Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gebrüll, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gebrüll(e)s · wird nur im Singular verwendet
Nebenform Gebrülle · Substantiv · Genitiv Singular: Gebrülles
Aussprache 
Worttrennung Ge-brüll ● Ge-brül-le
Wortzerlegung ge- brüllen
Wortbildung  mit ›Gebrüll‹ als Letztglied: Angstgebrüll · Bardengebrüll · Freudengebrüll · Hurragebrüll · Löwengebrüll · Mordsgebrüll · Rindergebrüll · Schlachtgebrüll · Schmerzgebrüll · Siegesgebrüll · Wutgebrüll
eWDG

Bedeutung

das (fortwährende) Brüllen
Beispiele:
das heisere, wilde, furchterregende Gebrüll des Löwen
das laute, schmerzvolle, tierische Gebrüll (= Schreien) der Verletzten, Verwundeten
bildlich, gehobendas Gebrüll der Wogen, des Meeres, Sturmes
nur selten kam aus der Ferne das Gebrüll eines aufgestörten Rindes [ StormSchimmelr.7,225]
dröhnendes Gelächter
Beispiele:
das freudige, jubelnde Gebrüll der Menge
in ein Gebrüll ausbrechen
abwertend Geschrei, Geheule
Beispiele:
das Gebrüll der Kinder
der Junge erhielt eine Ohrfeige und stimmte ein mächtiges Gebrüll an
es gab großes Gebrüll, als …
lautstarkes Rufen
Beispiel:
Das Gedröhn der Bomber und das Gebrüll der Scharführer vereinte sich zu einem schaurigen Duett [ ApitzNackt481]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brüllen · Gebrüll
brüllen Vb. ‘die Stimme durchdringend laut und dumpf ertönen lassen’. Mhd. brüelen setzt ein jan-Verb mit der Wurzelsilbe germ. *brōl- voraus. Man verbindet es mit den im Obd. weiterlebenden Verben frühnhd. brallen ‘heftig schreien’, mhd. frühnhd. brellen ‘brüllen, schreien’ sowie schwäb. Brall ‘lauter, durchdringender Schrei’ und (mit anlautendem p-) mhd. pral (Genitiv pralles) ‘Lärm, Schall’. Abweichenden Ablaut (gegenüber dem bisher dargestellten Wechsel a – ō) zeigen mnl. nl. mnd. brullen ‘brüllen’. Die Wortgruppe ist wohl onomatopoetischen Ursprungs, eine sichere etymologische Herleitung läßt sich nicht geben. Man versucht, die genannten Verben an ähnlich klingende gleicher Bedeutung (wie die unter prahlen, s. d., genannten) anzuknüpfen oder speziell in der nl. Form eine Bildung mit emphatischem r gegenüber mnl. bullen ‘lärmen, toben, wüten’, mhd. bullen, büllen ‘heulen, bellen, brüllen’ (verwandt mit bellen, s. d.) zu sehen. Doch bleiben diese Versuche zweifelhaft. Die Vokalkürze von nhd. brüllen gegenüber mhd. brüelen (vergleichbar der Entwicklung in nhd. müssen, s. d., gegenüber mhd. müeʒen) ist wohl zunächst vor der in Präteritalformen (wegen des dentalen Elements) auftretenden Doppelkonsonanz entstanden. – Gebrüll n. ‘andauerndes Brüllen’, mhd. gebrülle.

Thesaurus

Synonymgruppe
Brüllerei · Gebrüll · Gegröl · Gegröle · Gelärm · Gelärme · Geschrei · Grölerei · Lärmerei · Schreierei  ●  Gejohl  ugs., abwertend · Gejohle  ugs., abwertend · Krakeel  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Gebrüll‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gebrüll‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gebrüll‹, ›Gebrülle‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bevor er ihn aber werfen konnte, hörten die Kinder ein furchtbares Gebrüll hinter sich. [Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 141]
Unterhaltungen müssen grundsätzlich in Gebrüll ausarten, will man sich verständlich machen. [Die Zeit, 06.04.2000, Nr. 15]
Darauf erhebt sich ein Gebrüll, das Baum nie vergessen wird. [Der Spiegel, 15.02.1982]
Sie reagieren auch besonders sensibel auf das Gebrüll männlicher Löwen. [Die Zeit, 16.03.2011 (online)]
Zwei Minuten lang ahmten sie das Gebrüll der Tiere nach. [Die Zeit, 19.07.2007 (online)]
Zitationshilfe
„Gebrüll“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gebr%C3%BCll>.

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