Gebüsch, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gebüsches · Nominativ Plural: Gebüsche
Aussprache
WorttrennungGe-büsch
GrundformBusch
Wortbildung mit ›Gebüsch‹ als Letztglied: ↗Dornengebüsch · ↗Holundergebüsch · ↗Latschengebüsch · ↗Wacholdergebüsch · ↗Weidengebüsch
eWDG, 1967

Bedeutung

viele Büsche, die ein zusammenhängendes Ganzes bilden, Buschwerk
Beispiele:
struppiges, dichtes, dorniges Gebüsch
Gebüsch pflanzen, roden
der Hügel ist mit Gebüsch bewachsen
der Weg ist auf beiden Seiten von Gebüsch eingefasst
ins Gebüsch kriechen
sich im Gebüsch verstecken
im Gebüsch verschwinden
sich seitwärts ins Gebüsch schlagen
das Gebüsch ist ein idealer Nistplatz für Singvögel
übertragen
Beispiel:
unter dem Gebüsch seines rotbraunen Schnurrbarts [Th. MannZauberb.2,603]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Busch · buschig · Gebüsch · Büschel
Busch m. ‘Strauch’, ahd. busc, bosc (Hs. 12. Jh.), mhd. busch, bosch(e), asächs. -busc, mnd. busch, mnl. bosch, busch, nl. bos, engl. bush, dän. busk, schwed. buske. Das Hauptproblem der Etymologie liegt im Verhältnis der germ. Formen zur mlat.-roman. Wortgruppe mlat. boscus, buscus ‘Wald, Gebüsch’, aprov. bosc, afrz. bois, bos(c), frz. bois, ital. bosco. Fraglich ist, ob eine Entlehnung aus dem Roman. ins Germ. oder umgekehrt aus dem Germ. ins Roman. stattgefunden hat. Nimmt man für Busch germ. Ursprung an (germ. *buska-), so ist die gesamte Wortgruppe zur s-Erweiterung der Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ zu stellen (s. ↗Beule, ↗Bausch). Dagegen gibt es für die mlat.-roman. Formen außerhalb des Germ. keinen sicheren Anknüpfungspunkt. Auffällig bleibt die relativ späte Bezeugung in den einzelnen germ. Sprachen, doch machen die hier bezeugte weite Verbreitung und die Möglichkeit eines etymologischen Anschlusses eine Entlehnung der mlat.-roman. Formen aus dem Germ. wahrscheinlich. Die Redensart auf den Busch klopfen ‘zu erfahren suchen, was hinter einer Angelegenheit steckt’ wird aus der Jägersprache übernommen, eigentlich ‘klopfen, um das verborgene Wild aufzuscheuchen’. buschig Adj. ‘mit Büschen bestanden’ (16. Jh.), dem spätmhd. buscheht (bis Mitte 19. Jh. noch buschicht) voraufgeht; nhd. auch ‘mit Haaren dicht bewachsen’. Gebüsch n. ‘Gesträuch’, spätmhd. gebüsche. Büschel n. ‘Bündel’, ahd. buskillī(n) (11. Jh.), buskila (Hs. 12. Jh.), mhd. büschel, eigentlich ‘kleiner Busch’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Buschwald · ↗Buschwerk · ↗Dickicht · Gebüsch · ↗Gesträuch · ↗Gestrüpp · ↗Macchia (it., kors.) · ↗Macchie · ↗Strauchwerk · ↗Unterholz  ●  ↗Maquis  franz.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bahndamm Bewuchs Felsbrocken Gras Rascheln Schilf Spielplatz Straßenrand Trampelpfad Ufervegetation Unkraut Unterholz Waldrand auflauern aufstöbern dicht dornig hervorspringen huschen kriechen lauern mannshoch rascheln schleifen struppig undurchdringlich verkriechen verstecken wuchernd zerren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gebüsch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Plötzlich hört er im Gebüsch erst ein leises Rascheln, dann ein scharfes Fauchen.
Bild, 19.07.1999
Anschließend verbarg er sich ganz in der Nähe im Gebüsch.
Der Tagesspiegel, 28.04.1997
Er trat aus dem Gebüsch, und sie begann zu lachen.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 87
Nun sah sie ihn hinten sich durch die Gebüsche kämpfen.
Schaeffer, Albrecht: Helianth II, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 166
Das Paar unterhielt sich sehr lebhaft und begab sich querfeldein in das Gebüsch.
Friedländer, Hugo: Der Mord im Essener Stadtwalde. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 957
Zitationshilfe
„Gebüsch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gebüsch>, abgerufen am 22.11.2019.

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