Gebein, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gebein(e)s · Nominativ Plural: Gebeine
Aussprache 
Worttrennung Ge-bein (computergeneriert)
GrundformBein

Bedeutungsübersicht+

  1. [gehoben] ...
    1. 1. Glieder, Körper des lebenden Menschen
    2. 2. ⟨Gebeine⟩ Knochen, Skelett des Toten
eWDG

Bedeutung

gehoben
1.
Glieder, Körper des lebenden Menschen
Beispiele:
ein Schreck, Schmerz fuhr ihm durch das Gebein
der Schmerz wühlte ihm im Gebein
Furcht zitterte in seinen Gebeinen
scherzhaftKrikor raffte stöhnend sein lahmes Gebein zusammen (= raffte sich auf) [ WerfelMusa Dagh593]
2.
GebeineKnochen, Skelett des Toten
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
die Gebeine der Toten
die Gebeine zur letzten Ruhe betten
Irgendwo hatte man ein Grab geschändet … Gebeine lagen umher [ JahnnHolzschiff144]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bein · beinern · beinig · Gebein · Beinling · O-Beine · X-Beine
Bein n. zum Stehen und zur Fortbewegung dienender Körperteil, beinartiger Teil eines Möbels, Gerätes, ahd. (9. Jh.), mhd. bein ‘Knochen, Bein’, auch ‘Ober-, Unterschenkel’, asächs. mnd. bēn, mnl. nl. been, afries. bēn, aengl. bān, engl. bone ‘Knochen, Bein’, anord. bein ‘Bein, Knochen, Oberschenkel’. Die Etymologie des westgerm. und nordgerm. bezeugten Wortes (*baina-) ist dunkel. Verwandtschaft mit (nur nordgerm. bezeugtem) anord. beinn Adj. ‘gerade, richtig, günstig’ im Hinblick auf gerade Röhrenknochen ist kaum vertretbar (vgl. vielmehr anord. leggr ‘Röhrenknochen’, s. Eisbein). Eher darf mit Etym. Wb. Nl. 1, 244 f. Herkunft aus einem ie. Substratwort vermutet werden. Die Grundbedeutung ‘Knochen’, die schon in ahd. Zeit auf das Bein sowohl als Ganzes wie auch auf seine beiden Teile, den Ober- und Unterschenkel, übertragen wird und die noch häufig bei Luther anzutreffen ist, wird allmählich von Knochen und Gebein übernommen, bleibt aber in Zusammensetzungen erhalten, vor allem in anatomischen Bezeichnungen: Brust-, Nasen-, Schien-, Schlüsselbein, auch Eis-, Elfen-, Überbein. Sie ist ferner bewahrt in dem Adjektiv beinern (s. unten) und in Wortpaaren durch Mark und Bein ‘durch und durch’, Stein und Bein schwören ‘etw. fest behaupten, leidenschaftlich beteuern’ (s. schwören). beinern Adj. ‘knöchern, aus Knochen bestehend’, älter beinen, ahd. (Hs. 13. Jh.), mhd. beinīn. beinig Adj. ‘Füße habend, mit Beinen versehen’ in den Zusammensetzungen zwei-, drei-, langbeinig, mhd. beinec (drī-, lancbeinec) mit Suffixwechsel aus ahd. -beini (lang-, zwībeini); als selbständiges Adjektiv ‘Knochen habend’ (beiniges Fleisch, beiniger Finger) bei Campe (1807). Gebein n. ‘Glieder, Körper des lebenden Menschen’, Plur. Gebeine ‘Knochen, Skelett’, ahd. gibeini ‘Gebein, die beiden Beine eines Menschen’ (9. Jh.), mhd. gebeine. Beinling m. ‘Teil eines Kleidungsstücks, der die Beine bedeckt’, seit dem 15. Jh. ‘oberer Teil des Strumpfes’, jetzt auch ‘Hosenbein’. O-Beine Plur. ovale bis runde (O-förmige) Fehlstellung der Beine (19. Jh.). X-Beine Plur. vom Knie an (X-förmig) abgewinkelte Beine (20. Jh.).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Bein · Gebein  ●  Knochen  Hauptform
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Gebein‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gebein‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gebein‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schließlich ließ Otto verstorbene Gegner aus ihren Gräbern holen und ihre Gebeine zerstreuen. [Nitschke, August: Frühe christliche Reiche. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7213]
Im zweiten Grab stießen sie auf die Gebeine eines Mannes um die fünfzig. [Die Zeit, 24.05.2010, Nr. 21]
Erst 1954 kam er ins Grab zu den anderen Gebeinen. [Die Zeit, 08.06.2009, Nr. 23]
Mit einem Alter von nur rund 25000 Jahren sind aber auch diese Gebeine zu jung. [Die Zeit, 08.07.2004, Nr. 29]
Aber die letzte Ruhe ist den Gebeinen noch nicht gewiß. [Die Zeit, 20.04.1973, Nr. 17]
Zitationshilfe
„Gebein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gebein>.

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