Gedicht, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gedicht(e)s · Nominativ Plural: Gedichte
Aussprache
WorttrennungGe-dicht
Grundformdichten2
Wortbildung mit ›Gedicht‹ als Erstglied: ↗Gedichtband · ↗Gedichtbuch · ↗Gedichtesammlung · ↗Gedichtform · ↗Gedichtsammlung · ↗Gedichtzyklus
 ·  mit ›Gedicht‹ als Letztglied: ↗Arbeitergedicht · ↗Bildgedicht · ↗Dialektgedicht · ↗Dinggedicht · ↗Echogedicht · ↗Erzählgedicht · ↗Figurengedicht · ↗Freiheitsgedicht · ↗Gelegenheitsgedicht · ↗Heldengedicht · ↗Hirtengedicht · ↗Hochzeitsgedicht · ↗Huldigungsgedicht · ↗Kriegsgedicht · ↗Kunstgedicht · ↗Lehrgedicht · ↗Liebesgedicht · ↗Lobgedicht · ↗Prosagedicht · ↗Reimgedicht · ↗Scherzgedicht · ↗Schäfergedicht · ↗Sinngedicht · ↗Spottgedicht · ↗Streitgedicht · ↗Strophengedicht · ↗Weihnachtsgedicht
eWDG, 1967

Bedeutung

dichterische, meist gereimte Kunstform, die durch ihren Rhythmus und eine Gliederung in Verse und Strophen bestimmt ist und dem Leser oder Hörer vor allem eine Stimmung, ein seelisches Erlebnis vermittelt
Beispiele:
ein lyrisches, episches, dramatisches Gedicht
ein modernes Gedicht in freien Rhythmen
ein Gedicht ohne Überschrift
das Gedicht hat vier Strophen
ein gutes, formvollendetes Gedicht
ein Gedicht verfassen, schreiben
umgangssprachlich ein Gedicht machen
jmdm. ein Gedicht widmen
ein Gedicht in eine Anthologie aufnehmen
ausgewählte Gedichte herausgeben
ein Gedicht lernen, (mit Pathos) aufsagen
ein Gedicht rezitieren
im Unterricht ein Gedicht behandeln, interpretieren
mit den Schülern ein Gedicht erarbeiten
umgangssprachlich, übertragen etw. ist ein Gedichtetw. ist wundervoll
Beispiele:
die Speise ist ein Gedicht, ist das reinste Gedicht
das ist ein Gedicht!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dichten2 · Dichter · Dichtung2 · Gedicht
dichten2 Vb. ‘literarische Werke, Verse verfassen, erfinden’. Ahd. tihtōn ‘sprachlich gestalten, abfassen’ (9. Jh.; daneben auch Formen mit inlautendem -ct-, dem lat. Lautstand entsprechend), mhd. tihten ‘schreiben, schriftlich abfassen, erfinden, schaffen, erlügen’, mnd. mnl. nl. dichten, aengl. dihtan ‘einrichten, verfügen, anordnen, befehlen, verfassen, schreiben, veranlassen’, anord. schwed. dikta gelten allgemein als Entlehnungen von lat. dictāre ‘vorsagen, verfassen’ (s. ↗diktieren). Der nhd. d-Anlaut beruht auf der binnendeutschen Konsonantenschwächung. Fraglich ist, ob die westgerm. Verben möglicherweise erst sekundär unter den Einfluß von lat. dictāre geraten, in Wirklichkeit aber germ. Ursprungs sind. Unter Berufung auf die Bedeutungsbreite der genannten Verben erwägt man Zusammenhang mit stark flektierendem mhd. tīchen ‘schaffen, treiben, ins Werk setzen’ (auch von Gesang und Tanz), ‘die Stimme erschallen lassen’ und will dieses (sehr unsicher) auf eine Variante ie. *dheig̑- der unter ↗Teig (s. d.) genannten Wurzel ie. *dheig̑h- ‘kneten’ zurückführen. Dichter m. ‘Verfasser von Versen, literarischen Werken’, mhd. tihtære ‘Verfasser, Erdichter’. Im Nhd. bleibt Dichter selten und setzt sich erst seit dem 18. Jh. gegen das im 15. bis 17. Jh. üblichere ↗Poet (s. d.) durch, das im 18. Jh. einen abschätzigen Sinn erhält. Dichter bezeichnet heute vorwiegend den Verfasser von Lyrik gegenüber dem allgemeineren ↗Schriftsteller (s. d.). Dichtung2 f. ‘literarisches Kunstwerk’ (15. Jh.). Gedicht f. ‘lyrische Dichtung (in Versen)’, mhd. getiht(e) ‘schriftliche Aufzeichnung, Erdichtung, Kunstwerk’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gedicht · ↗Poem · ↗Reim · lyrisches Werk
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Elegie · Gedichtform mit schwermütiger Stimmung · Klagegedicht
  • Ode
  • Sonett
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Band Drama Erzählung Essay Gedicht Kurzgeschichte Lied Prosa Roman Sammlung Strophe Vers Vertonung Zeile aufsagen ausgewählt berühmt dramatisch gesammelt lesen lyrisch rezitieren schreiben unveröffentlicht verfassen vertonen veröffentlichen vorlesen vortragen Übersetzung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gedicht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihr seid es nicht wert, mit euch zu reden, sagt dieses Gedicht.
Die Zeit, 10.10.2012, Nr. 41
Wenn Du Lust hast, kann ich Dir bei einem Glas Wein meine Gedichte ja mal vorlesen.
Bild, 25.08.2005
Soll ich dir mein neues Gedicht über die neue Ordnung vorlesen?
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 251
Sie klingen so gut zusammen wie die guten Reime in alten Gedichten.
Scheerbart, Paul: Immer mutig! In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1902], S. 10257
Heute wollte sie jedenfalls nicht mehr an das schreckliche Gedicht denken.
Duncker, Dora: Großstadt. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1900], S. 15126
Zitationshilfe
„Gedicht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gedicht>, abgerufen am 19.09.2019.

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