Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gedankenstrich, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gedankenstrich(e)s · Nominativ Plural: Gedankenstriche
Aussprache 
Worttrennung Ge-dan-ken-strich
Wortzerlegung Gedanke Strich
eWDG

Bedeutung

Sprachwissenschaft Satzzeichen, das eine Pause oder eine Einschaltung im Satz kennzeichnet
Beispiele:
einen Gedankenstrich setzen
umgangssprachlicheinen Gedankenstrich machen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gedanke · Gedankenfreiheit · gedankenlos · Gedankenstrich
Gedanke m. ‘Ergebnis des Denkens, Idee, geistiger Einfall’, ahd. githanc ‘Denken, Sinn, Gesinnung, Absicht, Einsicht’ (8. Jh.), mhd. gedanc, asächs. githanko, mnd. gedanke, mnl. gedanc m. n., aengl. geþanc, geþonc m. n. (westgerm. *giþanka-, *giþankon) sind Verbalabstrakta zu den unter denken (s. d.) behandelten Verbformen. – Gedankenfreiheit f. ‘Möglichkeit der freien Gedankenäußerung’ (18. Jh., Schiller). gedankenlos Adj. ‘unüberlegt, zerstreut’ (18. Jh.). Gedankenstrich m. (18. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
bis-Strich  ●  Gedankenstrich  Hauptform · EN DASH  fachspr., engl., Jargon · Halbgeviertstrich  fachspr. · Streckenstrich  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Gedankenstrich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe mich an meinen unbewußt interpolierten Gedankenstrich derart gewöhnt, daß ich ihn kaum noch wegdenken kann. [Die Zeit, 23.10.1992, Nr. 44]
Ich erinnere an gewisse Gedankenstriche beim Tanz mit den nackten Hexen. [Die Zeit, 01.03.1982, Nr. 09]
Sie hängen wie von Gott verlassene Gedankenstriche im inszenierten Nichts herum. [Süddeutsche Zeitung, 17.01.1996]
Einen langen Gedankenstrich muß ich hier machen, denn ich bin abgeschweift, habe zurückgegriffen und bin vorangeeilt. [Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222]
Dieser Gedankenstrich hat den Zweck, einen unvollendeten Satz lebendig zu halten, den Ton zu bewahren, den Atem zu retten. [Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 177]
Zitationshilfe
„Gedankenstrich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gedankenstrich>.

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