Geblüt, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Geblüt(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGe-blüt
GrundformBlut
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
gehoben Abstammung, Herkunft
Beispiele:
sie ist aus fürstlichem, königlichem Geblüt
eine Dame von edlem Geblüt
ein emigrierter Prinz von Geblüt [Lernet-HoleniaMaltravers7]
Veranlagung
Beispiele:
der Bourgeois steckte ihm wie seiner sentimentalen Frau tief im Geblüt [FontaneTreibelI 3,460]
Österreichisches Barock, durch jüdisches Geblüt intellektualisiert [Th. Mann11,480]
2.
veraltet Blut
Beispiele:
so ist es alsbald, als trete ihnen Galle ins Blut und vergifte ihr Geblüt [le FortPapst273]
Es steigt mir das Geblüt so auf [RoseggerWaldschulmeister1,271]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geblüt n. ‘Herkunft, Abstammung’ (in der Regel auf Angehörige von Adelsgeschlechtern bezogen), frühnhd. geblut, geblüete (Anfang 15. Jh.) ist Kollektivbildung zu dem unter ↗Blut (s. d.) angeführten Substantiv und bezeichnet zunächst die ‘Gesamtheit des Blutes in einem Körper’, daher oft in medizinischen Angaben über die vermeintliche Beschaffenheit des Blutes (dickes, zähes, gutes Geblüt) bzw. im Zusammenhang mit der Temperamentenlehre (schwarz Geblüte für ‘Melancholie’, 17. Jh.); es gilt (wie Blut) als Träger bestimmter sich fortpflanzender Eigenschaften, so daß sich die Bedeutung ‘Verwandtschaft, Abstammung, Herkunft, Geschlecht’ entwickeln kann (16. Jh.), vgl. adel des geblüts oder geburt, von Davids geblüte (Luther).

Thesaurus

Synonymgruppe
Familienbande · Geblüt · ↗Geschlecht · ↗Haus · ↗Sippe · ↗Stamm  ●  ↗Familie  Hauptform · ↗Mischpoke  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dame Dichter Fürst Gemüt Prinz Prinzessin adlig blau edel englisch fürstlich königlich prinzlich rein vornehm

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geblüt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von Geblüt ist er mehr für Ordnung als für Freiheit.
Die Zeit, 08.07.1954, Nr. 27
Sie nahmen sich ihre Frauen - von Stand mußten sie natürlich sein - von überall her; nicht einmal griechisches Geblüt war unbedingte Voraussetzung.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3792
Und folgerecht führte dieser Weg in die Operette Offenbachschen Geblüts.
Laux, Karl: Blech. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 3273
Warum war Elisa nicht auch eine Dame aus fürstlichem Geblüt?
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 45
Eigentumsrechte gründeten sich nicht so sehr auf Besitztum als vielmehr auf das Geblüt.
C't, 2000, Nr. 23
Zitationshilfe
„Geblüt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geblüt>, abgerufen am 18.10.2019.

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