · Gebärdensprache · gebärdenreich
 ·  mit ›Gebärde‹ als Letztglied: Affektgebärde · Ausdrucksgebärde · Demutsgebärde · Drohgebärde · Schmerzgebärde
eWDG

Bedeutung

Bewegung der Hände, Gesichtszüge, Augen, die einen inneren Vorgang, ein Gefühl ausdrückt
Beispiele:
etw. mit Worten und Gebärden, durch eine Gebärde ausdrücken
eine einladende, feierliche Gebärde machen
jmdm. mit einer unwilligen, wegwerfenden, hochmütigen, heftigen Gebärde das Wort abschneiden
jmdn. mit einer flehenden, beschwörenden, demütigen, hilflosen Gebärde um etw. bitten
etw. mit einer nachlässigen Gebärde wegwerfen
eine Rede mit vielen Gebärden begleiten, durch Gebärden unterstreichen
etw. mit einer Gebärde verneinen, ablehnen
Geste
Beispiel:
die Gebärde des Essens, Trinkens machen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gebärde · gebärden · gebärdig · Ungebärde · ungebärdig
Gebärde, f. bis ins 19. Jh. meist Geberde, ‘eine Empfindung, einen Willen, einen inneren Vorgang ausdrückende Bewegung mit Hilfe der Hände, des Gesichts oder des ganzen Körpers, Geste’, ahd. gibārida (8. Jh.), mhd. gebærde ‘Verhalten, Benehmen, Wesen’, asächs. gibāriða, mnd. gebērde, mnl. ghebaerde, ghebeerde gehören als Verbalabstrakta zu ahd. gibāren (8. Jh.), mhd. gebæren ‘sich betragen, verhalten’, asächs. gibārian, mnd. gebēren, aengl. gebæran; dazu vgl. noch ahd. gibārī f. ‘Verhalten’ (11. Jh.), mhd. gebære ‘Verhalten, Aussehen, Wesen’, ahd. gibāri Adj. ‘sich verhaltend, geartet’ (9. Jh.), mhd. gebære ‘angemessen, schicklich, gebührend’. Zur weiteren Verwandtschaft s. gebaren und gebären. Vom Substantiv abgeleitet gebärden Vb. reflexiv ‘sich außergewöhnlich benehmen, verhalten, aufführen’ (2. Hälfte 15. Jh.). gebärdig Adj. ‘sittsam, freundlich’ (16. Jh.). Ungebärde f. ‘übles, unziemliches Benehmen’, mhd. ungebærde. ungebärdig Adj. ‘widersetzlich, störrisch, wild’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fingerzeig · Gebärde · Geste · Handbewegung
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Deutscher Gruß · Hitlergruß · Nazigruß
  • Merkel-Dach · Merkel-Raute · Raute der Macht  ●  Merkelizer  selten
  • Quenelle-Gruß · französische Nazi-Geste · umgekehrter Hitlergruß
Assoziationen
  • (ein) Signal geben · (ein) Zeichen machen · (jemandem) einen Wink geben · signalisieren · winken  ●  (jemandem ein) Zeichen geben  Hauptform

Typische Verbindungen zu ›Gebärde‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

BittenBeispielsätze anzeigen FlehenBeispielsätze anzeigen GestikBeispielsätze anzeigen MienenspielBeispielsätze anzeigen MimikBeispielsätze anzeigen abwehrendBeispielsätze anzeigen auftrumpfendBeispielsätze anzeigen ausdrucksvollBeispielsätze anzeigen ausgreifendBeispielsätze anzeigen ausholendBeispielsätze anzeigen ausladendBeispielsätze anzeigen bittendBeispielsätze anzeigen ekstatischBeispielsätze anzeigen exaltiertBeispielsätze anzeigen expressivBeispielsätze anzeigen flehendBeispielsätze anzeigen herrischBeispielsätze anzeigen herrscherlichBeispielsätze anzeigen hinweisendBeispielsätze anzeigen imperialBeispielsätze anzeigen lautsprachbegleitendBeispielsätze anzeigen martialischBeispielsätze anzeigen pathetischBeispielsätze anzeigen priesterlichBeispielsätze anzeigen segnendBeispielsätze anzeigen theatralischBeispielsätze anzeigen verneinendBeispielsätze anzeigen verächtlichBeispielsätze anzeigen wegwerfendBeispielsätze anzeigen weitausholendBeispielsätze anzeigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gebärde‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gebärde‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das leuchtete mich aus seinem Golde an, das raunte mir aus seinen gebundenen Gebärden zu.
Süddeutsche Zeitung, 21.12.2002
Ich überlegte, ob sie versuchen würde, mich mit feuchtwarmen Gebärden zu überrumpeln.
Arjouni, Jakob: Happy birthday, Türke!, Zürich: Diogenes 1987 [1985], S. 92
Vergebens habe ich mich angestrengt, den Kopf zu schütteln, meine Arme in einer flehenden Gebärde zu heben.
Rasp, Renate: Ein ungeratener Sohn, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1967, S. 134
Mit einer stummen Gebärde lud er mich lediglich zum Sitzen ein.
Die Zeit, 24.09.1953, Nr. 39
Mit großartiger Gebärde lud er sie in die Bibliothek ein.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 19
Zitationshilfe
„Gebärde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geb%C3%A4rde>, abgerufen am 27.11.2021.

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