Gebräu, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gebräu(e)s · Nominativ Plural: Gebräue
Aussprache 
Worttrennung Ge-bräu
Wortzerlegung ge-brauen
eWDG, 1967

Bedeutung

gebrautes Getränk, besonders Bier
Beispiel:
Es ist nicht gerade Hofbräu, Herr Permaneder, aber immerhin genießbarer als unser einheimisches Gebräu [ Th. MannBuddenbrooks1,336]
salopp, abwertend zusammengemischtes Getränk von minderer Qualität
Beispiel:
solch ein Gebräu trinke ich nicht!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brauen · Brauer · Brauerei · Bräu1 · Bräu2 · Gebräu
brauen Vb. ‘Bier herstellen, ein Getränk zubereiten’. Ahd. *briuwan, belegt nur in Ableitungen und Zusammensetzungen (z. B. briuhūs ‘Brauhaus’, s. unten), mhd. briuwen, brūwen, asächs. breuwan, afries. briuwa-, aengl. brēowan, engl. to brew, anord. brugga, schwed. brygga (germ. *breuwan) stellen sich zu der häufig auf Gärungsprozesse bezogenen, unter ↗Brot (s. d.) näher erläuterten Erweiterung der Wurzel ie. *bher(ə)- ‘aufwallen, in heftiger Bewegung sein’. Die regelmäßige Lautentwicklung führt zu nhd. bräuen (so noch im Obd.), während das übliche nhd. brauen auf mhd. (md.) brūwen beruht. Neben der Herstellung von Bier bezeichnet brauen auch die Zubereitung anderer Getränke mittels würzender Zusätze (Punsch, Kaffee). Brauer m. mhd. briuwer und brū(w)er, brūere. Brauerei f. ‘Betrieb zur Herstellung von Bier, das Brauen’ (17. Jh.), älter (16. Jh.) Brauhaus, landschaftlich Bräuhaus, ahd. (Hs. 13. Jh.), mhd. briuhūs. Bräu1 m. ‘Bierbrauer’, spätmhd. briuwe m. Bräu2 n. (auch m.) ‘das Brauen, das Gebraute’, spätmhd. briuwe n., frühnhd. (obd.) prau; dazu das Kollektivum Gebräu n. ‘gebrautes Getränk, Bier, Mischgetränk’, mhd. gebriu, gebriuwe.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gebräu · ↗Gemisch · ↗Melange · ↗Mischung · ↗Mix · ↗Mixtur  ●  ...cocktail (journal.)  fig. · ↗Cocktail  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Gebräu‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gebräu‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gebräu‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sein Programm ist ein unklares Gebräu von patriarchalischen, sozialen und vaterländischen Ideen.
Die Zeit, 03.02.1958, Nr. 05
Ihr Öl ist ein ganz exquisites Gebräu, bei dem man so viel falsch machen kann.
Der Tagesspiegel, 10.01.2004
Innerhalb der nächsten zehn Jahre wollen nun die Vereinten Nationen das heimtückische Gebräu auf der ganzen Welt beseitigen.
Bild, 07.05.1997
Allzu alkoholreich scheint das Gebräu allerdings nicht gewesen zu sein.
Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 83
Zunächst will man dies schwülstige Gebräu für eine Parodie halten.
Die Welt, 04.02.2006
Zitationshilfe
„Gebräu“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gebr%C3%A4u>, abgerufen am 28.11.2020.

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