Gebaren, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gebarens · Nominativ Plural: Gebaren · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGe-ba-ren (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Gebaren‹ als Letztglied: ↗Finanzgebaren
eWDG, 1967

Bedeutung

(außergewöhnliches) Benehmen, Verhalten
Beispiele:
er fiel durch sein absonderliches, eigenartiges, schwerfälliges, ungeschlachtes, wildes Gebaren auf
durch sein Gebaren öffentliches Ärgernis erregen
er hatte ein wohlgesittetes, weltmännisches, einnehmendes, einfaches Gebaren
Kaufmannssprache das kaufmännische Gebaren (= Geschäftsgebaren)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gebaren · Gebaren
gebaren Vb. reflexiv ‘sich benehmen, betragen, verhalten’. Dem heute selten gebrauchten Verb geht gleichbed. ahd. gibārōn (9. Jh.), mhd. mnd. gebāren vorauf; dazu stellen sich ahd. gibāra f. ‘Art, Erscheinungsform’ (11. Jh.), mhd. gebār m. ‘Betragen, Verhalten, Art und Weise’ sowie als eng verwandt die unter ↗Gebärde (s. d.) genannten Formen; vgl. Götz in: PBB (H) 81 (1959) 191 ff. Letztlich ist die Wortgruppe an die Wurzel ie. *bher(ə)- ‘tragen, bringen’ (s. ↗gebären) anzuschließen. Bereits im 18. Jh. gilt das Verb als selten, gebräuchlich bleibt dagegen der substantivierte Infinitiv Gebaren n. ‘(außergewöhnliches) Benehmen, Betragen, Verhalten’, ahd. gibāren (Hs. 11./12. Jh.), mhd. gebāren.

Thesaurus

Synonymgruppe
Auftreten · ↗Benehmen · ↗Betragen · Gebaren · ↗Habitus · ↗Handeln · ↗Handlungsweise · ↗Tun · ↗Verhalten · ↗Verhaltensweise  ●  Tun und Lassen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) Auftreten · Gebaren  ●  ↗Attitüde  geh., franz., bildungssprachlich · ↗Gehabe  geh., abwertend · ↗Gestus  geh., bildungssprachlich · ↗Habitus  geh., bildungssprachlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aussehen Kleidung aggressiv anmaßend aristokratisch aufdringlich autokratisch autoritär diktatorisch eigenartig eigentümlich eitel elitär exzentrisch fragwürdig geißeln geschäftlich herrisch herrschaftlich höfisch martialisch merkwürdig monopolistisch nationalistisch populistisch rüd selbstherrlich seltsam undemokratisch unseriös

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gebaren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Swift verballhornte vor allem das alberne Gebaren der Wissenschaftler seiner Zeit.
Der Tagesspiegel, 02.11.1999
Aber das ist ein Gebaren, was wir nicht unterstützen wollen.
Die Welt, 09.07.1999
Die Erklärung für ihr Gebaren, die sie schließlich gab, machte ihn wütend.
Becker, Jurek: Amanda herzlos, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1993 [1992], S. 182
Die Wogen des Meeres wären nicht aufgeregter als ihr Gebaren.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 679
Über ein so sonderbares Gebaren sind viele Fragen gestellt worden.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 16
Zitationshilfe
„Gebaren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gebaren>, abgerufen am 27.03.2019.

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