Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gebärdensprache, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gebärdensprache · Nominativ Plural: Gebärdensprachen
Aussprache  [gəˈbɛːɐ̯dn̩ˌʃpʀaːχə]
Worttrennung Ge-bär-den-spra-che
Wortzerlegung Gebärde Sprache
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

aus körperlichen Zeichen, besonders Gestik und Mimik, bestehende menschliche Sprache mit definierter Grammatik und Lexik, die besonders von Schwerhörigen und Gehörlosen verwendet wird
Unterbegriff von Zeichensprache (1), siehe auch Lautsprache
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die Deutsche Gebärdensprache
als Akkusativobjekt: eine Gebärdensprache lernen, erlernen, beherrschen
mit Genitivattribut: die Gebärdensprache der Gehörlosen
als Genitivattribut: die Grammatik der Gebärdensprachen
in Koordination: Gebärdensprache und Gehörlosenkultur
in Präpositionalgruppe/-objekt: [etw.] in Gebärdensprache übersetzen; in Gebärdensprache kommunizieren; sich in Gebärdensprache unterhalten, verständigen
Beispiele:
Gebärdensprachen sind visuell‑manuelle Sprachen. Sie bestehen neben Handzeichen aus Mimik und Körperhaltung und verfügen über ein umfassendes Vokabular sowie eine eigenständige Grammatik. Für die Wissenschaft gelten Gebärdensprachen als vollwertige Sprachen. In Deutschland wurden sie erst im Jahr 2002 durch das Behindertengleichstellungsgesetz anerkannt. [Frankfurter Rundschau, 14.05.2021]
Gerade weil der öffentlich‑rechtliche Rundfunk Programm für alle machen muss. Dann müssen alle das Programm nutzen können. Deshalb ist es wichtig, dass es Sendungen mit Untertiteln gibt, aber auch mit Gebärdensprache, Audiodeskription und in leichter Sprache. [Reutlinger General-Anzeiger, 17.02.2022]
Im Rahmen der Inklusion wird die Gebärdensprache immer wichtiger und immer häufiger benutzt. [Rhein-Zeitung, 17.02.2022]
Neben den jeweiligen Gebärdensprachen der unterschiedlichen Länder gibt es auch die »International Sign«, also die internationale Gebärdensprache. [Fränkischer Tag, 12.06.2021]
Die Kraft der Berührung und Zeichensprache: Gehörlosigkeit im Alter ist keine Seltenheit, dennoch sind die wenigsten Pfleger darauf eingestellt – sie können keine Gebärdensprache. [Rhein-Zeitung, 05.03.2018]
Der Gebrauch von Gebärden und Mienen, um Gedanken, Empfindungen und den Willen kundzugeben, heißt Gebärdensprache. [Schädel, E.: Das Sprechenlernen unserer Kinder. Leipzig: Brandstetter 1905, S. 84]

letzte Änderung:

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›Gebärdensprache‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gebärdensprache‹.

Zitationshilfe
„Gebärdensprache“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geb%C3%A4rdensprache>.

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