Gebrüll, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gebrüll(e)s · wird nur im Singular verwendet
Nebenform Gebrülle · Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gebrülles · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGe-brüll ● Ge-brül-le
Grundformbrüllen
Wortbildung mit ›Gebrüll‹ als Letztglied: ↗Angstgebrüll · ↗Hurragebrüll · ↗Mordsgebrüll · ↗Rindergebrüll · ↗Schmerzgebrüll · ↗Siegesgebrüll
eWDG, 1967

Bedeutung

das (fortwährende) Brüllen
Beispiele:
das heisere, wilde, furchterregende Gebrüll des Löwen
das laute, schmerzvolle, tierische Gebrüll (= Schreien) der Verletzten, Verwundeten
bildlich, gehoben das Gebrüll der Wogen, des Meeres, Sturmes
nur selten kam aus der Ferne das Gebrüll eines aufgestörten Rindes [StormSchimmelr.7,225]
dröhnendes Gelächter
Beispiele:
das freudige, jubelnde Gebrüll der Menge
in ein Gebrüll ausbrechen
abwertend Geschrei, Geheule
Beispiele:
das Gebrüll der Kinder
der Junge erhielt eine Ohrfeige und stimmte ein mächtiges Gebrüll an
es gab großes Gebrüll, als …
lautstarkes Rufen
Beispiel:
Das Gedröhn der Bomber und das Gebrüll der Scharführer vereinte sich zu einem schaurigen Duett [ApitzNackt481]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brüllen · Gebrüll
brüllen Vb. ‘die Stimme durchdringend laut und dumpf ertönen lassen’. Mhd. brüelen setzt ein jan-Verb mit der Wurzelsilbe germ. *brōl- voraus. Man verbindet es mit den im Obd. weiterlebenden Verben frühnhd. brallen ‘heftig schreien’, mhd. frühnhd. brellen ‘brüllen, schreien’ sowie schwäb. Brall ‘lauter, durchdringender Schrei’ und (mit anlautendem p-) mhd. pral (Genitiv pralles) ‘Lärm, Schall’. Abweichenden Ablaut (gegenüber dem bisher dargestellten Wechsel a – ō) zeigen mnl. nl. mnd. brullen ‘brüllen’. Die Wortgruppe ist wohl onomatopoetischen Ursprungs, eine sichere etymologische Herleitung läßt sich nicht geben. Man versucht, die genannten Verben an ähnlich klingende gleicher Bedeutung (wie die unter ↗prahlen, s. d., genannten) anzuknüpfen oder speziell in der nl. Form eine Bildung mit emphatischem r gegenüber mnl. bullen ‘lärmen, toben, wüten’, mhd. bullen, büllen ‘heulen, bellen, brüllen’ (verwandt mit ↗bellen, s. d.) zu sehen. Doch bleiben diese Versuche zweifelhaft. Die Vokalkürze von nhd. brüllen gegenüber mhd. brüelen (vergleichbar der Entwicklung in nhd. ↗müssen, s. d., gegenüber mhd. müeʒen) ist wohl zunächst vor der in Präteritalformen (wegen des dentalen Elements) auftretenden Doppelkonsonanz entstanden. Gebrüll n. ‘andauerndes Brüllen’, mhd. gebrülle.

Thesaurus

Synonymgruppe
Brüllerei · Gebrüll · ↗Gegröl · ↗Gegröle · ↗Gelärm · ↗Gelärme · ↗Geschrei · ↗Grölerei · Lärmerei · ↗Schreierei  ●  ↗Gejohl  ugs., abwertend · ↗Gejohle  ugs., abwertend · ↗Krakeel  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gejohle Gesang Geschrei Heulen Kehle Lärm Löwe Pfiff anschwellen ausstoßen dumpf ertönen heiser hysterisch infernalisch laut lautstark markerschütternd martialisch nächtlich ohrenbetäubend rauh schauerlich tierisch tosend untergehen verstummen wüst wütend übertönen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gebrüll‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und leider habe man das Gebrüll einfach nicht abstellen können.
Der Tagesspiegel, 25.01.2004
Jeden Tag wurde es laut, man hörte das Gebrüll im ganzen Haus.
Bild, 13.03.2000
Bevor er ihn aber werfen konnte, hörten die Kinder ein furchtbares Gebrüll hinter sich.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 141
Man hört ein mächtiges Gebrüll, dann wird mir mitgeteilt, der Mann könne jetzt operiert werden.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 198
Mein Gebrüll muß wohl hörbar geworden sein, vielleicht lag ihr Zimmer darüber - ja, ich erinnere mich - aber davon später.
Schaeffer, Albrecht: Helianth II, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 945
Zitationshilfe
„Gebrüll“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gebrüll>, abgerufen am 19.03.2019.

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