Gedinge, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gedinges · Nominativ Plural: Gedinge
Aussprache 
Worttrennung Ge-din-ge
Grundform dingen1
Wortbildung  mit ›Gedinge‹ als Erstglied: ↗Gedingearbeit · ↗Gedingehäuer · ↗Gedingelohn · ↗Gedingeschlepper
 ·  mit ›Gedinge‹ als Letztglied: ↗Einzelgedinge · ↗Generalgedinge · ↗Gruppengedinge · ↗Leibgedinge
eWDG

Bedeutung

Bergmannssprache Lohnvereinbarung zwischen der Betriebsleitung und den Untertagearbeitern über eine bestimmte Arbeitsleistung im Akkord
Beispiele:
ein gutes Gedinge haben
nach dem Gedinge erhält jeder für diese Arbeit vierzig Euro
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gedinge · Leibgedinge
Gedinge n. ‘Vertrag über Entlohnung auf Grund erbrachter Leistung, Übereinkunft über Akkordlohn’ (in Bergbau und Landwirtschaft). Zugrunde liegt das im Gerichtswesen und in der Rechtsprechung (neben semantisch weithin entsprechendem) unpräfigiertem ↗Ding (s. d.) verbreitete ahd. githingi (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. gedinge, asächs. githingi, aengl. geþinge ‘Zusammenkunft, (Gerichts)verhandlung, Vereinbarung, Vertrag, Versprechen’. Die Verwendung des ehemals geläufigen Ausdrucks der Rechtssprache verringert sich im 18. Jh.; erhalten bleibt das Wort im oben genannten Sinne. Leibgedinge n. ‘Unterhalt auf Lebenszeit’, mhd. līpgedinge, zu ↗Leib ‘Leben’ (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Akkord · ↗Akkordlohn · Gedinge (Bergbau) · ↗Leistungslohn · ↗Stücklohn

Verwendungsbeispiel für ›Gedinge‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei Streitigkeiten eines Arbeiters wegen seines Gedinges usw. muß ein Ausschußmitglied zugezogen werden.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 02.03.1918
Zitationshilfe
„Gedinge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gedinge>, abgerufen am 17.04.2021.

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